Infektionskrankheiten

Bücher zum Thema aussuchen Bücherliste: Infektionskrankheiten

Allgemeine Aspekte
HIV-Infektion und AIDS

Sepsis
Krankenhausinfektionen

Bakterielle Infektionen
Parasitäre Infektionen

Pilzinfektionen
Virale Infektionen

 

Der HIV Erreger und seine Vermehrung

Es gibt 2 Virustypen mit vielen Subtypen

Das HI-Virus gehört zu den so genannten Retroviren und enthalten einzelsträngige RNA als Erbinformation. Es existieren 2 Typen des HI-Virus:
  • HIV-1 ist weltweit verbreitet
  • HIV-2 kam zunächst überwiegend in Westafrika vor, später auch weltweit

Von beiden Virus- Typen existieren verschiedene Varianten (Subtypen).

 

Ein Virus ist kein eigenständiger Organismus

Wie alle Viren benötigt auch das HI-Virus eine Zelle als Wirt, um sich zu vermehren, denn es nutzt dessen Stoffwechsel zu seiner Vermehrung (vgl. Was sind Viren). Es besteht aus einer äußeren Hülle, welche die Andockstellen für die Verbindung mit der Wirtszelle enthält, aus einer inneren Kapsel, die den Bauplan des Virus - die RNS - enthält sowie einem Eiweißmantel mit diversen Enzymen. Es muss in eine menschliche Körperzelle eindringen, seine Erbinformation einschleusen und die Zelle so umprogrammieren, dass diese die Bausteine für die Virusproteine produziert.

 

Es werden vor allem Immunzellen befallen

Angriffsziel des HI-Virus im menschlichen Körper sind Zellen, die das CD4- Antigen auf ihrer Oberfläche tragen. Unter CD4- Antigen versteht man bestimmte Eiweißmoleküle auf der Oberfläche der Zellen, die den HI-Viren als Rezeptoren dienen. Zu diesen Zellen gehören T-Helferzellen (auch T4-Lymphozyten oder CD4-Lymphozyten genannt), Fresszellen sowie einige Gehirn- Darm und Hautzellen. Es sind also vorwiegend Zellen des menschlichen Immunsystems betroffen, die bei Befall mit dem HI-Virus keine Abwehrfunktion mehr übernehmen können. Wegen der Schädigung seines Immunsystems kann der Körper angreifende Bakterien, Viren oder Pilze nicht mehr wirkungsvoll bekämpfen kann. Je weniger CD4-Lymphozyten und Fresszellen im Körper vorhanden sind, umso weniger kann das Immunsystem den Organismus schützen. HIV- Infizierte sind deshalb anfälliger für Infektionskrankheiten, mit denen ein intaktes Immunsystem problemlos fertig würde.

 

Schema der Vervielfältigung

Ist das HI-Virus einmal in genügender Stärke (Konzentration) in den menschlichen Körper eingedrungen, so entwickelt sich die Infektion nach folgendem Schema:

 

Andocken:

Angriffsziel des HI-Virus im menschlichen Körper sind Zellen, die das CD4- Antigen auf ihrer Oberfläche tragen. Unter CD4- Antigen versteht man bestimmte Eiweißmoleküle auf der Oberfläche der Zellen, die den HI-Viren als Rezeptoren (Eintrittspforten) dienen. Zu diesen Zellen gehören T-Helferzellen (auch T4-Lymphozyten oder CD4-Lymphozyten genannt), Fresszellen sowie einige Gehirn- und Hautzellen. Hier kann das Virus mithilfe bestimmter Proteine (gp 120) auf seiner Hülle andocken, die wie ein Schlüssel zum Schlüsselloch passen.

 

Fusion:

Um in das Innere der Zellen zu gelangen, verbindet das Virus seine Membran mit der Zellmembran der Wirtzelle, d.h. es fusioniert und schleust so die eigene Erbinformation und Enzyme in die Zelle ein.

 

Entmantelung:

In einem weiteren Schritt verliert das Virus die Hülle und die Erbinformation des Virus wird zusammen mit diversen Enzymen in der Zelle freigesetzt.

 

Umschreiben:

Um die menschliche Zelle dazu zu bringen, Viruseiweiße für die Vermehrung des Virus zu produzieren, setzt das Virus das Enzym Reverse Transkriptase ein. Dieses Enzym ermöglicht eine Umschreibung der Virus- Erbinformation RNA in DNA, so dass der Bauplan des Virus für die menschliche Zelle erkennbar ist.

 

Integration:

Die umgeschriebene Virus-DNA wird mithilfe eines Virus-Enzyms, der Integrase, in die DNA der menschlichen Wirtszelle eingebaut.

 

Proteinsynthese:

Die Zelle beginnt nun Virusproteine in Form langer Proteinketten herzustellen. Zur Spaltung dieser Proteinketten in einzelne Eiweiße verfügt das Virus über ein weiteres Enzym, die Virusprotease.

 

Assembling:

Aus den nun vorliegenden Einzelbausteinen werden neue Viren zusammengesetzt. Diese neuen Viren zerstören schließlich die Wirtszelle und gelangen so in großer Zahl ins Blut. Jetzt suchen sich die neu entstandenen HI-Viren erneut eine CD4-Zelle, in die sie eindringen können.  Der Zyklus ist beendet und der ganze Vorgang beginnt von Neuem.

 

Zeitlicher Verlauf

Von der Bindung des Virus an die Wirtszelle bis zur Integration der viralen Erbinformation vergehen etwa 10 Stunden. Nach dem Einbau der Virus- DNA können dann Jahre vergehen, bis die Produktion der Virusbestandteile effektiv beginnt und neue Viren durch Zerstörung der CD4-Zellen freigesetzt werden (Latenzphase). Bisher ist noch nicht geklärt, auf welchem Wege und warum diese Latenzphase beendet wird.

 

Therapie

Für die Therapie der HIV-Infektion ist es möglich, Wirkstoffe zu nutzen, die den Virenenzymen ganz gezielt entgegenwirken.

Top

Zur Übersicht
HIV-Infektion und AIDS

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas