Infektionskrankheiten

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Filariosen

Erreger sind Fadenwürmer

Filariosen sind Erkrankungen, die durch die Infektion mit Fadenwürmern, Filarien hervorgerufen werden. Je nach Typ kommen dabei insbesondere drei Erkrankungen vor:

  • Lymphatische Filariose oder Elefantenkrankheit (Elephantiasis)
  • Loa Loa ("Augenwurm")
  • Onchozerkose oder Flussblindheit

Die beiden Erkrankungen Flussblindheit und Loa Loa werden an anderer Stelle ausführlich beschrieben. Deshalb beschränkt sich dieser Text auf die lymphatische Filariose, die auch als "eigentliche" Filariose angesehen wird.

 

Überträger sind Steckmücken

Auslöser der lymphatischen Filariose sind die Filarien Wuchereria bancrofti, Brugia malayi und Brugia timori. Die Übertragung des Erregers erfolgt durch den Stich von Steckmücken, die zuvor infiziertes Blut gesaugt haben. Der Erreger ist vor allem verbreitet in den tropischen Gebieten in Afrika, Mittel- und Südamerika, Südostasien, Indien sowie in pazifischen Raum.

 

Infektion häufig schon im Kindesalter

In den Endemiegebieten kommt die Erkrankung sehr häufig vor. Man schätzt, dass es weltweit 17 bis 120 Millionen Menschen gibt, die von lymphatischer Filariose oder Flussblindheit betroffen sind. Die Infektion erfolgt häufig im Kindesalter. Die Filarien wandern in die peripheren Lymphgefäße und vermehren sich dort. Die Erreger gelangen periodisch ins Blut, wo sie dann wiederum von Mücken aufgenommen und weiter getragen werden können. In den Lymphbahnen sammeln sich mit Fortschreiten der Erkrankung massenhaft lebende und tote Filarien an.

 

Bein mit Elephantiasis bzw. lymphatischer Filariose
Quelle: Wikipedia

Der Körper reagiert zunehmend mit einer Verstärkung der Immunabwehr. Die Zahl der eosinophilen Granulozyten steigt stark an. Eosinophile Granulozyten sind eine spezielle Form der weißen Blutkörperchen, die bei der Abwehr von Parasiten eine entscheidende Rolle spielen. Es zeigt sich eine so genannte Eosinophilie mit Fieber und immer wieder auftretenden Entzündungen der Lymphbahnen.

Je länger die Erkrankung andauert, desto eher kommt es zu Spätfolgen, die darin bestehen, dass sich lebende und tote Filarien in den Lymphbahnen ansammeln. Es kommt zu Stauungen und Entzündungen in den Lymphbahnen. Meistens sind Arme oder Beine, bei Männern sich auch sehr häufig Hoden und Nebenhoden betroffen. Die entsprechenden Körperteile können gigantische Ausmaße erreichen.

 

Diagnostik

Die Erreger können im Blut und in der Lymphflüssigkeit nachgewiesen werden. Die Eosinophilie ist im Blutbild deutlich zu erkennen. Außerdem ist ein Antikörpertest möglich.

 

Therapie

Zur Behandlung der lymphatischen Filariose werden Antiwurmmittel eingesetzte, vorzugsweise Diethylcarbamazin. Die Spätfolgen bei der Elefantenkrankheit können operativ behandelt werden.

 

Vorbeugung

Zur Vorbeugung empfiehlt sich für Reisende in den entsprechenden Endemiegebieten ein umfassender Mückenschutz mit geschlossener Kleidung, Repellentien und Moskitonetz.

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