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Alzheimer und Demenz

World Alzheimer Congress 2000 World Alzheimer Congress 2000, July 9 - 18
Antioxidantien-haltige Gemüse können vor Alzheimer und anderen Demenz-Erkrankungen schützen
Washington, 11. Juli 2000 - edl. Neue Studienergebnisse lassen vermuten, dass eine gemüsehaltige, Vitamin E- und Vitamin C-reiche Ernährung mit einem geringeren Risiko für eine Demenz oder Alzheimer-Erkrankung einhergeht. Das wurde heute auf dem internationalen Alzheimer-Kongress in Washington vorgestellt.

 

Dr. med. Marianne J. Engelhart und ihre Mitarbeiter am Erasmus Medical Center Rotterdam, Niederlande, haben in den Jahren zwischen 1990 und 1993 Daten zu den Ernährungsgewohnheiten von 5.395 demenzfreien Männern und Frauen im Alter von 55 Jahren und älter erhoben. Die Teilnehmer wurden zwischen 1993-1994 und 1997-1999 wiederholt untersucht. Außerdem sind alle Demenz-Erkrankungen und Sterbefälle genau dokumentiert worden. Alle Studienteilnehmer füllten Fragebögen zu ihren Ernährungsgewohnheiten aus und wurden zusätzlich von Ernährungsberatern befragt. Während des Nachbeobachtungszeitraums von sechs Jahren erkrankten insgesamt 146 Teilnehmer an Alzheimer und weitere 29 an vaskulärer Demenz.

 

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Studienteilnehmer, die keine Form von Demenz entwickelten, im Durchschnitt höhere Mengen Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E und Gemüse zu sich nahmen als diejenigen, bei denen eine Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert wurde. Gleichzeitig konnte jedoch kein Zusammenhang zwischen einem Demenz-Risiko und dem Verzehr von sekundären Pflanzenstoffen oder Obst beobachtet werden.

 

Die Studienautoren wiesen auch darauf hin, dass eine familiäre Vorbelastung oder das Vorhandensein des genetischen Markers ApoE4 die Ergebnisse der Untersuchung nicht beeinflussten. Der Nachweis von ApoE4 wird gemeinhin al5 Risikofaktor für Alzheimer angesehen.

 

Allerdings räumten die Wissenschaftler ein, dass auch andere Faktoren die Entwicklung einer Demenz fördern. ,,Das Alter ist einer der größten Risikofaktoren," sagte Engelhart, Mitglied des Instituts für Epidemiologie und Biostatistik am Erasmus Medical Center. ,,Die Teilnehmer, die im Verlauf der Beobachtung an Demenz erkrankten, waren zu Beginn der Studie älter als diejenigen, die ohne Beschwerden blieben. Außerdem rauchten etwa 23 Prozent der Teilnehmer bei Studienbeginn, weitere 43 Prozent waren ehemalige Raucher. Auch ein Vergleich weiterer möglicher Risikofaktoren zeigte wies auf keine Veränderung der Studienergebnisse hin.

 

,,Diese Studie zeigt einen interessanten Zusammenhang zwischen Antioxidantien und Demenz," sagt Dr. Bill Thies, stellvertretender Vorsitzender des medizinisch-wissenschaftlichen Bereichs der amerikanischen Alzheimer's Association. ,,Weitere Untersuchungen müssen nun folgen, bevor eine Empfehlung für die Zufuhr von Antioxidantien zum Schutz vor Alzheimer und vaskulärer Demenz gegeben werden kann. Eine ausgewogene und gemüsehaltige Ernährung hat aber auch darüber hinaus viele gesundheitliche Vorteile."

 

Die AIzheimer's Association (USA) übernahm die Leitung der weltweit größten internationalen Alzheimer Konferenz, World AIzheimer Kongress 2000. Erstmalig trafen sich führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Alzheimer Forschung für zehn Tage, um durch den Austausch von Forschungsergebnissen und Therapieerfahrungen für eine verbesserte Lebenssituation der Alzheimer Patienten zu sorgen. Dieses einmalige Treffen von Forschern, Experten im Gesundheitswesen und anderen Spezialisten ist der Zusammenarbeit der Alzheimer' Association (USA), Alzheimer's Disease International und der Alzheimer Society of Canada zu verdanken.

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