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Legasthenie
 

Legasthenie
im Internet

 

 
Kurzinfo: Legasthenie (LRS) / Lese-Rechtschreib-Schwäche
Symptome Schreib-, Lese- und eventuell Sprechprobleme trotz "normaler" Intelligenz, oft als Folge Verhaltensprobleme wie Schulangst, Hyperaktivität, Aggressivität,  mangelndes Selbstwertgefühl.
Therapie Individuelles Förderprogramm, bestehend meist aus Rechtschreib- und/oder einem lautanalytischen Funktionstraining mit psychotherapeutischen Maßnahmen oder lernstrategischen Programmen. Enge Zusammenarbeit von Schule, Eltern und Therapeuten.
Inhaltsübersicht:
Definition und Ursachen
Symptome
Therapie
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Definition und Ursachen
Jeder Mensch ist anders, Kinder auch. Die Begabungen der Menschen sind verschieden. Manch einer kann gut Singen, der andere kann gut Geschichten erzählen, der nächste ist ein Ass im Sport. Dafür kann jener nicht so gut Schwimmen und dieser hat keine Ahnung von Börsenkursen. Die Welt lebt von der Vielfalt.

 

Etwa 5 Prozent der Kinder sind Legastheniker. Das ist auch bei der individuellen Entwicklung eines Kindes wichtig. Nicht jedes Kind, das Lese- oder Schreibprobleme hat, ist gleich ein Legastheniker. Erst, wenn ein Kind jedoch trotz "normaler" Intelligenz das Lesen und Schreiben oder die Rechtschreibung nicht in angemessener Zeit erlernen kann, liegt eventuell eine Form dieser Teilleistungsstörung vor. Das ist bei ungefähr 5 Prozent aller Kinder der Fall.

 

Ein Teufelskreis führt die Kinder immer tiefer in eine problematische Entwicklung. Die davon betroffenen Kinder werden häufig durch den ausgeübten Druck von Elternhaus und Schule  in einen Teufelskreis getrieben. Ständig hören Sie Sätze wie: "Nicht mal das kannst Du?", "Du bist nur zu faul zum Üben!", "Das konnte deine Schwester schon mit fünf Jahren!" oder "Streng Dich endlich an!" Meistens geben sich die Kinder unendlich viel Mühe. Weil sie aber dennoch diesen Anforderungen nicht gerecht werden können, sinkt ihr Selbstwertgefühl. Sie leiden oft unter Konzentrationsmängeln und/oder Hyperaktivität, resignieren oder verweigern sich ganz. Dadurch sind sie dann erst recht nicht in der Lage, Wege aus ihrer "Zwickmühle" zu finden und sie leiden ganz erheblich darunter.

 

Legasthenie entwickelt sich von Geburt an. Niemand ist Schuld daran. Wichtig ist: Niemand hat ,,Schuld" an der Legasthenie. Weder die Eltern, noch die betroffenen Kinder. Die Teilleistungsstörung Legasthenie wird den Kindern schon als Anlage mitgegeben. Oder aber sie entwickelt sich von Geburt an durch Krankheit, Verletzung oder als Fehlentwicklung. Oft gehen andere Anzeichen voraus oder begleiten die Entwicklung des Kindes. Das kann z.B. ein verspäteter Sprachbeginn sein, oder Sprechstörungen im Kleinkindalter oder motorische Ungeschicklichkeit. Die Legasthenie ist eine hartnäckige Störung. Trotz allen Übens, Wiederholens, Mahnens und Strafens: der Fortschritt bleibt langsam. Nachhilfe, Förderstunden und viel Geduld sind unerläßlich. Daher ist es wichtig, rechtzeitig zu erkennen, ob ein Kind an Legasthenie leidet.

 

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Symptome
Eine Checkliste hilft, Legasthenie zu erkennen. Ein Kind wird erst dann als Legastheniker bezeichnet, wenn aus den Bereichen Lesen, Schreiben und/oder Sprechen mehrere Symptome nicht nur vorübergehend zusammentreffend sind. Die folgende Checkliste kann den Eltern oder den Lehrkräften in der Schule dabei helfen, ein legasthenes Kind zu erkennen:

 

Typische Symptome beim Lesen: Mögliche Symptome beim Lesen:
  • langsames oder mühsames Erlesen der Wörter
  • Verwechseln der Reihenfolge von Buchstaben
  • viele Fehler beim lauten Lesen
  • Buchstaben werden verwechselt
  • Lesen von Einzellauten statt Lautfolgen
  • Lesen ohne Verständnis des Textes
  • Wortweises Lesen von Texten
  • statt zu lesen werden passende Begriffe erfunden
  • Kind korrigiert sich selbst häufig

 

Typische Symptome beim Schreiben: Mögliche Symptome beim Schreiben:
  • Viele Fehler
  • es fehlen Buchstaben, Wortteile oder Wörter
  • Reihenfolge der Buchstaben wird vertauscht
  • Rechtschreibregeln wie z.B. Groß-/Kleinschreibung werden nicht beachtet
  • Verwechslung von Buchstaben, die ähnlich aussehen
  • Verwechslung von Buchstaben, die ähnlich klingen
  • Kind hat Schreibhemmung

 

Typische Symptome beim Sprechen: Mögliche Symptome beim Sprechen (vorwiegend im Kleinkindalter):
  • geringer Wortschatz
  • stockende Sprechweise
  • findet nicht den passenden Ausdruck
  • "nuschelt"
  • Satzbau oder Grammatik oft falsch

 

Sonstige Symptome: Mögliche Symptome in Verhalten und Motorik (oft, wenn die Störung lange unbemerkt bleibt):
  • Aggressivität
  • Schulangst
  • fehlendes Selbstwertgefühl
  • Konzentrationsstörungen
  • Hyperaktivität
  • Bettnässen
  • Krankheitsgefühl ohne erkennbare Ursachen
  • verkrampfte Haltung beim Schreiben
  • schlechte Schrift, fehlende Einhaltung von Linien

 

Ein Test bringt Gewissheit. Treffen viele dieser Symptome bei Ihrem Kind zu oder fällt das Kind in der Schule wegen solcher Symptome auf, sollte unbedingt ein Legasthenietest durchgeführt werden. Sprechen sie mit dem Klassenlehrer des Kindes. Möglicherweise ist der Test in der Schule durchführbar. Ist das nicht der Fall, sollten Sie den Test bei einer anerkannten Beratungsstelle (z.B. der Caritas, dem Landeswohlfahrtsverband oder dem Diakonischen Werk) oder einem Lerntherapeuten durchführen lassen.

 

Ärztliche Untersuchung der Augen und Ohren. Um andere Ursachen auszuschließen, sollten Augen und Ohren medizinisch untersucht werden. Fehlfunktionen oder Krankheiten dieser Sinnesorgane könnten ähnliche Symptome hervorrufen.

 

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Therapie

Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Therapeuten ist unbedingt nötig. Eine Legasthenietherapie dauert in der Regel mehrere Jahre. Wichtig hierbei ist, das Eltern, Lehrer und Therapeuten eng zusammenarbeiten. Für jedes Kind sollte ein individuelles Förderprogramm erstellt werden. Bei der Therapie wird meistens eine Kombination verschiedener therapeutischer Maßnahmen eingesetzt:
  • Rechtschreibtraining und/oder
  • lautanalytischen Funktionstraining
  • psychotherapeutische Maßnahmen
  • lernstrategische Programme
  • Entspannungsübungen
  • psychomotorische Übungen
  • spezielle Lernprogramme am PC

 

Erfolgserlebnisse bessern die Situation. Wenn eine Legasthenie festgestellt wurde, gibt es die Möglichkeit, auf die Vergabe von Schulnoten nach der Schreibleistung zu verzichten. Bewertet werden dann nur inhaltliche Leistungen, nicht aber die Schrift und die Rechtschreibung. Das führt für das legasthene Kind meistens zu besseren Noten. Es hat endlich Erfolgserlebnisse. Das trägt wesentlich zur Entspannung der Situation bei.

 

Institute für Legasthenie- Therapie

 

Seit Anfang der 80er Jahre bieten spezialisierte Fachinstitute Legasthenie- Therapien an. Diese Institute für Legasthenie-Therapie (ILT) haben unterschiedliche Schwerpunkte und Einzelangebot. Sie arbeiten aber alle nach einem einheitlichen Konzept mit folgenden Eckpfeilern:
  • wissenschaftliche, individuelle Fehlerdiagnose
  • Orientierung am LautAnalytischen RechtschreibSystem
  • systematisches Aufarbeiten der Teilleistungsstörung samt Folgeproblemen

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