MedizInfo®Klinikbewertungen
Klinikdatenbank mit individuellen Erfahrungsberichten
Geben Sie jetzt Ihre Klinik-Bewertung ab!

Endokrinologie

Bücher zum Thema aussuchenBücherliste: Endokrinologie

Anatomie und Physiologie
Bauchspeicheldrüse und Diabetes
Erkrankungen von Hypothalamus und Hypophyse
Hormonübersicht
Nebennierenerkrankungen
Schilddrüsenserkrankungen
Stoffwechsel und Stoffwechselstörungen
Wechseljahre des Mannes
Wechseljahre der Frau

Schilddrüsenmalignom
 

Schilddrüsenmalignom
im Internet

Bücher zum Thema aussuchenBücherliste: Schilddrüse

 

 
Kurzinfo: Bösartige Schilddrüsentumore zählen zu den seltenen Tumorerkrankungen. Von allen Krebserkrankungen machen sie nur etwa 0,5 bis 1 Prozent aus.
Symptome Verdacht besteht bei schnell wachsenden einzelnen Knoten und schnellwachsenden Struma. Begleitend können Gewichtsverlust, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Heiserkeit, Schluckbeschwerden auftreten.
Therapie Operation, meistens vollständige Thyreoidektomie, Radiojodbehandlung, Chemotherapie, Strahlentherapie, lebenslange Hormonsubstitution.
Inhaltsübersicht:
Häufigkeit und Ursachen
Symptome

Diagnostik
Therapie und Prognose
Top
Häufigkeit und Ursachen
Tumore der Schilddrüse sind sehr selten.
Regelkreis für die Schilddrüsenhormone T3 und T4.
Bösartige Schilddrüsentumore zählen zu den seltenen Tumorerkrankungen. Von allen Krebserkrankungen machen sie nur etwa 0,5 bis 1 Prozent aus. 90 Prozent der Schilddrüsentumore gehen von den Thyreozyten, den Schilddrüsenzellen, oder von den C-Zellen aus. Das C-Zellenkarzinom kommt bei 20% der Patienten familiär gehäuft vor. Frauen sind häufiger betroffen, als Männer. Meistens entstehen die Tumore im Alter zwischen 40 und 65.

Ursache für die Entstehung von Schilddrüsenmalignomen ist u. a. die über einen langen Zeitraum erhöhte Einwirkung von TSH. Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Schilddrüsenkarzinomen spielt auch die Röntgenstrahlung, der sich ein Betroffener in jungem Jahren im Kopf- oder Halsbereich aussetzen mußte. Schilddrüsenmalignome kommen auch als Metastasen anderer Tumorerkrankungen vor. Deshalb ist bei unklaren Befunden immer an ein Primärkarzinom zu denken. Am häufigsten sind Lungenkrebs, Brustkrebs, Magenkrebs, Malignes Melanom und Hypernephrom (Krebserkrankung der Nieren).

 

Top
Symptome

Verdacht bei schnellem Wachstum von Knoten. Bei schnell wachsenden einzelnen Knoten und schnellwachsenden Struma ist der Verdacht auf ein Schilddrüsenmalignom besonders groß. Die Schilddrüse fühlt sich knotig und derb an und läßt sich nicht gut verschieben.

 

Bei aggressiven Tumoren begleitende Beschwerden. Begleitend können Gewichtsverlust, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Heiserkeit, Schluckbeschwerden auftreten. Schmerzen strahlen vom Hals in die Ohren aus. Diese Symptomatik zeigt sich bei aggressiven Tumorformen.

 

Top
Diagnostik
Der Tumor wird bei einer Sonografie sichtbar. Die Sonographie hat in der Tumordiagnostik einen großen Stellenwert. Bösartige Tumore können anhand ihres Echoverhaltens sehr gut diagnostiziert werden. Bei dringendem Verdacht auf einen radiojodspeichernden Tumor sollte auch eine Szintigraphie mit Jodisotopen durchgeführt werden. Um Knotengewebe beurteilen zu können, wird oft auch eine Gewebeentnahme mit einer feinen Nadel durchgeführt. Das muß sehr vorsichtig geschehen und sollte zur Sicherheit immer gleichzeitig mit einer Ultraschallkontrolle durchgeführt werden.

 

Verschiedene Verfahren werden angewandt. Jede einzelne dieser Methoden und auch der Tastbefund kann einen Tumor finden. Allerdings ist die Sicherheit, mit der man von einer bösartigen Entwicklung sprechen kann, nicht für alle Methoden gleich. Deshalb werden zur Abklärung meistens mehrere Verfahren angewandt.

 

Top
Therapie und Prognose
An erster Stelle steht eine Operation. Die Primärtherapie besteht immer aus einem chirurgischen Eingriff, um das bösartig erkrankte Tumorgewebe zu entfernen. Dabei gilt die Regel: so radikal wie nötig und so schonend wie möglich. Meistens wird, bis auf wenige Ausnahmen, eine vollständige Thyreoidektomie durchgeführt. Bei einigen Tumorformen ist es auch erforderlich, daß gesundes Schilddrüsengewebe mit entfernt wird.

 

Nach der Operation kommt die Radiojodbehandlung. Im Anschluß an die Therapie wird immer eine Radiojodbehandlung durchgeführt. Das ist notwendig, damit mikroskopisch kleine Restgewebe, die bei der Operation nicht entfernt wurden, ebenfalls zerstört werden. Auch eventuell auftretende jodspeichernde Metastasen außerhalb der Schilddrüse werden so behandelt.

 

Lebenslanger Hormonersatz ist notwendig. Die medikamentöse Therapie besteht in einer lebenslangen Substitution von Schilddrüsenhormonen. Sie muß grundsätzlich bei allen Betroffenen durchgeführt werden. Betroffene, bei denen weiterhin wachsende Malignome bestehen, müssen mit Zytostatika, Strahlen- und Chemotherapie behandelt werden. Die Anwendung hängt von der Art des Tumors ab.

 

Bei begrenzten Tumoren ist fast immer eine vollständige Heilung möglich. Der Verlauf hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. Lebensalter, Geschlecht, Tumortyp und Tumorstadium. Differenzierte Karzinome wachsen nur langsam. Bei schwangeren Frauen verhält sich der Tumor ebenso, deshalb kann man mit der Therapie warten, bis die Geburt stattgefunden hat. Ist der Tumor auf die Schilddrüse begrenzt, ist praktisch immer eine Heilung möglich. Nur, wenn sich der Tumor ausbreitet, ist die Lebenserwartung begrenzt.

Top

Zur Übersicht:
Schilddrüsenerkrankungen

 


Mediz.Info®Homepage
Zur Homepage

Zur Startseite
Endokrinologie

MedizInfo®Shop