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Brustvergrößerung (Mammaaugmentation)

 
Inhaltsübersicht:
Methoden
Vor der Brustvergrößerung
Anästhesie und Operation
Komplikationen
Nach der Operation
Kosten
Quellen

Sinnbild der Weiblichkeit

Als Zeichen der Weiblichkeit besitzt ein wohlgeformter Busen einen besonderen Stellenwert für das Selbstbewusstsein einer Frau. Deshalb ist es der Wunsch so mancher Frau, einen etwas zu klein geratenen Busen voller erscheinen zu lassen oder eine Asymmetrie der Brüste auszugleichen. Bei manchen Frauen sind die Brüste in Relation zu Körpergröße und Gewicht sehr klein angelegt (hypoplastisch), oder der Drüsenkörper fehlt bei vorhandenem Warzenhof fast vollständig (aplastisch). Daneben gibt es auch Anlagestörungen der Brust, wie z.B. die tubuläre Brustdeformität, bei der die untere Brusthälfte nicht richtig entwickelt ist, was der Brust ein schlauchförmiges Aussehen gibt.

 

Methoden

 

Es gibt verschiedene Methoden eine ästhetische Brustvergrößerung vorzunehmen. Es können operativ Implantate eingesetzt, das Brustgewebe kann unterspritzt oder eine Fetttransplantation kann durchgeführt werden.

 

Silikonimplantat

Bei einem Silikonimplantat dient ein Silikonkissen als Hülle. Es kann entweder eine glatte oder texturierte oder eine rauere Oberfläche besitzt. Bei texturierten Silikonhüllen ist das Auftreten einer Kapselfibrose (siehe Komplikationen) etwas geringer. Für die Füllung der Implantate werden Silikongel oder Hydrogel verwendet, wobei Silikongel die am häufigsten verwendete Füllung der Implantate ist.

 

Kochsalzimplantat

Beim Kochsalzimplantat dient als Hülle ebenfalls ein Silikonkissen, das aber nicht mit Silikongel, sondern mit physiologischer Kochsalzlösung gefüllt wird.

 

Gewebe muss vorher gedehnt werden

Bei fast vollständig fehlendem Drüsenkörper muss die Haut zunächst gedehnt werden. Dies geschieht durch das Einsetzen eines sogenannten Expander-Implantates, das über ein Ventil wöchentlich mit Kochsalzlösung weiter aufgefüllt wird, bis das Volumen nach etwa 4 Monaten die gewünschte Größe erreicht hat. Dann erst wird das endgültige Implantat eingesetzt.

 

Fetttransplantation mit Eigenfett

Eine weitere Methode zur Brustvergrößerung ist eine Fetttransplantation mit Eigenfett. Vor der Fetttransplantation muss ein beidseitiger Unterdruckbüstenhalter getragen werden. Dieser erzeugt einen kontinuierlichen Unterdruck. Das Brustgewebe wird sozusagen "angesaugt" wodurch das Gewebe gedehnt wird. Ist die gewünschte Dehnung erreich, entnimmt der Arzt mittels Fettabsaugung Eigenfett von Fettpolstern an Bauch, Hüfte oder Oberschenkeln. Nachdem das Fett von Blut und Bindegewebsfasern gereinigt wurde, wird es in das Unterhautgewebe der Brust eingespritzt. Die weitere Anwendung des Vakuum- Büstenhalters fördert das Einwachsen der Fettzellen. Mit dieser Methode lässt sich eine Vergrößerung um bis zu 250 cm³ pro Seite herstellen. Der Vorteil der Methode liegt in der Verwendung von körpereigenem Gewebe. Ein gewisses Risiko besteht in der Bildung von Ölzysten, wenn Fettzellen, die noch nicht eingeheilt waren, miteinander verschmelzen.

 

Unterspritzung mit Hyaluronsäure

Ebenfalls ohne Skalpell geht die Einspritzung von doppelt vernetzter Hyaluronsäure (Macrolane®) vonstatten. Die Methode ist neuartig und eignet sich nur für Brustvergrößerungen kleineren Umfangs. Langfristige Studien liegen darüber noch nicht vor. Bisher gibt es für ein erhöhtes Krebsrisiko jedoch keine Hinweise. Die Vorteile: Mammographien sind weiterhin ohne Problem möglich, der Eingriff wird ohne Vollnarkose vorgenommen, es bleiben keine Narben zurück. Ein Nachteil ist, dass die Substanz vom Körper bereits nach 2 Jahren abgebaut ist, so dass sie bereits nach etwa 1 bis 1,5 Jahren nachgespritzt werden muss.

 

Vor der Brustvergrößerung

Mammographie

Vor der Brustvergrößerung sollte eine Mammographie der Brust durchgeführt werden, um eine eventuelle Krebserkrankung auszuschließen.

 

Medikamente

Ferner sollen 14 Tage vor der Operation Medikamente die die Blutgerinnung verzögern (z.B. Acetylsalicylsäure), abgesetzt und auf Alkohol und Nikotin möglichst verzichtet werden.

 

Arzt umfassend informieren

Selbstverständlich muss der Arzt über Allergien oder andere bestehende Krankheiten und über die Einnahme von Medikamenten (auch Nahrungsergänzungsmitteln) informiert sein.

 

Anästhesie und Operation

Anästhesie

Eine operative Brustvergrößerung wird in der Regel unter Vollnarkose mit einem stationären Aufenthalt von ca. 1-3 Tagen durchgeführt. Die dafür notwendigen Voruntersuchungen (Blutgerinnung, EKG) werden am Vortag vorgenommen. Die Operation ist aber auch in Lokalanästhesie mit zusätzlicher Gabe von Beruhigungsmitteln möglich.

 

Verlauf der Operation

Die Operation dauert etwa 1,5 bis 3 Stunden. Der Oberkörper der Patientin wird in halb sitzender Position gelagert, da der Chirurg so abschätzen kann, ob die Platzierung des Implantats genau stimmt. Er setzt einen etwa 5 cm langen Schnitt alternativ in der Hautfalte unterhalb der Brust, an der Brustwarze oder in der Achsel. Als Lage für das Implantat bildet er je nach Größe und Beschaffenheit der Brust einen Hohlraum unter dem Brustmuskel (submuskulär) oder zwischen Brustmuskel und Drüse (subglandulär). Bei schlanken Frauen wird meist die submuskuläre Lage bevorzugt, da so das Implantat weniger sicht- oder tastbar ist. Andererseits kann das Einschneiden des Brustmuskels möglicherweise die Armbeweglichkeit etwas einschränken. Das Silikonkissen kann entweder schon gefüllt implantiert werden oder es wird nur die leere Hülle eingesetzt und später per Injektion gefüllt. Mit einer Reihe von feinen Nähten wird die Gewebetasche wieder verschlossen. Die Frau erhält nach der Operation einen Spezial-BH mit Gurt angelegt, der verhindert, dass die Implantate verrutschen.

 

Komplikationen

Meistens unkompliziert

In der Hand eines erfahrenen ästhetisch-plastischen Chirurgen verläuft die Brustvergrößerung in der Regel ohne Komplikationen. Wie bei jeder OP kann es aber zu Nachblutungen, Wundheilungsstörungen oder Infektionen kommen.

 

Mögliche Komplikationen

Zu den spezifischen Komplikationen einer Brustvergrößerung zählen:

  • Kapselfibrose: Das Implantat ist für den menschlichen Organismus ein Fremdkörper, um den er eine dünne Hülle aus Bindegewebe aufbaut. Bei manchen Frauen verhärtet sich diese dünne Schicht, was zu Schmerzen, Verlagerung des Implantats und Verformung der Brust führen kann. Eine Kapselfibrose entwickelt sich in etwa 20 Prozent der Fälle. Bei 5 Prozent ist ein erneuter Eingriff erforderlich, bei dem das Implantat ersetzt wird.
  • Riss der Silikonhülle: Bei einem schweren Trauma oder selten auch bei Materialermüdung kann es zu einem Riss in der Silikonhülle des Implantats und zum Austritt des Füllmaterials kommen. Handelt es sich um ein Kochsalzimplantat ist das unproblematisch, da die Kochsalzlösung schnell vom Körper resorbiert wird. Ausgetretenes Silikongel dagegen muss operativ entfernt werden, da nach Monaten oder Jahren andernfalls schmerzhafte Knötchen, so genannte Silikonome entstehen.
  • Empfindungsverlust: Aufgrund der Durchtrennung feiner Nervenendigungen bei der Operation kann es vor allem bei großen Implantaten zu einem meist vorübergehenden Empfindungsverlust der Brustwarzen kommen.
  • Bakterielle Infektion: Kommt es nach der Operation zu einer Infektion, ist ein weiterer Eingriff erforderlich, um das Implantat zu entfernen. Erst nach Ablauf von sechs Monaten kann dann ein neues Implantatkissen eingesetzt werden.

 

Behinderung der Mammographie

Keine Komplikation, aber ein Nachteil besteht darin, dass mit einem Implantat bei der Mammographie bösartige Gewebswucherungen nicht mehr eindeutig beurteilbar sind. Eine korrekte Aussage lässt sich jedoch noch mit Ultraschalluntersuchung und Kernspintomographie machen.

 

Nach der Operation

Fäden ziehen

Die bei der Operation eingelegten Wunddrainagen können meistens schon nach einem Tag entfernt werden. Die Fäden werden dann nach 8 bis 10 Tagen gezogen.

 

Spezial-BH

Ein Spezial-BH sollte 3 Wochen lang rund um die Uhr getragen werden. Danach sollte der BH dann noch tagsüber für 3 Wochen angelegt werden. Das ist notwendig, um ein Verrutschen der Implantate zu verhindern.

 

Körperliche Aktivitäten

Etwa 2 Monate lang sind schwere körperliche Arbeit und Hausarbeiten wie Fensterputzen oder Bügeln untersagt.

 

Kontrollen

Die Brüste sollten allerdings in regelmäßigen Abständen vom ästhetisch-plastischen Chirurgen überprüft werden. Die Haltbarkeit der Brustimplantate wird von den meisten Herstellern mit ca. 15 Jahren angegeben. Sind über diese Zeit hinaus Implantate noch unversehrt, so können sie weiter getragen werden. Ein Austausch ist nach dieser Zeit nicht zwingend erforderlich.

 

Kosten

Kostenplan erstellen

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Brustvergrößerung nicht. Für eine operative Brustvergrößerung sind inkl. Krankenhausaufenthalt Kosten von etwa € 6.000,- zu erwarten. Auch eventuelle Zusatzkosten bei eingetretenen Komplikationen und Nachoperationen können vorkommen. Auch diese müssen selbst bezahlt werden.

 

 

Eine Unterspritzung mit Macrolane® kostet durchschnittlich € 3.500,- bis 4.000,-. Die Folgeeinspritzungen sind in der Regel günstiger.

 

Quellen:

 

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