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Arthrose: Der gesunde Gelenkknorpel

Die Knochen benötigen einen speziellen Schutz.

Gelenke haben die Aufgabe, verschiedene Knochen beweglich miteinander zu verbinden. Knochen sind sehr lebendige und feste Gewebe, die sich ständig neu aufbauen und abbauen. Sie haben einen aktiven Stoffwechsel und werden über Blutgefäße versorgt. Knochen sind überzogen mit einer feinen Knochenhaut, die sehr schmerzempfindlich ist. Das ist der Grund dafür, warum Knochen nicht ohne zusätzlichen Schutz in einem Gelenk verbunden sind.

 

Knorpel ist ein idealer Stossdämpfer.

Damit nun in einem Gelenk die schmerzempfindliche Knochenhaut des einen Knochens (Gelenkkopf) nicht mit der des anderen Knochens (Gelenkpfanne) in Verbindung kommt, wird die Gelenkfläche von einer Knorpelschicht überzogen. Den genauen Aufbau eines Gelenkes können Sie hier nachlesen. Der Knorpel besitzt beste Stoßdämpfereigenschaften, ist zum Gelenk hin glatt und reibungsarm und direkt mit dem darunterliegenden Knochen verwachsen.

 

Knorpel funktioniert normalerweise ein Leben lang ungestört.

95 Prozent der verflochtenen Knorpelmasse besteht aus extrazellulärer Masse, die nur von einigen teilungsfähigen Knorpelzellen gebildet und unterstützt wird. Dieses verflochtene Netzwerk kann Wasser binden. Es ist normalerweise in der Lage, lebenslang ungestört und reibungsarm und ohne Schmerzen die Gelenkbewegung auszuführen. Diese potentiell unproblematische Funktionsweise ist abhängig von optimal zueinander stehendem Gelenkkopf und Gelenkpfanne, und genau aufeinander abgestimmter Kraftübertragung. Diese Erkenntnisse führen auch zu der Schlussfolgerung, dass es eine "Altersarthrose" gar nicht geben kann. Auch wenn Arthrosen in zunehmendem Alter häufiger vorkommen, ist das Alter dennoch nicht der Grund für ihre Entstehung.

 

Das Knorpelgewebe baut sich ständig auf und ab.

Das Knorpelgewebe unterliegt ständigen aufbauenden und abbauenden Prozessen. Diese Prozesse werden durch bestimmte Einflussfaktoren gesteuert. Heute weiß man, dass unter anderem IGF 1 und 2 und normale physiologische Gelenkbelastungen knorpelaufbauend wirken. IGF ist die Abkürzung für insulinähnliche Wachstumsfaktoren. Das Kürzel leitet sich aus der englichen Bezeichnung ab: insulin-like growth factors. Diese insulinähnlichen Wachstumsfaktoren werden in der Leber, der Niere und im Bindegewebe gebildet. Die Bildung wird durch das Wachstumshormon der Hypophyse STH angeregt. IGF wirken mit Hilfe von speziellen Rezeptoren im Knorpelgewebe und auch im Knochengewebe und Bindegewebe wachstumsfördernd. IGF sind außerdem an der Entstehung von Tumoren beteiligt.

 

Körpereigene Stoffe mit einer abbauenden Wirkung befinden sich im gesunden Knorpel mit den abbauenden Stoffen im Gleichgewicht.

Einen knorpelabbauenden Effekt dagegen haben z. B.
  • Proteinasen (ein bestimmtes Enzym, das Eiweißketten aufspaltet).
  • Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-a): TNF ist die Abkürzung für Tumor- Nekrose- Faktor. Das TNF-a, häufig auch als TNF-alpha bezeichnet, ist ein Stoff, der von bestimmten Abwehrzellen des Immunsystems gebildet wird und zwar von den Makrophagen, den Lymphozyten und den Mastellen. Es dient der unspezifischen Immunabwehr und ist beteiligt an Entzündungsprozessen, an der Blutbildung und der Wundheilung. Es hat außerdem einen hemmenden Einfluss auf Tumorzellen. TNF-a findet auch in Medikamenten Verwendung.
  • Interleukin-1:  Interleukine sind, wie das TNF, Zellstoffe, die bei der unspezifischen Immunabwehr eine Rolle spielen.
  • unphysiologische Gelenkbelastungen.

Werden die aufbauenden und abbauenden Prozesse gestört, so kann das nur bis zu einem gewissen Grad aufgefangen werden. Kann sich der Knorpel nicht mehr regenerieren, so kommt es zu Veränderungen im Aufbau des Knorpelgeflechtes, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Dies bezeichnet den Beginn der Arthrose.

 

Knorpel enthält keine Blutgefäße. Die Gelenkflüssigkeit ernährt den Knorpel.

Knorpel wird nicht, wie der Kochen, über Blutgefäße versorgt. Die Ernährung des Knorpels erfolgt mit Hilfe der Gelenkflüssigkeit (Synovia). Die Gelenkflüssigkeit (Synovia) wird von der Gelenkinnenhaut gebildet und in den Gelenkspalt abgegeben. Sie dient der Gelenkschmierung und sorgt dafür, dass der glatte Knorpelüberzug der Gelenkflächen nicht durch Reibung zerstört wird. Gleichzeitig versorgt sie den Knorpel mit Nährstoffen. Diese Nährstoffe werden aus dem Blut über die Gelenkinnenhaut an die Gelenkflüssigkeit abgegeben. Abfallprodukte aus dem Stoffwechsel der Knorpelzellen werden an die Gelenkflüssigkeit abgegeben und abtransportiert.

 

Durch Bewegung wird die "Nährlösung" in den Knorpel eingewalkt.

Damit das gut funktioniert, muss eine regelmäßige Belastung und Entlastung stattfinden. Durch diese Bewegung wird die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel "eingewalkt" und Abfallprodukte aus den Zellen abgegeben. Das kann man ungefähr mit dem Einkneten von zusätzlichem Mehl in einen fertigen Brotteig vergleichen. Wenn Sie eine Hand voll Mehl in einen Brotteig kneten wollen, dann reicht es auch nicht aus, das Mehl einmal fest an den Teig zu drücken. Vielmehr wird das Mehl nur durch dauerndes Drücken und Entlasten mit dem Teig verbunden. Auf diese Weise ernährt sich auch der Knorpel. In Laborversuchen hat sich z. B. gezeigt, dass Knorpelgewebe, das in einer optimalen Nährlösung liegt nur dann diese Nährstoffe in ausreichendem Maße aufnimmt, wenn durch entsprechende Apparate gleichzeitig eine Druckbelastung und -entlastung ausgeübt wurde.

 

Bewegungsmangel führt zu Unterernährung.

Bei Bewegungsmangel und wenn Fehlbelastungen über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, kommt es zu einem Versorgungsmangel des Knorpels, der Knorpel leidet sozusagen Hunger und kann regelrecht unterernährt sein. Ein "hungernder" Knorpel ist besonders anfällig für Schäden. Er kann sich auch nicht mehr so gut regenerieren. Einmal untergegangene Knorpelzellen werden nicht ersetzt. Die "Lücken" werden dann mit weniger elastischen kollagenen Fasern gefüllt, die wiederum die Anfälligkeit für Verletzungen erhöhen. Dies sind die ersten Schritte auf dem Weg zur Arthrose.

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