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4309 Medizinstudenten berichten - PJ in traditioneller chinesischer Medizin in China
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4309 PJ in traditioneller chinesischer Medizin am Zhejiang College of TCM61, Hangzhou, China (1994)

siehe auch:.Kurzportrait über die Traditionelle Chinesische Medizin

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Vor gut einem Jahr besuchte ich einen Vortrga über die "Traditionell-Chinesische Medizin" (TCM) im Rahmen einer Veranstaltung der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft in Würzburg. Die Thematik fesselte mich so sehr, daß ich mich im Anschluß an den Vortrag mit dem Referenten über seine Erfahrungen in China unterhielt.

Die Bewerbung in Hangzou ist kein Problem; Schul-Englisch-Kenntnisse sind ausreichend als Voraussetzung, natürlich wäre Chniesisch kein Hindernis. Mindestens sechs Monate sollte man sich zuvor beworben haben. Theorie kann man sich bereits vorher aneignen, eventuelle Vorkenntnisse sollten dann auch bei der Bewerbung betont werden:

Zhejiang College of TCM

Office for Foreign Affairs

Quing Chun Road

Hangzhou 31 000 9

P.R. China

Die Unterbringung findet in einem Campusähnlichen Gelände statt, wo auch chinesische Studenten wohnen. Studiengebühren sowie Unterbringung müssen unbedingt in US$ bezahlt werden. Es ist ratsam, sich genügend US$ in bar mitzunehmen. In China hatte ich nur Probleme mit Banken: Ausländische Devisen bekam ich mit meiner Kreditkarte nicht, und auf dem Schwarzmarkt mußte ich sie teuer und illegeal einkaufen (Vorsicht!). Eine deutsche Botschaft gibt es in Hangzhou nicht, die nächste erst wieder in Shanghai. Allerdings sind die Nebenkosten in China abseits vom Touristenrummel sehr niedrig.

Im Sommer ist es in Hangzhou sehr warm und schwül, im Winter herrschen Kälte und auch Schnee. In beiden Jahreszeiten sorgt eine Klimaanlage für einen angenehmen Temperaturausgleich. Das Kulturangebot in Hangzhou ist für eine Millionenestadt nur sehr spärlich, bedingt durch den Kommunismus wird nur wenig Geld in die Künste investiert. Die Uni sah nicht gern, wenn die chinesischen Studenmten mit uns ausländischen Studenten "Kontakt pflegten", so daß Vorlesungen und auch andere Veranstaltungen überwiegend nicht gemeinsam stattfanden, leider! Aber in der Freizeit ergaben sich genügend Wege, den Austausch zu finden. China ist ein unermeßlich großes Land, und auch in kulinarischer Hinsicht hat jede Provinz Spezialitäten wie z.B. geröstete Qualle.

Die Unterrichte in TCM-Theory, Herbal Medicine, Acupuncture und Tui Na sind sehr gut und praxisorientiert. Nach Absprache kann man auch die Kurse in Tai Ji oder Qi Gong belegen. In den Praktika auf den Stationen kann man seine Vorkenntnisse oder Erfahrungen vertiefen.

Die Ärzte sowie das Personal sind sehr zuvorkommend und freuen sich, westliche Studenten ausbilden zu können. Oft wurden mir Fragen über meine universitäre Ausbildung gestellt; das Interesse an unserer Western Medizin (WM) ist sehr groß. Die Unterschiede zwischen TCM und Western Medicine möchte ich anhand eines Beispiels darstellen:

Western Medicine: Die Diagnose "Dickdarm-Karzibnom" eines Patienten wird durch Gewebeentnahem pathologisch, die Ausdehnung mittels MNR bzw. chirurgisch makroskopisch gestellt. Je nach CA-Typ, Tumorgröße, Infiltration in benachbartes Gewebe sowie Lymphknotenbefall wird der Patient invasiv chirurgisch, mit Chemo- bzw. Strahlentherapie oder mit einer Kombination dieser Möglichkeiten behandelt.

Traditional Chinese Medicine: Die Diagnose wird aufgrund von Puls, Zunge, Haut, Temperatur sowie Stuhl und Urin und Qualitäten der fünf Organe (TCM-Organe) sowie deren Zusammenwirken rein deskriptiv gestellt; eine Laboranlayse oder diagnostisches Gerät kennt die ursprüngliche TCM nicht.

Das Ungleichgewicht in Nicht-Harmonieren der TCM-Organe kann behandelt werden durch

- die Einnahme von Kräuterzubereitungen

- Akupunktur

- Tui Na

- Qi Gong

- oder mit einer Kombination dieser Heilmethoden

Die nach der Diagnose individuell zusammengestellte Kräutermischung wird gegebenenfalls dreimal täglich frisch aufgekocht, der Sud getrunken.

Ziel der Therapie ist es, allgemein gesagt, das Gleichgewicht (Yin und Yang) und die Harmonie sowohl im Körper als auch mit seiner Außenwelt wieder herzustellen.

Ich habe während meines Praktikums beobachten können, wie ein Darmtumor durch TCM-Methoden an Größe abgenommen hat. Die Akupunktur-Ärztin hat mir bestätigt, daß sie oft Therapieerfolge zu verzeichnen hat. Diese Tatsache ist umso bemerkenswerter, da ein Teil dieser Patienten als nicht heilbar von den chinesischen Ärzten der Western Medicine überwiesen wurde.

Darüberhinaus konnte ich den Verlauf der Akupunkturerfolge bei Migräne- sowie Hirnschlagpatienten beobachten, und ich war sehr beeindruckt!

An vielen Krankenhäusern in China werden bereits beide medizinische Heilkunden (WM und TCM)= integrierend miteinander angewendet, für den optimalen Therapieerfolg am Patienten. Ich habe Ärzte kennengelernt, die in China sowohl TCM als auch Western Medicine studiert hatten und mir bestätigten, daß die Verbindung beider Medizinschulen das optimale sei.

Vom medizinischen Aspekt war das Praktikum in China für mich eine sehr wertvolle Erfahrung und Bereicherung meiner Ausbildung zum Arzt. Ich konnte miterleben, wie die Lebensphilosophie (Yin und Yang) das Leben der Chinesen durchzieht und begleitet. Diese Eindrücke haben mich nachhaltig geprägt und mir vor Augen geführt, wie sehr ich in meiner eigenen Kultur, Denkstruktur sowie Gesellschaftsform verwurzelt und auch beschränkt bin.

Text: H.-H-B. für die Vereinte Versicherung AG; Redaktionsdienst

Mit freundlicher Unterstützung der Vereinten Krankenversicherung AG, Redaktion Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Erfahrungsberichte aus aller Welt:

"Praktisches Jahr im Ausland", 6.Auflage, Vereinte Krankenversicherung AG Bezirksniederlassung Berlin

Kontakttelefon 0049-89-6785-2151

Weiterführende Informationen:

http://www.medi-netz.com/vereinte

Informationen zur Traditionellen -Chinesischen Medizin:

Institut für chinesische Medizin

Hernerstr. 299, Haus 6

D-44809 Bochum

Tel. 0049-234-9536630

Fax 0049-234-9536961

http://www.DAO.de

http://www.LinC.de

Bild 4309a: Auch in Deutschland bemüht man sich um eine Synthese aus westlicher medizinischer Erkenntnis und östlicher Überlieferung und jahrtausendealter Erfahrung

Bild 4309b: Bei den Chinesen ist der Panda seit Jahrtausenden bekannt und beliebt

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