Rheuma

MedizInfo®: Rheumatologie
Rheumakliniken

Anatomie der Gelenke
Rheuma-Medikamente
Physiotherapie

Arthritis - Gelenkentzündungen
Ernährung bei Rheumatoider Arthritis
Arthrose
Hüftgelenksarthrose
Fibromyalgiesyndrom

Gicht
Kollagenosen
Lupus erythematodes
Osteoporose
Sklerodermie
Vaskulitiden

Für die Ernährung bei Gicht:
Lebensmitteltabellen für Purine und Harnsäure

Immunsuppressives Basistherapeutikum: Leflunomid

Kurzinfo:

Immunsuppressivum, Pyrimidin-Synthese-Hemmer

Indikation:

Rheumatoide Arthritis

Wirkung

Entzündungshemmend und antiproliferativ (hemmt übersteigerte Gewebsvermehrung), immunsuppressiv (unterdrückt die Abwehrkräfte)

Anwendung:

Einnahme in Form von Tabletten

Mögliche Nebenwirkungen

Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, Hautrötungen, leichter Blutdruckanstieg, Leberfunktionsstörungen

Gegenanzeigen

Schwere Immundefekte, Störungen der Blutbildung, Einschränkung der Knochenmarksfunktion, schwere Infekte, eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion, Schwangerschaft, Stillzeit, Frauen in gebärfähigem Alter ohne Empfängnisschutz, Männer mit Zeugungswunsch, Alter unter 18 Jahre

Inhaltsübersicht:
Wirkmechanismus
Mögliche Nebenwirkungen
Kontraindikationen

Top

Wirkmechanismus

Der Eiweißbaustein Pyrimidin wird blockiert.

Der Wirkstoff Leflunomid ist ein Pyrimidin-Synthese-Hemmer. Es hemmt ein Enzym, das Dihydroorotat-Dehydrogenase heißt. Dieses Enzym wird zur Herstellung eines DNA - Teiles in den Lymphozyten gebraucht. Dieser DNA Teil ist das Pyrimidin-Nukleotid. Ohne das Pyrimidin-Nukleotid, das ein sehr wichtiger Baustein in einem Lymphozyten ist, kann der Lymphozyt nicht entstehen. Der Wirkstoff Leflunomid unterdrückt auf diese Weise die Lymphozytenneubildung und wirkt so einem übermäßigen Entstehen dieser Abwehrzellen entgegen. Weil die Lymphozyten maßgeblich an der Entstehung einer Entzündungsreaktion beteiligt sind, wirkt Leflunomid entzündungshemmend.

 

Die Wirkung ist entzündungshemmend und antiproliferativ.

Neben dieser wichtigen entzündungshemmenden Wirkung verhindert Leflunomid auch die übersteigerte Neubildung von Gewebe. Diese Wirkung wird auch als antiproliferativ bezeichnet. Auf diese Weise werden Wucherungen, die in den Knorpel und Knochen eindringen können, verhindert oder zumindest stark eingedämmt. Eine Zerstörung der Gelenke wird so vermieden.

 

Wirkeintritt nach 2 bis 3 Wochen.

Leflunomid ist ein langwirksames Antirheumatikum. Es wirkt nicht sofort, ist aber immer noch im Vergleich zu anderen langwirksamen Antirheumatika wesentlich schneller. Eine Verbesserung der Beschwerden wird nach ca. 2 bis 3 Wochen erwartet. In einigen Fällen kann es sogar schon nach ein paar Tagen zu einer Besserung kommen.

 

Dosierung zuerst höher.

Die Einnahme des Wirkstoffes erfolgt in den ersten Tagen mit einer höheren Dosis (100 mg/Tag). So wird ein entsprechender Wirkstoffspiegel im Blut erreicht. Danach kann auf eine Erhaltungsdosis (10 bis 20 mg/Tag) zurückgegangen werden.

 

Nach dem Essen besser verträglich.

Da Leflunomid gut vom Körper aufgenommen wird, kann unabhängig von den Mahlzeiten eine Tablette eingenommen werden. Erfahrungen haben allerdings gezeigt, dass eine Einnahme nach dem Essen eine besonders gute Verträglichkeit erwirkt.

 

Top

Mögliche Nebenwirkungen

Stuhlveränderungen, Durchfall, Übelkeit.

Zu Beginn der Einnahme wird meistens eine Veränderung des Stuhls beobachtet. Der Stuhl kann weicher oder härter sein als sonst. Meistens normalisieren sich diese Veränderungen aber nach kurzer Zeit wieder. Möglich sind vorübergehend Verstopfung, Durchfall und Übelkeit.

 

Vorübergehender leichter Haarausfall.

Ein leichter Haarausfall (Allopezie) kann in seltenen Fällen ebenfalls auftreten. Er bildet sich aber mit Fortdauer der Einnahme oder Dosisreduktion von alleine wieder zurück.

 

Allergien treten selten auf.

Leichte Hautrötungen können bei einigen Betroffenen auftreten, was aber auch selten geschieht. Die Gefahr einer allergischen Reaktion ist bei Leflunomid sehr gering.

 

Leberwerte müssen kontrolliert werden.

Leichte Blutdruckanstiege oder veränderte Leberwerte wurden bei einigen Behandelten beobachtet. Wegen der leberschädigenden Wirkung sollte während der Einnahmephase möglichst auf Alkohol verzichtet werden. Aus diesen Gründen werden während der Therapie regelmäßig Kontrolluntersuchungen vorgenommen, um Veränderungen des Blutbildes früh genug zu erkennen. So kann rechtzeitig eine entsprechende Gegenmaßnahme eingeleitet werden, z. B. in Form einer Dosisreduktion.

 

Häufigere Infekte sind möglich.

Leflunomid unterdrückt die Reaktion des Immunsystems. Diese erwünschte Wirkung kann auch dazu führen, dass es vermehrt zu Infekten kommt. Besonders betroffen sind dabei oft die Atemwege z. B. durch Schnupfen und Erkältung.

 

Top

Kontraindikationen

Immungeschwächte Menschen sollten Leflunomid nicht einnehmen.

Betroffene, die unter einem schweren Immundefekt leiden, wie z.B. HIV-Infizierte, sollten Leflunomid nicht einnehmen. Auch bei allen Erkrankungen, die eine Unterdrückung des Immunsystems zur Folge haben, sollte von einer Behandlung mit Leflunomid abgesehen werden. Der Eingriff in die Abwehrmechanismen des Körpers ist unter dem Einfluss dieses Wirkstoffes sehr groß. Aus diesem Grund ist eine Therapie während starker Infekte, z.B. viraler Grippeinfektionen, auch nicht geeignet. Der Körper würde sich nicht mehr gegen eindringende Antigene (z.B. Bakterien, Viren) in ausreichendem Maße wehren können.

 

Keine Anwendung bei Schwangeren, Stillenden, Kindern und Jugendlichen.

Folgende Menschen sollten nicht Leflunomid behandelt werden:
  • Schwangere dürfen wegen der Gefahr der Missbildung des ungeborenen Kindes (teratogene Wirkung) auf keinen Fall Leflunomid einnehmen.
  • Leflunomid geht in die Muttermilch über und darf deswegen nicht von Stillenden eingenommen werden. Das Immunsystem des Kindes würde sonst Schaden nehmen.
  • Da der Wirkstoff sehr lange im Körper verbleibt, sollten Frauen im gebärfähigen Alter nach der Einnahme noch weitere 2 Jahre einen sicheren Empfängnisschutz betreiben.
  • Aufgrund unzureichender Erfahrungen sollte der Wirkstoff bis zu einem Alter von 18 Jahren nicht angewendet werden.

Top

Zur Übersicht
Rheuma-Medikamente

 

MedizInfo®Klinikbewertungen
Klinikdatenbank mit individuellen Erfahrungsberichten
Geben Sie jetzt Ihre Klinik-Bewertung ab!


Rheumakliniken listen.



MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas