| Qualitätssicherung in der Medizin |
4.0 Ursachen und Gründe
Die zunehmende Bedeutung der Qualität ärztlichen Handelns in
Deutschland und das Vorrücken entsprechender Aspekte und Fragestellungen in den
Brennpunkt des öffentlichen Interesses läßt sich allein anhand zahlreicher
Diskussionsbeiträge jüngerer Zeit leicht veranschaulichen.
Turbulente Veränderungen im Gesundheitswesen der letzten Jahre
tragen ein Übriges dazu bei, den Fragen zur Beurteilung von Qualität, Effektivität und
Effizienz der medizinischen Versorgung einen neuen Stellenwert zubilligen zu müssen.
Wurde Qualitätssicherung in der Medizin noch in den 80er Jahren generell als
wünschenswerte, jedoch elektive Option betrachtet, wird vor dem Hintergrund einer
geänderten Gesetzgebung nunmehr der Anspruch auf stringente Erfüllung erhoben.
Als hauptsächliche Gründe für die Etablierung von
Qualitätssicherungsprogrammen lassen sich anführen:
1. - Geändertes Patientenverhalten (Turbulenzen):
Steigende Erwartungen hinsichtlich Güte der Betreuung und
Modernität angewandter Verfahren (Rotablation, IVF)
Zunahme juristischer Inanspruchnahme (Behandlungsfehler)
Abnehmendes Vertrauen in die ärztliche Behandlung
(../images/imagewandel)
2. - Wirtschaftliche Faktoren:
Krankenhaus-Finanzierungsgesetz, Fallpauschalen
Zunehmender Wettbewerbsdruck (Privatisierung)
3. - Immer rascher wachsender Kenntnisstand:
Kurze Innovationszeiten bei Generationswechseln in der apparativen
Medizin (Bildgebende Verfahren)
Zunahme des Leistungsangebotes (Minimal Invasive Techniken)
4. - Geänderte Gesetzeslage:
Zunehmende Nachweisforderungen (SGB V bzw. GSG)
Verschärfte Haftungsrichtlinien
Richtlinien der ärztlichen Standesvertretungen und -organisationen
Dieser beobachtete Wandel im Gesundheitswesen in allen Bereichen
erfordert zwingend strukturelle und inhaltliche Reaktionen seitens der
Versorgungsanbieter.
Als grundlegende Voraussetzungen, erhöhte Qualität bei
gleichzeitiger Reduktion der Kosten anzubieten, lassen sich an ein
Qualitätssicherungssystem die folgenden (An-)Forderungen formulieren:
- Präventive Ausrichtung, i.e. frühzeitige Erfassung
möglicher Fehlerquellen und deren Beseitigung (Minimierung unerwünschter Folgen und
deren Kosten)
- Transversales und longitudinales Qualitätsdenken, i.e. auf
allen Ebenen (funktionsübergreifend) und in allen Phasen aktiv
- Motivation des Personals
- Verbesserte Kommunikation zwischen den einzelnen Bereichen
- Eigenverantwortung, i.e. Qualitätsverantwortung des
Ausführenden
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