Palliativmedizin

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Allgemeine Aspekte der Palliativmedizin
Das palliativmedizinische Team
Spezial:
Alte Menschen in der Palliativmedizin
Kinder in der Palliativmedizin

Die Sterbephase
Sterbehilfe, Sterbebegleitung, Patientenverfügung
Krankenpflege in der letzten Lebensphase

Beschwerdenkomplexe:
Dermatologische Beschwerden
Ernährung und Flüssigkeitsversorgung
Magen-Darm Beschwerden

Lungen- und Atemwegsbeschwerden
Neurologische Beschwerden
Seelische und geistige Beschwerden
Urologische Beschwerden

 

Aufgaben der Palliativpflege

Pflege hat wichtige Funktion

Die Behandlung verschiedener Krankheiten mit dem Ziel der Heilung ist ein wesentlicher Bestandteil der Krankenpflegeausbildung. Allerdings werden häufig noch keine hinreichenden Kenntnisse über die Pflege schwerstkranker und sterbender Patienten vermittelt, das heißt über die pflegerische Betreuung von Palliativpatienten. Anders als bei jenen Patienten, bei denen noch eine Heilung ihrer Erkrankung möglich ist, tritt in der Palliativmedizin die Linderung belastender Symptome wie Schmerzen oder Atemnot in den Vordergrund, und heilende Maßnahmen treten zurück. Die lindernden palliativmedizinischen Maßnahmen werden zu einem großen Teil durch das Krankenpflegepersonal durchgeführt beziehungsweise notwendige medizinische Maßnahmen werden durch pflegerische Tätigkeiten begleitet oder unterstützt. Durch ihre pflegerischen Kenntnisse und Fähigkeiten nehmen Krankenschwestern und Krankenpfleger im multiprofessionellen palliativmedizinischen Team eine wesentliche Rolle ein.

 

Orientierung an den Wünschen des Patienten

Für die pflegerische - wie auch ärztliche - Palliativversorgung gilt ganz allgemein: So viel wie nötig, so wenig wie möglich (oder im englischen Sprachgebrauch: "high touch, low tech" - viel Berührung, wenig Technik). Durch diesen Ansatz wird deutlich, dass dem schwer kranken und sterbenden Patienten die bestmögliche pflegerische Versorgung zuteil werden soll, ohne ihn durch die pflegerischen Maßnahmen übermäßig zu belasten. Insbesondere im Bereich der Palliativmedizin orientiert sich die pflegerische Versorgung der Patienten an deren individuellen Wünschen, Bedürfnissen und Möglichkeiten und nicht an den pflegerischen Notwendigkeiten, die sich beispielsweise durch die bestehenden Erkrankungen eines Patienten ergeben.

 

Pflegekräfte haben häufigen und engen Kontakt zu Patienten

Da insbesondere die palliativmedizinisch tätigen Pflegekräfte einen engen Kontakt zu den einzelnen Patienten und deren Angehörigen haben, sind sie für diese häufig der erste Ansprechpartner, wenn sich Sorgen, Probleme und Nöte einstellen. Zudem haben die Palliativpflegekräfte durch das Umsorgen ihrer Patienten einen guten Eindruck von deren Befinden, eventuell auftretenden Beschwerden sowie der Verbesserung und Verschlechterung einzelner Symptome oder auch des gesamten körperlichen und seelischen Zustands. Die entsprechenden Informationen können die Palliativpflegekräfte im Rahmen von Teambesprechungen in die Diskussion einbringen, sodass unter Beteiligung aller Mitglieder des palliativmedizinischen Teams das weitere, für den jeweiligen Patienten am besten geeignete Vorgehen besprochen und geplant werden kann. Beispielsweise werden Beschwerden wie Müdigkeit, Übelkeit, Verstopfung, Atemnot, Appetitlosigkeit und Veränderungen der Mundschleimhaut bei der täglichen Pflege und bei den mehrfach täglichen Patientenkontakten, welche die palliativmedizinische Pflege mit sich bringt, bereits in einem frühen Stadium bemerkt und können entsprechend frühzeitig thematisiert werden. Mögliche pflegerische Maßnahmen, um einige dieser Beschwerden zu lindern, sind unter anderem Lagerungsmaßnahmen und eine regelmäßige, gründliche Mundpflege. Der Erfolg der verschiedenen Maßnahmen lässt sich wiederum im Rahmen der täglichen pflegerischen Kontakte und durch die immer durchzuführende, sorgfältige Pflegedokumentation gut erfassen.

 

Große Hilfe für Angehörige

Eine wichtige Rolle spielen die in der Palliativmedizin tätigen Pflegekräfte auch als "Vermittler" zwischen pflegenden Angehörigen und dem Palliativpatienten. Dies ist insbesondere bei der häuslichen Versorgung, bei der die Angehörigen einen Großteil der Pflege übernehmen, von großer Bedeutung. Hier können die palliativmedizinisch ausgebildeten Pflegekräfte die Anleitung der pflegenden Angehörigen übernehmen, durch praktische pflegerische Unterstützung Hilfe und Entlastung bieten und darüber hinaus auf die Fragen, Sorgen und Nöte der pflegenden Angehörigen eingehen. Diese Funktion ist vor allem auch für die Angehörigen eine große Beruhigung und entlastet sie von oftmals quälenden Nöten und Gedanken "ob sie auch alles richtig machen". Auch das Vermitteln weiterer, spezieller Unterstützungsangebote gehört zu den Aufgaben einer palliativmedizinischen Pflegekraft, beispielsweise die Vermittlung einer Physio- oder Ergotherapie oder eines Gespräches mit einem Psychologen oder mit einem Geistlichen.

 

 

Die Pflege ist damit in der letzten Lebensphase oft von entscheidender Bedeutung für die verbliebene Lebensqualität des Patienten.

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