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Buch dazu anzeigen Moon Handbook : A 21St-Century Travel Guide, Carl Koppeschaar, Susan Massotty, Taschenbuch (November 1995) Moon Publications.
1300 Erde an Weltall bitte kommen Science Fiction und Beitrag über das Project MEDEX
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1300 Erde an Weltall bitte kommen!

Das aktuelle Projekt MEDEX am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in einem visionären Rückblick aus der Zukunft

"Auch die weiteste Reise begann mit einem kleinen Schritt" (chin. Sprichwort)

Wir schreiben das Jahr 2027: Die Menschheit hat auf dem Mond feste Außenposten errichtet, die japanischen Zukunftsvisionen wurden wahr, und auf dem Mondhospital weht neben vielen anderen auch die deutsche Flagge. Vom bemannten Flug zum Mars kommen augenblicklich die meisten interstellaren Patienten, mit Problemen wie Muskelschwund und Osteoporose, Beziehungsstreß und Libido-Verlust sowie Schäden durch Weltraumstrahlung.

Das luna-stationäre Ärzteteam kontrolliert auf allen Missionen Astronauten und Kosmonauten mit Sensoren-Anzügen, welche die Vitalfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck und Atmung per Funksignal übermitteln. Auf der Erde sind Frühwarnsysteme dieser Art bereits seit 30 Jahren erfolgreich im Einsatz: Die von dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum entwickelten Westen wurden umfunktioniert und melden Alarm bei Anzeichen auf "Plötzlichen Kindstod", 1997 getestet in einem Pilotprojekt an der Kölner Kinderklinik in Porz. Mit Hilfe der ursprünglich als Astronautenanzüge entwickelten Strampelanzüge werden mittels integrierter Sensoren Herz- und Atemfreqenz des Babys digital an das Krankenhaus übermittelt.

Weltraumgetestet waren auch chirurgische Eingriffe per Fernsteuerung, die zum ersten Mal 1996 im Münchener Klinikum rechts der Isar in Form einer endokopischen Spiegelung durchgeführt wurde. Für die bemannte Raumfahrt mittlerweile unerläßlich, führt ein ferngesteuerter Roboter mit absoluter Professionalität und Sicherheit die Instruktionen des Arztes über weite Distanzen aus.

MEDEX steht für Medical Experiment Support System: Eine Miniklinik, die die physiologischen Belastungen der Astronauten-Crews kontrolliert: So hat beispielsweise die Schwerelosigkeit weitreichende Auswirkungen auf den menschlichen Organismus; die Blutflußgeschwindigkeit oder auch die Verteilung der Körperflüssigkeit werden daher online aufgezeichnet und unmittelbar ausgewertet.

Experimente an Bord der MIR im Jahre 1997 zum Stoffwechsel sowie zur Aufnahme und zum Abbau von Kalzium in den Knochen gaben auch Erkenntnisse über Osteoporose - ein besonderes Problem für Astronauten, denn unter Weltraumbedingungen kann Knochenschwund innerhalb weniger Monate entstehen. Hier helfen altbewährte Rezepturen wie auch auf Mutter Erde: Viel Bewegung, richtige Ernährung ( fettarme Milch, Milch- und Getreideprodukte) mit ausreichender Calziumaufnahme. Die empfohlene Calciummenge für heranwachsene Erdbewohner ist mit 1000mg angegeben. Im Weltall strikt verboten, auf der Erde schlichtweg nachteilige Angewohnheiten: Rauchen und Alkohol wirken ebenfalls als Calciumkiller.

Expeditionsteams Richtung Mars büßen an ihrer Lebenserwartung, denn mit mit jedem Ausflug in die weiten des Universums verlassen die Astronauten den magnetischen Schutzschirm der Erde. Die Folge ist eine erhebliche Erhöhung des Krebsriskos, die Mannschaften (und Astronautinnen) sind der harten kosmischen Stahlung ausgesetzt. In der Raumstation MIR waren bereits UV-Meßgeräte in den 90er im Einsatz: Biofilme imitierten die Reaktion der menschliche Haut und brachten zahlreiche Erkenntnisse über die damals rapide gestiegenden Risiken von Sonnenbrand bis zu Hautkrebs aufgrund des größer gewordenen Ozonlochs. Ein Personen-Dosimeter, ebenfalls eine Errungenschaft der Weltraumforschung, warnt unsere Teams zu Land und (Weltraum-)Luft vor erhöhter Strahlung.

Ein Problem unserer Zeit ist dagegen ganz anderer Natur: Rückkehrer aus dem Kosmos werden schon von unseren irdischen Ärzten erwartet: Die Astronauten müssen nach Monaten der Schwerelosigkeit auf der Erde wieder das Laufen lernen. Und in Sachen Sex läuft auch erstmal nichts: Der ganze Hormonhaushalt muß sich erst wieder auf unsere planetare Bedingungen umstellen.

Text: Andreas Frädrich, Redaktionsdienst

Mit freundlicher Unterstützung von Jürgen Kornmann, Deutsches Luft- und Raumfahrzentrum

Ausführliche Presseinformationen: Telemedizin zur Fern-Diagnose und -Betreuung von Risiko-Personen und ambulanten Patienten:

hyperg.kp.dlr.de/pressestelle

Der Blick aus dem All: Aktuelle Satellitenbilder; Europa von oben; Ausbreitung des Ozonlochs; Meerestemperaturen

www.dfd.dlr.de/de/AKTUELLES/sat_images.html

Buch dazu anzeigen Besondere Literaturempfehlung: Moon Handbook : A 21St-Century Travel Guide, Carl Koppeschaar, Susan Massotty, Taschenbuch (November 1995) Moon Publications.
Dieser durchaus ernstzunehmende lunare Reiseführer in die Zukunft liefert Tips zu Transport, Reisezeit, Unterbringungsmöglichkeiten, Klima und Sightsseeing-Attraktionen auf dem Mond.

Bild 1300a: We Astronauten aus der Ferne medizinisch überwacht werden, lassen sich auch auf der Erde Risikopersonen mittels Telemedizin über große Distanzen "fernbetreuen". Hier die Demonstration eines von der DLR entwickelten Systems zur Terminüberwachung von Risikobabies. (Foto: DLR)

Bild 1300b: Erprobung eines SyStems zur Früh- und ferndiagnose im DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin. Mittels derartiger Verfahren können Risikopersonen und ambulante Patienten künftig über beliebige Distanzen ärztlich betreut werden. Das Projekt ist ein Beispiel für die "irdische" Anwendung der Raumfahrtmedizin, die wiederum auf der Mission MIR`97 mit zahlreichen Experimenten vertreten ist. (Foto: DLR)

Bild 1300c: Aus "Schritte auf dem Mond" (Zeichnung; Carlsen Comic, HergÈ)

Bild 1300d: Der Roboterarm von "Pathfinder" diente 1997 zur Untersuchung von Gesteinsproben auf dem Mars zur Erkundschaftung der Lebensbedingungen im Rahmen künftiger bemannter Raumflüge (Foto: NASA-Archiv)

Bild 1300e: Aus den Anfängen der Raumfahrt 1969; träumte 1865 noch Jules Verne von der Erde zum Mond, gibt es mitttlererweile seriöse Reiseführer für künftige Mond-Urlauber...(Foto: Redaktionsdienst-Archiv)

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