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Phäochromozytom
 

Phäochromozytom
im Internet

 

 
Kurzinfo: Phäochromozytom
Symptome Hypertonie, Kopfschmerzen, Schwitzen, Tachykardie, Fieber, Tremor, Nervosität, Unruhe, Gewichtsverlust, Blässe, Angina pectoris Beschwerden, Übelkeit, Schwäche, Obstipation, Cholezystolithiasis,
Therapie Operative Entfernung des Tumors, sonst Radiojodtherapie und Chemotherapie
Inhaltsübersicht:
Einführung
Krankheitsbild
Diagnostik
Therapie
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Einführung
Ein Tumor führt zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin. Das Nebennierenmark stellt vorwiegend zwei Hormone her, Adrenalin und Noradrenalin. Gespeichert werden diese Hormone in den chromaffinen Zellen. Ein Phäochromozytom ist ein Tumor, der von den chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks ausgeht. In 90 Prozent der Fälle ist er dort entstanden. Die restlichen 10 Prozent gehen von den symphatischen Nervenfasern aus, die im Nebennierenmark zu finden sind. Das Phäochromozytom kommt nur selten vor. Es entwickelt sich bei etwa 0,1 Prozent aller von Hypertonie Betroffenen.

 

Die Blutdrucksteigerung kann lebensbedrohende Krisen auslösen. Phäochromozytome sind selten bösartig, sie führen aber zu einer vermehrten Ausschüttung von Noradrenalin und Adrenalin. Das führt zu Blutdrucksteigerungen. Der Blutdruck kann dauerhaft hoch sein, oder auch nur zeitweise. Das Phäochromozytom zählt zu den Krankheitsbildern, bei denen bis zur Diagnosestellung oft Jahre vergehen. Dabei können Phäochromozytome jederzeit lebensbedrohliche Krisen auslösen. Während einer blutdrucksteigernden Krise besteht die Gefahr einer Hirnblutung oder eines Myokardinfarkts.

 

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Krankheitsbild
Typische Trias:
Kopfschmerzen
Schwitzen
Tachykardie
Wichtigstes und schwerwiegendstes Symptom ist die Hypertonie als Folge der Überproduktion von Adrenalin und Noradrenalin. Kennzeichnend ist, daß diese Hypertonie nur schwer behandelbar ist. Die eine Hälfte der Betroffenen hat einen dauerhaft überhöhten Blutdruck, die andere Hälfte leidet unter anfallsweise auftretender Hypertonie. Typisch ist das gemeinsame Auftreten von Kopfschmerzen, Schwitzen bzw. Schweißausbrüche und Tachykardie (Herzrasen).

 

Vorsicht auf der Toilette. Die blutdrucksteigernden Episoden können sowohl spontan als auch nach körperlicher Belastung auftreten. Die Erhöhung des Druckes im Bauchraum z. B. durch das Abtasten eines Tumors oder durch Stuhlgang können ein blutdrucksteigerndes Geschehen auslösen. So ein Anfall kann von kurzer Dauer sein oder auch mehrere Stunden andauern.

 

Buch dazu anzeigenThiemes Innere Medizin. TIM Außerdem können folgende Begleitsymptome auftreten: Quelle: TIM
  • Kopfschmerzen (70 - 90 Prozent)
  • Schwitzen (60 - 70 Prozent)
  • Tachykardie (50 - 70 Prozent)
  • Fieber (60 - 70 Prozent)
  • Tremor (40 - 50 Prozent)
  • Nervosität, Unruhe (35 - 40 Prozent)
  • Gewichtsverlust (30 - 60 Prozent)
  • Blässe (30 - 60 Prozent)
  • Angina pectoris Beschwerden (20 - 50 Prozent)
  • Übelkeit (15 - 40 Prozent)
  • Schwäche (5 - 20 Prozent)
  • Obstipation (5 - 15 Prozent)
  • Cholezystolithiasis (5 - 10 Prozent)

 

Beschwerden entwickeln sich langsam. Zu Beginn der Erkrankung sind die Symptome nur diskret wahrzunehmen und nehmen erst allmählich zu. Deshalb und weil es nur sehr selten vorkommt, wird oft erst spät an ein Phäochromozytom als Ursache gedacht.

 

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Diagnostik
Bestimmung von Metanephrin im Blut ist der zuverlässigste Test Die Diagnose des Phäochromozytoms beruht auf zwei Säulen, der bildgebenden Diagnostik und dem Nachweis einer erhöhten Konzentration von Katecholaminen bzw. deren Abbauprodukten im Blutplasma oder im Urin. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Oft aber liefert die Bestimmung der Katecholamine (Adrenalin und Noradrenalin sowie Metanephrine) im Urin und der Vanillinmandelsäure keine sicheren Erkenntnisse. Die aussagekräftigsten und zuverlässigsten Ergebnisse erzielt die Bestimmung des freien Metanephrine im Plasma.

 

Suppressionstest erbringen den Nachweis. Der Funktionstest in Form eines Suppressionstestes wird bei unklaren Befunden durchgeführt. Suppression bedeutet, dass die Ausschüttung von Hormonen gehemmt bzw. unterdrückt wird. Bei den Suppressionstests (Clonidintest oder Regitintest) wird den Betroffenen ein entsprechendes Medikament verabreicht. Vor und nach der Verabreichung von Clonidin wird dann der Plasmakatecholaminspiegel gemessen. Beim Regitintest wird anhand des systolischen Blutdruckabfalls nach der intravenösen Gabe von Phenotamin der Phäochromozytom-Nachweis erbracht.

 

Tumor wird mit Hilfe bildgebender Verfahren dargestellt. Ist klinisch und laborchemisch der Nachweis auf ein Phäochromozytom erbracht, kann die Lokalisation des Tumors mit Hilfe von bildgebenden Verfahren erfolgen. Als bildgebende Verfahren werden hier die Computertomographie sowie die Magnetresonanztomographie angewendet. Als nuklearmedizinische Methode greift der MIBG-Scan, bei dem mit radioaktiv markiertem Metajodbenzylguanidin ein Phäochromozytom nahezu sicher dargestellt werden kann.

 

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Therapie
Es muß operiert werden. An erster Stelle steht die operative Entfernung des Tumorgewebes. Zwei Wochen vor der Operation sollte eine Therapie mit einem Alpha- Rezeptorenblocker begonnen werden. Durch diese Maßnahme soll der hohe Blutdruck des Betroffenen gesenkt und das Plasmavolumen normalisiert werden. Während der Operation können Blutdruckspitzen mit systolischen Werten über 200 mmHg vorkommen. Diese müssen speziell behandelt werden.

 

Alpha- und Betablockade zur Prävention. Nach der Therapie mit Alpablockern sollte sich eine Betablockade anschließen. Das soll eine möglicherweise auftretende Herzrhythmusstörung verhindern. In jedem Fall aber sollte die Alphablockade vorher stattfinden.

 

Radiojodtherapie und Chemotherapie bei inoperablen Tumoren. Bei Betroffenen, bei denen der Tumor nicht operiert werden kann, kann ein Therapieversuch mit MIBG (Metajodbenzylguanidin) durchgeführt werden. Außerdem kann eine Chemotherapie bei bösartigen Formen versucht werden. In 60 Prozent der Fälle kommt es zu einem Wachstumsstillstand. Bei bis zu 40 Prozent bildet sich der Tumor sogar zurück.

 

Prognose Die Prognose ist unterschiedlich. Bei gutartigen Tumoren liegt die 5-Jahresüberlebensrate bei ungefähr 95 Prozent. Bei bösartigen Tumoren, bei denen sich Metastasen gebildet haben, ist die Prognose ungünstiger. Hier liegt die 5-Jahresüberlebensrate bei nur 44 Prozent.

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