Orthopädie

Bücher zum Thema aussuchen Bücherliste: Orthopädie

Anatomie und Physiologie Schultergürtel und Oberarm
Ellenbogen, Unterarm und Hand
Brustkorb
Wirbelsäule und Rücken
Instabile Halswirbelsäule

Becken und Hüfte
Kniegelenk und Unterschenkel
Fuß und Sprunggelenk

Engpass-Syndrome
Rheuma
Chronische Schmerzen
Sportmedizin

Orthopädische Operationen:
Wirbelsäulenverletzungen

 

Osteochondrosis dissecans des Kniegelenks

Knorpel und Knochen im Kniegelenk werden zerstört

Bei der Osteochondrosis dissecans handelt es sich um eine Zerstörung von Knorpel- und Knochengewebe. Dies führt am Kniegelenk dazu, dass kleine Knorpel- und Knochenanteile der Gelenkrollen, welche den unteren Anteil des Oberschenkelknochens bilden (vgl. Anatomie des Kniegelenks), absterben. Mitunter können sich diese abgestorbenen Knorpel- und Knochenstückchen ablösen und losgelöst im Gelenk liegen.

 

Die Krankheit verläuft in 4 Stadien

Die Erkrankung wird in vier Stadien eingeteilt, die auf den Befunden einer kernspintomographischen Untersuchung basieren:
  • Stadium I: Verdichtung des Gelenkknorpels
  • Stadium II: Abriss eines Knorpel-Knochen-Stückchens, wobei das Knorpel-Knochen-Stückchen noch über eine Bindegewebebrücke mit dem Oberschenkelknochen verbunden ist
  • Stadium III: Abriss eines Knorpel-Knochen-Stückchens, wobei das Knorpel-Knochen-Stückchen nicht mehr über eine Bindegewebebrücke mit dem Oberschenkelknochen verbunden ist, sich aber noch an seiner ursprünglichen Position befindet
  • Stadium IV: Verlagerung des abgerissenen Knorpel-Knochen-Stückchens in das Gelenk

 

Ursachen

Mögliche Ursachen einer Osteochondrosis dissecans des Kniegelenks sind:
  • wiederholt auftretende minimale Verletzungen des Gelenks, beispielsweise durch ständige Überlastung des Kniegelenks
  • Störungen der Nährstoffversorgung des Knochens
  • fehlerhafte Bildung des Knochengewebes im Laufe des Wachstums

 

Vor allem junge Menschen betroffen

Betroffen sind hauptsächlich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Es gibt etwa doppelt so viele männliche wie weibliche Betroffene. Zu siebzig Prozent ist nur ein Kniegelenk erkrankt.

 

Beschwerdebild

Die durch eine Osteochondrosis dissecans des Kniegelenks entstehenden Beschwerden können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, beispielsweise:
  • Schmerzen bei Belastung des betroffenen Kniegelenks
  • Gelenkschwellung durch Bildung eines Gelenkergusses
  • Bewegungseinschränkung des Kniegelenks bis hin zur „Gelenkeinklemmung" durch ein abgelöstes Knorpel-Knochen-Stück

 

Diagnostik

Bei der ärztlichen Untersuchung ist der Bereich der Osteochondrosis dissecans druckschmerzhaft. Gelegentlich zeigt sich auch eine Gelenkschwellung oder ein frei im Gelenk liegendes Knochenstück ist sogar zu tasten. Die Verdachtsdiagnose einer Osteochondrosis dissecans des Kniegelenks wird durch eine Röntgenaufnahme gesichert. Darauf ist die Knorpel-Knochen-Zerstörung gut zu erkennen. Das genaue Ausmaß der Knorpel-Knochen-Zerstörung ist mittels einer Kernspintomographie darstellbar. Die Kernspintomographie dient zudem der Feststellung des vorliegenden Erkrankungsstadiums.

 

Therapie Stadium I und II

Bei jungen, noch wachsenden Patienten mit einer Erkrankung im Stadium I oder II besteht die Therapie in körperlicher Schonung, wobei insbesondere schmerzhafte Bewegungen zu vermeiden sind. Das betroffene Kniegelenk sollte zudem nicht vollständig belastet werden. Diese Teilbelastung kann man unter physiotherapeutischer Anleitung einüben. Auch bei älteren Patienten mit den Erkrankungsstadien I und II ist die Therapie zunächst die gleiche, allerdings sind die Heilungschancen bei ihnen geringer als bei jungen Patienten, deren Knochen sich noch in der Wachstumsphase befinden.

 

Therapie Stadium III und IV

Bei Ausbleiben einer Heilung sowie bei höheren Erkrankungsstadien (Stadien III und IV) wird eine Kniegelenkspiegelung durchgeführt. Dabei führt man je nach Befund eine der folgenden Maßnahmen durch:
  • Anbohrung der erkrankten Knorpel-Knochen-Region zur Förderung der Heilung
  • Entfernung des zerstörten Knorpel-Knochen-Gewebes und Auffüllung des entstandenen Defekts durch körpereigenes Knorpel- und/oder Knochengewebe
  • Wiederanheftung des abgelösten Knorpel-Knochen-Stückchens
  • Entfernung eines frei im Gelenk liegenden Knorpel-Knochen-Stückchens

 

Intensive Physiotherapie

An die Operation schließt sich eine Nachbehandlungsphase an. Während dieser Zeit wird die zunehmende Belastung des operierten Kniegelenks unter physiotherapeutischer Anleitung eingeübt. Zudem dient die Physiotherapie der Kräftigung der Muskulatur, die das Kniegelenk stabilisiert.

Top

Zur Übersicht
Erkrankungen von
Knie und Unterschenkel

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas