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Krankheitsbild und Diagnostik der Magersucht

Nahrungsverweigerung, exzessiver Sport und Abführmittel führen zur Abmagerung und Mangelversorgung.

Auffälligstes Zeichen der Magersucht (Anorexia nervosa) ist der massive Gewichtsverlust. Obwohl deutlich abgemagert haben die Betroffenen immer noch das Gefühl, zu dick zu sein. Auch wenn sie Hunger haben, essen sie entweder überhaupt nicht, oder nehmen nur geringste Mengen an Nahrung zu sich. Diese Nahrung ist außerdem häufig kalorienarm. Manchmal kommt es zu Heißhungeranfällen. Anschließend wird das Gegessene durch absichtlich herbeigeführtes Erbrechen gleich wieder aus dem Körper entfernt. Um sich für den Essanfall zu bestrafen, kommt es anschließend oft zu noch strengerem Fasten, intensiver sportlicher Betätigung und dem Gebrauch von Abführmitteln. Auffällig ist auch, dass viele von Anorexia nervosa betroffene Frauen und Mädchen ihre Familienmitglieder und Freunde gerne bekochen und mit Nahrung versorgen. Sie selbst jedoch verweigern die Nahrungsaufnahme gänzlich oder essen zumindest erheblich reduzieren.

 

Unruhe, sozialer Rückzug und sexuelles Desinteresse sind häufig.

Es gibt noch einige auffällige Besonderheiten im Verhalten der Betroffenen. Es kommt zu Unruhe und ständiger Betriebsamkeit sowie sozialem Rückzug und Distanzierung, vor allem gegenüber dem anderen Geschlecht. Körperlichen Bedürfnissen, auch sexueller Natur, wird in der Regel nicht nachgegeben. Der soziale Rückzug wird oft damit begründet, dass für Schule, Ausbildung oder Studium sehr viel gelernt werden muss, und oft werden in diesen Bereichen sehr gute Leistungen erzielt.

 

Die Regel bleibt aus, die Genitalien bleiben kindlich.

Wenn die Anorexia nervosa vor dem Einsetzen der Pubertät beginnt, kommt es häufig nicht zu einem Beginn der Regelblutung, und die Brustentwicklung bleibt aus. Bei Jungen bleiben die Genitalien kindlich. Bei erwachsenen Frauen fällt die Regelblutung aus, bei Männern kommt es zu einem Potenzverlust und einem Nachlassen des sexuellen Interesses.

 

Diagnosekriterien:

Um die Diagnose Anorexia nervosa zu stellen, sucht der Arzt nach folgenden Kriterien.
  • Körpergewicht von höchstens 85 Prozent des nach Alter und Größe zu erwartenden Gewichts
  • Körperideal extremer Magerkeit und starke Angst vor Gewichtszunahme ("Gewichtsphobie")
  • Hochgefühl und Stolz bei Nahrungsverweigerung und Gewichtsverlust
  • Körperwahrnehmungsstörungen (Empfindung, selbst bei deutlichem Untergewicht zu dick zu sein)

 

Körperliche Folgeerscheinungen bis hin zum Tod.

Durch die Anorexia nervosa und das dadurch verursachte (häufig extreme) Untergewicht sowie die Mangelernährung treten körperliche Folgeerscheinungen auf, die ärztlicherseits ebenfalls erkannt und behandelt werden müssen, unter anderem:
  • verringerte Körpertemperatur
  • verlangsamte Atmung
  • unregelmäßiger Herzschlag (Herzrhythmusstörungen)
  • verlangsamter Herzschlag
  • erniedrigter Blutdruck
  • Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme)
  • blaue Lippen und Fingerspitzen durch die verringerte Sauerstoffversorgung des nur mangelhaft durchbluteten Gewebes
  • trockene und dünne Haut
  • dünnes und brüchiges Haar, bei extremer Mangelernährung auch Haarausfall
  • Störungen des Elektrolythaushalts

Bei 5 bis 18 Prozent der Betroffenen kommt es durch die massive Mangelernährung zum Tod!

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