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Pharmakokinetik bei Säuglingen und Kindern
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Quelle: European Agency for the Evaluation of Medicinal Products
(EMEA), ICH Topic E 11. Note for guidance on clinical investigation of medicinal products
in the paediatric population, CPMP/ICH/2711/99
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Kinder sind nicht in jedem Alter gleich. Ihr Körper unterliegt in seiner
normalen Entwicklung sehr tiefgreifenden Veränderungen, die sich auf die Pharmakokinetik
eines Arzneimittels deutlich auswirken. Für die Entwicklung von Arzneimittel sind in
einem Leitfaden zu klinischen Studien bei Kinder im Jahre 2001 altersabhängige Kategorien
festgelegt worden:
- Frühgeborenes: Geburt vor dem kalkulierten Termin
- Neugeborenes: 0 bis 27 Tage
- Kleinkind: 28 Tage bis 23 Monate
- Kind: 2 Jahre bis 11 Jahre
- Jugendlicher: 12 bis 18 Jahre
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Kinder sind keine kleinen Erwachsenen - Medikamente müssen speziell
für jedes Alter angewandt werden
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Einige Beispiele für die Unterschiede zu Erwachsenen:
- Die Wassermenge pro kg Körpergewicht ist bei einem Neugeborenen etwa 15 Prozent höher.
Das muss bei der Dosierung vieler Arzneimittel berücksichtigt werden, weil diese dadurch
im Körper anders verteilt werden.
- Neugeborene und besonders Frühgeborene verfügen noch nicht über alle Enzyme, die zur
Verstoffwechselung eines Arzneistoffes nötig sind. Besonders im ersten Lebenshalbjahr
scheiden Säuglinge ein Medikament nur verzögert aus. Besonders betroffen sind dabei die
Kopplungsvorgänge des Arzneistoffes an die Glucuronsäure in der Leber.
Deshalb ist die Gefahr einer Wirkstoffanhäufung hier sehr groß.
- In den ersten Monaten ist das Magenmilieu neutral. Auch in den ersten drei Jahren ist
die Sauerkeit des Magens geringer, als bei Erwachsenen. Die Passage von Nahrungsmitteln
durch den Magen-Darm-Trakt ist bei Neugeborenen und Kleinkindern verlangsamt. Das wirkt
sich auf die Aufnahme eines Arzneimittels in den Blutkreislauf aus.
- Der Ausscheidungsmechanismus über die Nieren ist in den ersten Lebensmonaten noch nicht
vollständig ausgereift.
- Im Alter von 1 bis 8 Jahren zeigt sich bei Kindern dagegen im Vergleich zu Erwachsenen
eine erhöhte Verstoffwechselungsrate. Zu diesem Phänomen trägt zum Teil das größere
Verhältnis von Lebergewicht zu Körpergewicht bei.
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