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Alzheimer und Demenz

World Alzheimer Congress 2000 World Alzheimer Congress 2000, July 9 - 18
Eine fetthaltige Ernährung im frühen Erwachsenenalter kann das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung erhöhen
Washington, 12. Juli 2000 - edl. Eine sehr fettreiche Ernährung im frühen und mittleren Erwachsenenalter kann mit einem erhöhten Alzheimerrisiko korreliert werden, besonders bei Trägern des ApoE-E4 Markers. Dies stellten heute Forscher der Case Western Reserve University School of Medicine und der University Hospitals of Cleveland auf dem Alzheimer Weltkongress 2000 in Washington fest.

 

In einer retrospektiven Analyse, in der die Nahrung von 304 Männern und Frauen untersucht wurde (72 mit, 232 Menschen ohne Alzheimer-Erkrankung), fanden Grace Petot und ihr Team heraus, dass Menschen mit dem ApoE-E4 Allel, die zudem eine sehr fettreiche Nahrung einnahmen, einem siebenfach höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt waren als Menschen mit dem gleichen Marker, die aber eine fettärmere Nahrung zu sich nahmen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag über 70 Jahren.

 

ApoE- E4 steht für Apolipoprotein E, ein Schlüsselprotein, das am Transport und der Verarbeitung von Cholesterin beteiligt ist. Es gibt drei Formen: g2, E 3 und E4. Frühere Untersuchungen haben schon gezeigt, dass zwischen der E 4-Form und der Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung ein Zusammenhang besteht.

 

,,Wir wissen, dass sich die Ernährungsweise der Menschen sich mit der Zeit ändert; insbesondere scheint die Gesamtzufuhr an Fett sowie an gesättigtem Fett bei Menschen zwischen 40 und 60 Jahren zuzunehmen," sagt Petot, emeritierte außerordentliche Professorin für Ernährung an der Case Western Reserve University School of Medicine. ,,In unserer Studie fanden wir heraus, dass Menschen zwischen 40 und 59 Jahren mit dem ApoE- E 4 Allel, die mehr als 40 Prozent ihrer Nahrungskalorien in Fett-Form aufnahmen, ein 29mal höheres Risiko hatten, Alzheimer zu entwickeln, als fettreiche Esser, die keine E 4 Allel hatten. Dagegen hatten Träger des Markers, die weniger als 35 Prozent ihrer Kalorien als Fett aufnahmen, ein vierfach erhöhtes Erkrankungsrisiko verglichen mit Personen ohne E4, die sich fettärmer ernährten.

 

ApoE- E 4 Träger mit 60 Jahren und älter, die sich fettreich ernährten, hatten ein zwölfmal höheres Erkrankungsrisiko als solche, die fettreiche Nahrung verzehrten und kein ApoE- E4 Allel aufwiesen. In der Altersgruppe der 20-39jährigen wiederum erhöhte sich das Risiko bei Trägern des ApoE- E 4 Allels, die mehr als 40 Prozent ihrer Nahrungskalorien in Form von Fett aufnahmen um beinahe 23 Prozent, verglichen mit Personen ohne ApoE-E4, die sich fettreich ernährten. Dies scheint gut zu der Theorie zu passen, dass die Faktoren, die die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung beeinflussen, sich bereits frühzeitig manifestieren", meint Petot.

 

Dr. Bill Thies, Vizepräsident der klinischen und wissenschaftlichen Abteilung der Alzheimer's Association (USA) stimmt dem zu. ,,Lange Zeit wurde an der Hypothese festgehalten, dass bereits frühe Lebenserfahrungen die Entstehung von Alzheimer beeinflussen", sagt Thies. ,,Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist essentiell für die Erhaltung der Gesundheit und ist sowohl für Menschen mit Alzheimer als auch für die Betreuer von Vorteil."

 

Die Kontrollgruppe habe auch mehr Antioxidantien zu sich genommen, die möglicherweise einen schützenden Effekt hatten, fügte sie hinzu. Fett ist möglicherweise dem Oxidationsprozess unterworfen, der wiederum zur Formierung schädigender Chemikalien, sogenannter freier Sauerstoffradikale, führt, die das Gewebe schädigen können. Antioxidantive Nährungsstoffe und andere chemische Stoffe wie Flavonoide und Carotenoide, können als Schutz gegen diese molekularen Flammenwerfer wirken.

 

,,Was uns diese Studie beweist ist, dass wir uns noch viel genauer mit den menschlichen Gewohnheiten beschäftigen müssen; insbesondere seit wir den Zusammenhang zwischen Fettverzehr in frühem Lebensalter und späterer Alzheimer-Erkrankung kennen", sagt Petot. ,,Die Verbindung zwischen den Genen und dem Alzheimer-Risiko durch eine bestimmte Ernährung legt nahe, dass Gentests möglicherweise bei der Entscheidung für einen bestimmten Lebensstil helfen könnten" fasst Friedland zusammen, außerordentlicher Professor für Neurologie an der Case Western Reserve University School of Medicine.

 

Die AIzheimer's Association (USA) übernahm die Leitung der weltweit größten internationalen Alzheimer Konferenz, World AIzheimer Kongress 2000. Erstmalig trafen sich führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Alzheimer Forschung für zehn Tage, um durch den Austausch von Forschungsergebnissen und Therapieerfahrungen für eine verbesserte Lebenssituation der Alzheimer Patienten zu sorgen. Dieses einmalige Treffen von Forschern, Experten im Gesundheitswesen und anderen Spezialisten ist der Zusammenarbeit der Alzheimer' Association (USA), Alzheimer's Disease International und der Alzheimer Society of Canada zu verdanken.

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