Qualitätssicherung im Rettungswesen

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Inhaltsübersicht:
Qualität im Rettungsdienst, was heisst das? ISO-Zertifizierungen im Rettungsdienst QM-Umsetzung im Rettungsdienst
Synergismen und Erwartungen Zertifiziert und vergessen? Bessere Zahlen durch QM?
Wer kann Qualität bezahlen?

Befindlichkeiten: QM-Umsetzung im Rettungsdienst

ISO-9000-Zertifizierungen im Rettungsdienst gelten als Zauberwort. Nicht selten steht hier die Kosteneffizienz im Mittelpunkt der Betrachtungen. Quality-Management-Konzepte können sehr wohl qualitative Sicherungsaspekte beinhalten, ohne einem sparsamen Umgang mit finanziellen Ressourcen zu widersprechen. Anhand einiger umgesetzter QM-Maßnahmen lassen sich Schnittstellen zwischen Qualitäts- und Kostenaspekten gut erkennen.

Vergleicht man die Erfolge im Bereich der ambulanten Krankenpflege mit den bislang vorliegenden Erfahrungen bei der QM-Umsetzung im Rettungsdienst, stößt man auf einige ganz erstaunliche Differenzen. So werden die positiven Auswirkungen der Zertifizierung durch die Mitarbeiter im Pflegebereich viel stärker wahrgenommen als von Mitarbeitern im Rettungsdienst. Dementsprechend hoch ist der Identifikationsgrad der Mitarbeiter mit den aufgestellten QM-Leitlinien im Pflegedienst.

Ursache hierfür ist in erster Linie eine intensivere Kommunikationsstruktur zwischen Leitung und Mitarbeiter. Ohne ständige Kommunikation und Absprache untereinander ist Pflegemanagement und selbst die gewöhnliche Pflegeplanung gar nicht denkbar. Aus dieser Notwendigkeit zur Kommunikation ergibt sich ein hohes Maß an Arbeitstransparenz, obwohl die Mitarbeiter der häuslichen Krankenpflege, ebenso wie Mitarbeiter des Rettungsdienstes, alleine, eigenverantwortlich und ohne eine unmittelbare Form der Leistungsbeaufsichtigung arbeiten.

Im Rettungsdienst sind die auf jeden Mitarbeiter zukommenden Leistungserwartungen nicht vorab festgelegt. Die Mitarbeiter sind gezwungen harmonisch im Team zu arbeiten und bei Bedarf schnell zu improvisieren. Zusammen mit dem häufig anzutreffenden Umstand, daß die einzelnen Wachen keine direkte örtliche Anbindung an den Sitz der Leitung haben, ergibt sich hieraus ein in sich gefestigter Zusammenhalt von Mitarbeitern, die jede Einmischung in ihre Angelegenheiten als störend wahrnehmen und stetig betonen, daß die erbrachten Leistungen von keiner Seite verstanden oder gewürdigt werden. Langjährige Rettungsdienstmitarbeiter entwickeln aus der losgelösten Autarkie ihres Arbeitsplatzes besondere charakterliche Stärken, die als Schutzmauer fungieren. Um tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen, bedarf es eines hohen Masses an Überzeugungskraft, denn erst wenn solche Meinungsführer für ein Projekt gewonnen werden können, wird eine Umsetzung überhaupt möglich.

Für die Planung von QM im Rettungsdienst bedeutet dies ganz klar, daß die "Opinion-Leader" der einzelnen Wachen von vornherein in die Planungsgruppe zu integrieren sind. Einmal in Gang gesetzte QM-Projekte lassen sich nicht wegen innerbetrieblicher Widerstände vorübergehend stilllegen. Untersuchungen hierüber belegen, daß einmal unterbrochene Projekte nicht wieder aufgenommen werden.

In den wenigen Wachen, die alle Störfaktoren in der Planungsphase korrekt eingeschätzt haben, gibt es heute nicht nur ein Qualitätszertifikat, sondern auch Mitarbeiter die sich in den festgelegten Arbeits- und Entscheidungsprozessen wohl fühlen und so eine verbesserte Arbeitsqualität auf allen Betrachtungsebenen zulassen.

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