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Wechseljahre des Mannes - Hormonelle Ursachen

Die "männlichen" Hormone

Hormone sind für den Mann unabdingbar. Sie sind maßgeblich für
  • den Körperbau
  • die Funktionen und den Aufbau der Geschlechtsorgane
  • die Libido (sexuelles Interesse)
  • die Potenz
  • Lebensfreude sowie
  • Stimm- und Bartentwicklung, Schambehaarung (sekundäre Geschlechtsmerkmale).

Verantwortlich für die Andropause ist eine Abnahme der Produktion mehrerer Hormone, besonders der Sexualhormone des Mannes (Androgene) und der Wachstumshormone (STH). Außerdem besteht ein Zusammenhang mit den Östrogenen, die auch in der Behandlung der Beschwerden bei den Wechseljahren der Frau eingesetzt werden.

 

Testosteron wichtigstes Sexualhormon des Mannes

Das wichtigste Sexualhormon beim Mann ist das Testosteron. Dieses wird zu 95 Prozent in den Hoden und zu 5 Prozent in den Nebennieren hergestellt. Auslöser für diesen Prozess sind Signale des Zwischenhirns (Hypothalamus), welche die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) zur Ausschüttung von Hormonen anregen. Diese bewirken hauptsächlich in bestimmten Zellen der Hoden - den so genannten Leydig-Zwischenzellen - die Freisetzung von Testosteron.

 

Testosteron nimmt mit zunehmendem Alter langsam ab

Anders als bei den Frauen bricht die Produktion der männlichen Hormone, der Androgene nicht einfach ab. Ab etwa dem 40. Lebensjahr sinkt die Produktion beim "normalen" Mann um jährlich etwa ein bis zwei Prozent. Ein 70jähriger hat durchschnittlich 2/3 niedrigere Testosteronwerte, als ein junger Mann. Das Hormontief entwickelt sich langsam. Wie auch bei den Frauen gibt es individuelle Unterschiede, ob und wie stark ein Mann von den Auswirkungen der Andropause betroffen ist.

 

Normwerte

Normwerte oder Referenzbereiche sind eine Richtschnur. Im Einzelfall sind neben den reinen Testwerten auch weitere Symptome maßgeblich, um eine Behandlung einzuleiten.

Testosteron liegt zu 98 Prozent in gebundener Form vor. Maßgeblich ist vielfach das freie Testosteron, dass sich anhand einer Formel errechnen läßt.

 

Normwerte für das Gesamt-Testosteron sind:

  • Männer: 3 bis 10 ng/ml (oder: 10,4 - 34,7 nmol/l)
  • Jungen vor der Pubertät: unter 0,14 ng/ml (oder: unter 0,49 nmol/l)

 

Die verschiedenen Maßeinheiten können leicht zur Verwirrung führen. Es ist aber ganz leicht, einen Wert einer Maßeinheit in die andere Maßeinheit umzurechnen:

  • ng/ml X 3,47 = nmol/l
  • nmol/l X 0,29 = ng/ml

 

 

Erst wenn der Wert unter den Normbereich sinkt, gilt er als behandlungsbedürftig, wobei immer auch noch andere Faktoren, z.B. Beschwerden berücksichtigt werden sollten. Die Normwerte können individuell sehr unterschiedlich sein. Manche Männer haben in jungen Jahren einen sehr hohen Testosteronspiegel. Hier können sich Beschwerden durch Hormonmangel schon zeigen, wenn die Werte stark abfallen, auch wenn der Hormonspiegel nicht unter den Normwert sinkt. Die Veröffentlichungen über die Behandlungsbedürftigkeit sind hier sehr unterschiedlich. Wissenschaftler sprechen derzeit von 5 bis 10 Prozent der Männer als Betroffenen.

 

Ursachen sinkender Hormonwerte

Die Bildung der Androgene wird durch viele Faktoren beeinflusst. Sinkende Androgenspiegel können u.a. mit verursacht werden durch:

 

Östrogene

Aus den Androgenen bildet der männliche Körper auch Östrogene. Diese als "Frauenhormon" bekannten Hormone wirken durchblutungs- und wachstumsfördernd. Zusätzlich wirken sie günstig auf den Fettstoffwechsel. Einige Veröffentlichungen geben Hinweise, dass die männlichen Wechseljahre stärker von der Östrogenproduktion abhängig seien als bisher angenommen.

 

Wachstumshormone (STH)

Ein weiterer Auslöser der Andropause ist die sinkende Produktion von Wachstumshormonen STH, das veraltet auch noch GH abgekürzt wird. STH ist ein Effektorhormon aus der Hypophyse. Die Produktion sinkt zwischen dem 25. Und 65. Lebensjahr auf etwa ein Drittel bis ein Viertel des ursprünglichen Wertes ab. Als gesichert gilt derzeit ein enger Zusammenhang dieses Rückganges mit der Schlafqualität. Hierzu wird zur Zeit versucht, über eine Verbesserung des Schlafes eine Erhöhung der Produktion und damit eine Besserung der Ursachen für Altersbeschwerden zu erreichen.

 

DHEA (Dehydroepiandrosteron)

Bei DHEA oder Dehydroepiandrosteron handelt es sich um ein Sexualhormon. Es wird oft auch als Stressabwehrhormon bezeichnet. DHEA wird in der Nebennierenrinde produziert und als Vorstufe des Testosteron betrachtet. Nach neuen Erkenntnissen wird vermutet, dass es vom Körper vorwiegend in Östrogen umgewandelt wird.

 

Melatonin

Melatonin ist ein in der Zirbeldrüse hergestelltes Hormon. Die Herstellung wird altersbedingt reduziert. Man vermutet eine Beteiligung an der Andropause des Mannes. Ob eine Therapie mit Melatonin den Altersprozess verlangsamt, wird kontrovers diskutiert.

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