Qualitätssicherung in der Medizin
1.0 Einleitung (hier) 2.0 Qualität 3.0 Qualitätssicherung
4.0 Ursachen und Gründe 5.0 Systemaufbau 6.0 Europäische Ansätze
7.0 Perspektiven 8.0 Einführung eines QS-Systems 9.0 Historischer Abriß
10.0 Literatur

1.0 Einleitung

Vorfälle wie der "Erlanger Fall", der "Eppendorfer Strahlen-Skandal" oder der "Herzklappen-Skandal" bildeten in den vergangenen Jahren den Auslöser für zahlreiche, zumeist öffentlich geführte Diskussionen zu den Themen

  • ärztliche Weiterbildung,
  • ärztliche Behandlungsfehler
  • finanzielle Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Mehr und mehr rückten Überlegungen zur Qualität und Effizienz der medizinischen Versorgung daher in den Mittelpunkt sozial- und wirtschaftspolitischen Denkens, was sich letztendlich in einer Änderung der Gesetzgebung niederschlug:

Mit Inkrafttreten des Gesundheitsstrukturgesetzes vom 1.1.1993 wurde die Qualitätssicherung als unverzichtbarer Bestandteil der ärztlichen Versorgung rechtsbindend festgelegt (9. Abschnitt SGB V, §§135-139). Zur Qualitätssicherung in der stationären Versorgung verlautet §137 (Auszug):

"Die nach §108 zugelassenen Krankenhäuser sowie die Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, mit denen ein Vertrag nach §111 besteht, sind verpflichtet, sich an Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu beteiligen. Die Maßnahmen sind auf die Qualität der Behandlung, der Versorgungsabläufe und der Behandlungsergebnisse zu erstrecken. Sie sind so zu gestalten, daß vergleichende Prüfungen ermöglicht werden. ...".

Für die Ärzteschaft ist die Verpflichtung zur Qualität an sich nichts neues, erste schriftliche Überlieferungen gehen zurück auf die Gesetzgebung des Hammurabi von Babylon (ca. 2000 v. Chr.). Qualitätssicherung ist mithin seit jeher als eine der medizinischen Versorgung immanente Pflichtaufgabe aufgefaßt worden, wobei diese - nach ärztlichem Verständnis - in erster Linie auf eine gute Patientenversorgung unter Berücksichtigung des medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritts abzielt. Diesem Leitmotiv sind Effizienzdenken, forensische Absicherung und sozialpolitische Überlegungen untergeordnet.

Dennoch existieren erst wenige praktikable Lösungsansätze zu einem Qualitätsmanagement an deutschen Krankenhäusern, die den erforderlichen Bedingungen - Belegbarkeit, Kontrollierbarkeit, Vergleichbarkeit - Rechnung tragen.

Ursache für die bislang zögerliche Entwicklung der Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung sind

  • der erforderliche Mehraufwand an finanzieller Unterstützung und Personal (komplexes Unterfangen)
  • Mangel an Standards, Normen, Bewertungskriterien, Indikatoren für Qualität.

Nachdem die Leistungsträger prinzipiell eine Bereitschaft zu Aufwandsentschädigungen für qualitätssichernde Maßnahmen signalisiert haben und die Förderung von Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Qualitätssicherung auch durch die Bundesärztekammer, den Bundesgesundheitsminister und das Bundesministerium für Forschung und Technik Unterstützung findet, ist es jetzt an der Zeit, maßgebliche Weichenstellungen zur Einrichtung einer flächendeckenden, strukturierten Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung vorzunehmen.

Von besonders hoher Priorität ist die Etablierung eines funktionsfähigen Qualitätswesens an den Universitätskliniken, begründet durch deren Reputation und Vorbildfunktion für das Gesundheitswesen.

Im Vorfelde konzeptueller Überlegungen zu QS-Maßnahmen an der Medizinischen Universität zu Lübeck sollten die Grundlagen der Qualitätssicherung im medizinischen Bereich - Historie, Ursachen, Ziele, Objektive, rechtliche Bestimmungen, Organisation - einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

Ziel des vorliegenden Skriptes ist

1. Die "Bewußtmachung" von Qualitätsproblemen in der Medizin

2. Die Interessensförderung zu aktiver Mitgestaltung des Qualitätswesens.

Das Skript entstand in Anlehnung an einen Vortrag des Autors zum Thema "Qualitätssicherung" an der Medizinischen Universität zu Lübeck vom 29.6.1994.


1.0 Einleitung (hier) 2.0 Qualität 3.0 Qualitätssicherung
4.0 Ursachen und Gründe 5.0 Systemaufbau 6.0 Europäische Ansätze
7.0 Perspektiven 8.0 Einführung eines QS-Systems 9.0 Historischer Abriß
10.0 Literatur

 

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