Erkrankungen von Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse

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Aufgaben der Leber

Die Leber ist das wichtigste Organ zur Entgiftung des Körpers

Die Leber (Hepar) ist das größte Stoffwechselorgan des Körpers. Sie nimmt alle Stoffe auf, die ihr mit dem Pfortaderblut zugeleitet werden. Sie verarbeitet oder speichert die zugeleiteten Stoffe und gibt Stoffwechselprodukte wieder an die Blutbahn ab. Dabei erfolgt auch eine Entgiftung des Blutes. In der Schwangerschaft ist die Leber an der Blutbildung des ungeborenen Kindes beteiligt. Die Leber bildet als exokrine Drüse die Galle, die über ein Gangsystem in den Zwölffingerdarm (Duodenum) abgeleitet wird.

 

Die Aufgaben der Leber im Überblick:

  • In der Schwangerschaft ist die Leber an der Blutbildung beim Fetus bis zum siebten Schwangerschaftsmonat beteiligt.
  • Die Leber bildet eine Aminosäurequelle (Aminosäurepools) für die Eiweißsynthese (Proteinbiosynthese). Eiweiße (Proteine) sind für das Wachstum und die Erneuerung aller Körperzellen und die Produktion von Hormonen und Enzymen notwendig. Die Leber baut das mit der Nahrung aufgenommene tierische und pflanzliche Eiweiß ab bzw. um und baut es zu körpereigenen Strukturen wieder zusammen. Dieser Umbau findet in den Leberzellen statt.
  • Beim Abbau von Eiweiß entsteht das giftige Ammoniak. Die Leber neutralisiert das Ammoniak und bildet es zu Harnstoff um. Der Harnstoff wird dann über die Niere ausgeschieden.
  • Die Leber bildet das Speicherkohlenhydrat Glykogen aus glukoplastischen Aminosäuren oder durch Abbau von Kohlenhydraten. Der Einfachzucker Glukose steht für die sofortige Energiegewinnung bereit, während der Mehrfachzucker Glykogen als Vorrat gespeichert wird. Zuckermangel führt schnell zu Schäden an den Gehirnzellen. Deshalb muss ein bestimmter Zuckerspiegel im Blut bestehen. Um das zu gewährleisten, wird Zucker in Form von Glykogen gespeichert, damit bei Mangelzuständen (Anstrengungen, Hunger) ein Vorrat bereit steht.
  • In der Leber findet Synthese und Abbau von Lipoproteinen statt. Die Nahrungsfette werden in der Leber zu körpereigenen Fetten wieder zusammengesetzt, die dann im Fettgewebe gespeichert werden.
  • Die Leber reguliert den Spurenelement- und Vitaminstoffwechsel.
  • Die Leber ist zuständig für Abbau und Ausscheidung des Blutfarbstoffes Bilirubin.
  • Die Leber produziert das Cholesterol und die daraus abgeleiteten Gallensäuren.
  • In der Leber erfolgt die Umwandlung von Fremdstoffen in wasserlösliche Derivate.
  • Die Leber produziert der Gerinnungsfaktoren.
  • Die Leber ist an der Regulation des Säure-Base-Haushalts beteiligt.
  • In der Leber findet die Phagozytose von Bakterien, körperfremden und körpereigenen Zellbestandteilen statt.

 

Die Leber wirkt wie ein Filter

Um für die Entgiftung des Körpers und den Abbau von körpereigenen und körperfremden Stoffen sorgen zu können, verfügt die Leber über eine große Anzahl von Enzymen, die in anderen Körperbereichen kaum oder gar nicht vorhanden sind. Nach Aufnahme der auszuscheidenden Stoffe in den Leberzellen, werden diese so vorbereitet, dass sie über die Niere und die Galle ausgeschieden werden können. Über die Niere werden gut wasserlösliche Abbauprodukte (z. B. Alkohol oder Medikamente), die sich im Blut befinden, mit dem Urin ausgeschieden. Schlecht wasserlösliche und damit auch im Blut schlecht lösliche Abbauprodukte der Leber werden in die Gallenkapillaren abgegeben. Durch die emulgierende Wirkung der Gallensäuren können sie löslich gehalten und mit in den Darm abgegeben werden. Von dort aus werden sie mit dem Stuhl ausgeschieden.

 

"First-pass-Effekt"

Diese Arbeit der Leber wirkt wie ein Filter. Das Blut aus dem Magen-Darm-Trakt, dass Nährstoffe und andere Substanzen, z. B. Medikamente aus dem Darm enthält, gelangt über die Pfortader zunächst in die Leber. Hier wird es gefiltert und erst dann gelangt das Blut in den großen Körperkreislauf und von dort in jede Körperzelle. Dieser Filtereffekt führt auch dazu, dass oral eingenommene Medikamente zu einem großen Teil neutralisiert werden. Nur ein kleine Teil des Wirkstoffes passiert die Leber und gelangt in den Körperkreislauf. Man nennt dieses Geschehen auch den "First-pass-Effekt".

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