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| Kurzinfo:
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Prolaktinom |
| Definition |
Ein
Prolaktinom ist ein Hypophysenadenom, das Prolaktin produziert. Dadurch entsteht ein
Überschuss an Prolaktin, der auch Hyperprolaktinämie genannt wird. |
| Symptome |
Frauen:
Seltene oder ganz ausbleibende Regelblutung, Erhöhung von Progesteron und Verminderung
von Östrogen durch Funktionsschwäche des Gelbkörpers, Akne, fettige Haut, Rückbildung der
Vaginalschleimhaut, verstärkte männliche Behaarung, spontaner Milchfluß, Gesichtsfeldausfälle, Libidoverlust, Wechseljahresbeschwerden
Männer: Libido- und Potenzstörungen, Rückbildung von Bart- und Schambehaarung,
Brustvergrößerung und spontaner Milchfluß, Gesichtsfeldausfälle |
| Therapie |
Medikamentöse
Therapie mit Dopaminagonisten, z. B. Bromocriptin, Lisurid. Bei Unverträglichkeit
Cabergolin oder Quinagolid. Bei Makroadenomen, die therapieresistent reagieren operative
Entfernung. |
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Inhaltsübersicht:
Formen
Krankheitsbild
Diagnostik
Therapie |
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Top
Formen
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| Ein
Adenom produziert Prolaktin. |
Ein
Prolaktinom ist ein Hypophysenadenom, das Prolaktin produziert. Dadurch entsteht ein
Überschuss an Prolaktin, der auch Hyperprolaktinämie genannt wird. |
| Der
Prolaktinspiegel wird durch RH- und IH-Hormone gesteuert. |
Prolaktin in ein Effektorhormon des Hypophysenvorderlappens, das über Releasing- und Inhibitinghormone des Hypothalamus gesteuert wird. PRL-RH oder
Prolaktin-Releasinghormon stimuliert die Hypophyse zur Ausschüttung von Prolaktin und
PRL-IH oder Prolaktin-Inhibitinghormon hemmt die Prolaktinausschüttung. Prolaktin selbst
stimuliert das Wachstum der Brustdrüsen und sorgt nach der Geburt für die
Milchproduktion. Von einem erhöhten Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie) können auch
Männer betroffen sein. |
| Adenome
sind meistens gutartige Gewebeneubildungen. |
Adenome sind Gewebeneubildungen innerhalb von Drüsen. Sie sind meistens
gutartig, können aber auch bösartig werden. Nicht alle Adenome produzieren Hormone. Sie
werden dann auch hormoninaktive Adenome genannt. Das Prolaktinom
ist also ein sehr spezielles Hypophysenadenom. Außerdem ist das Prolaktinom nur eine
mögliche Ursache für einen erhöhten Prolaktinspiegel. Bei Prolaktinspiegeln über 200
ng\ml ist ein Hypophysenadenom allerdings sehr wahrscheinlich. |
| Es
werden Makro- und Mikroadenome unterschieden. |
Die
Größe der Adenome kann unterschiedlich sein. Adenome unter 10 mm werden Mikroadenome
genannt. Makroadenome sind über 10 mm groß. Bösartige Prolaktinome sind sehr selten. |
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Top
Krankheitsbild
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| Der weibliche Zyklus gerät durcheinander. |
Bei
Frauen bewirkt eine Hyperprolaktinämie häufig ein Ausbleiben der Regelblutung. In der
Fachsprache wird das als Amenorrhö bezeichnet. Die Regelblutung kann auch seltener
auftreten, als normal. Möglich ist außerdem eine Funktionsschwäche des Gelbkörpers. Durch diese
Funktionsschwäche kommt es auch zu einer Erhöhung von Progesteron und einer Verminderung
von Östrogen. Akne, fettige Haut, Rückbildung der
Vaginalschleimhaut und verstärkte männliche Behaarung bei Frauen (Hirsutismus) können
die Folge sein. Auch Libidoverlust kann eintreten. Insgesamt können Beschwerden ähnlich
denen der Wechseljahre auftreten.
Bei 70 Prozent der Betroffenen kommt es zu einem spontanen Milchfluss (Galaktorrhö). |
| Bei
Männern kommen Libido- und Potenzstörungen, Gesichtsfeldausfälle und eine
Vergrößerung der Brust mit Milchfluß vor. |
Ein
Überschuss an Prolaktin (Hyperprolaktinämie) kann auch bei Männern vorkommen. Dann ist
meistens ein Makroadenom die Ursache. Die betroffenen Männer können unter einer
fehlenden oder verminderten Aktivität der Hoden leiden, die so weit gehen kann, dass sich
Libido- und Potenzstörungen einstellen und sich sekundäre Geschlechtsmerkmale wie der
Bartwuchs und die Schambehaarung zurückbilden. Am häufigsten aber sind Gesichtsfeldausfälle der Anlass für
den Gang zum Arzt. Diese werden durch die Größe des Makroadenom und seinen Druck auf den
Sehnerv hervorgerufen. Auch beim Mann kann es zu einer Vergrößerung der Brust mit
spontanem Milchfluss kommen. |
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Top
Diagnostik
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| Mehrfache
Messung des basalen Prolaktinspiegels. |
Richtungsweisend
ist die mehrfache Messung des basalen Prolaktinspiegels. Normal sind Werte von bis zu 16
ng\ml beim Mann und 20 ng\ml bei der Frau. Bei Werten über 200 ng\ml ist ein Prolaktinom
wahrscheinlich. Liegen die Werte darunter, so sollte auch nach anderen möglichen Ursachen
für eine Hyperprolaktinämie gesucht werden. |
| Bildgebende
Verfahren: |
Zum
Nachweis des Tumors ist entweder ein Computertomogramm
(CT) oder eine Magnetresonanztomographie
(NMR) erforderlich. |
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Top
Therapie
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| Die
medikamentöse Therapie steht im Vordergrund. |
Die
Hyperprolaktinämie durch ein Mikro- und auch ein Makroprolaktinom wird mit Bromocriptin
bzw. Lisurid behandelt. Diese Dopaminagonisten führen nicht nur zu einer Hemmung der
Prolaktinausschüttung, sondern auch zu einem Schrumpfen des Tumors. Betroffene, die diese
Medikamente nicht gut vertragen, oder nicht auf sie ansprechen, können auch mit
Cabergolin oder Quinagolid behandelt werden. |
| Therapieempfehlung: |
Grundsätzlich
einschleichend dosierend beginnen mit 2,5mg Bromocriptin bzw. 0,2mg Lisurid abends. Die
angestrebte Tagesdosis hängt von den individuellen Hormonspiegeln ab. Nebenwirkungen von
Bromocriptin sind insbesondere Magen- Darm- Beschwerden, psychische Auffälligkeiten und
selten Arrhythmien und Angina-
pectoris- Beschwerden. Die Medikation muss bei einer Schwangerschaft sofort abgesetzt
werden. |
| Operation
von Makroadenomen bei Versagen der Medikamente. |
Eine
operative Entfernung sollte nur bei Makroprolaktinomen durchgeführt werden, die durch
ihre Größe zu weiteren Schädigungen führen und bei denen die medikamentöse Behandlung
keinen Erfolg gebracht hat. Top |
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