HNO - Erkrankungen der Ohren

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Syndrom der klaffenden Eustachischen Röhre

Druckausgleich im Mittelohr

Die Ohrtrompete oder Eustachische Röhre (vgl. Anatomie des Ohrs) verbindet das Mittelohr mit dem Rachenraum. Sie dient dem Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umgebungsdruck. Zu einer Öffnung der Eustachische Röhre und zu einem Druckausgleich kommt es normalerweise nur bei bestimmten Bewegungen wie beispielsweise Gähnen, Kauen oder Schlucken (was man sich unter anderem im Flugzeug beim Landeanflug zunutze machen kann).

 

Die Ohrtrompete ist immer offen

Die Eustachische Röhre ist von Fett- und Bindegewebe umgeben. Kommt es zu einer Abnahme des Druckes in diesem Gewebe, kann das dazu führen, dass die Eustachische Röhre ständig geöffnet ist. Gründe für eine solche Druckabnahme sind unter anderem:

  • erheblicher Gewichtsverlust
  • reduzierter Druck in den Venen durch Blutdruckschwankungen
  • Geburt
  • Veränderungen des Gewebes aufgrund einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich

 

Symptome

Frauen sind häufiger vom Syndrom der klaffenden Eustachische Röhre betroffen als Männer. Die Beschwerden bestehen in der Regel in Ohrdruck, Hörstörungen und gelegentlich rauschenden Ohrgeräuschen. Zudem berichten viele Betroffene, dass sie die eigene Stimme in Form eines Widerhalls wahrnehmen. Die Beschwerden bessern sich häufig im Liegen, da es in dieser Position zu einem Druckanstieg im Kopfbereich kommt. Dadurch steigt auch der Druck im Fett- und Bindegewebe, das die Eustachische Röhre umgibt.

 

Diagnostik

Die geschilderten Beschwerden sind in der Regel so charakteristisch, dass sich allein anhand dessen eine Diagnose stellen lässt. Bei der Hals-Nasen-Ohren-ärztlichen Untersuchung lassen sich meistens keinerlei krankhafte Veränderungen feststellen. Die Tympanometriemessung, eine spezielle Form der Impedanzmessung, bei der die Beweglichkeit des Trommelfells festgestellt wird, zeigt eine Besonderheit: Bei einer klaffenden Eustachischen Röhre zeigt sich in Abhängigkeit von der Atmung eine Schlangenlinie. Nur bei angehaltenem Atem ist die Tympanometriemessung normal.

 

Therapie

Eine ursächliche Therapie ist bis auf eine Gewichtszunahme oder die Behandlung von Blutdruckschwankungen nicht möglich, aber normalerweise auch nicht erforderlich. Die Beschwerden lassen sich gelegentlich durch eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme bessern. Dadurch nimmt der Wassergehalt im Fett- und Bindegewebe sowie in den Venen etwas zu, was wiederum dazu führen kann, dass sich die Eustachische Röhre wieder verschließt. Bei sehr hartnäckigen und störenden Beschwerden ist es möglich, den Eingang der Eustachische Röhre im Rachenraum mit etwas Bindegewebematerial (Kollagen) zu unterspritzen und die Röhre damit zu verengen.

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