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Epilepsie: Neurologische Untersuchung

Die Funktion des Nervensystems wird untersucht.

Bei der neurologischen Untersuchung werden die einzelnen Funktionen des Nervensystems untersucht, um Hinweise auf Erkrankungen zu erhalten, die evtl. epileptische Anfälle auslösen. Zudem lassen einzelne Befunde oder Befundkombinationen Rückschlüsse auf den Ort der Epilepsieentstehung innerhalb des Gehirns zu. Aber auch während der Betreuung von Epilepsiepatienten kann eine regelmäßige Untersuchung sinnvoll sein, um einen Eindruck von Krankheitsverlauf und Therapieerfolg zu bekommen.

 

Die Untersuchung muss  individuell abgestimmt werden.

Der Ablauf und die genauen Inhalte einer neurologischen Untersuchung werden jeweils individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt. Der folgende - schematisch dargestellten Ablauf - dient der Orientierung.

 

Überprüfung von Gang, Stand und Gleichgewicht:

Überprüfung von Gang, Stand und Gleichgewicht:
  • Normaler Stand
  • Normaler Stand mit geschlossenen Augen
  • Einbeinstand (jeweils rechts und links)
  • Einbeinstand (jeweils rechts und links) mit geschlossenen Augen
  • Hüpfen auf einem Bein (jeweils rechts und links)
  • Normales Gehen
  • Normales Gehen mit geschlossenen Augen
  • Auf einer Linie gehen
  • Auf einer Linie mit geschlossenen Augen gehen

 

Überprüfung der Kraft:

Überprüfung der Kraft:
  • Ausstrecken beider Arme bei geschlossenen Augen (dabei wird darauf geachtet, ob ein Arm als Zeichen eines nur gering ausgeprägten Kraftverlustes herabsinkt)
  • Anwinkeln beider Beine im Liegen (dabei wird darauf geachtet, ob ein Bein als Zeichen eines nur gering ausgeprägten Kraftverlustes herabsinkt)
  • Orientierende Überprüfung einzelner Muskelgruppen der Arme, indem der Untersucher seine eigene Kraft den Anstrengungen des Patienten entgegensetzt (der Patient wird zu folgenden Bewegungen aufgefordert: gestreckte Arme abspreizen und anwinkeln, Arme im Ellenbogengelenk beugen und strecken, Hände im Handgelenk beugen und strecken, Finger beugen und strecken, Finger spreizen, Hand nach innen und nach außen drehen)
  • Orientierende Überprüfung einzelner Muskelgruppen der Beine, indem der Untersucher seine eigene Kraft den Anstrengungen des Patienten entgegensetzt (der Patient wird im Liegen zu folgenden Bewegungen aufgefordert: Beine im Hüftgelenk beugen und strecken, Beine im Kniegelenk beugen und strecken, Füße zum Körper hin ziehen und vom Körper weg strecken, Zehen zum Körper hin ziehen und vom Körper weg strecken, Beine zusammenpressen, Beine auseinander drücken)

 

Überprüfung der Sensibilität:

Überprüfung der Sensibilität (Empfindungsfähigkeit):
  • Der Untersucher bestreicht die Haut des Patienten mit den Händen, dabei wird der Patient aufgefordert, "taube" Stellen zu benennen.
  • Der Untersucher setzt eine vibrierende Stimmgabel auf die Fuß- oder Handknöchel des Patienten, dieser soll dann angeben, wie lange er die Vibrationen wahrnimmt.
  • Der Untersucher bewegt die Zehen oder die Finger des Patienten nach oben oder nach unten, der Patient wird aufgefordert, bei geschlossenen Augen die Richtung der Bewegung anzugeben.
  • Der Untersucher "schreibt" mit seinem Finger Zahlen auf die Haut des Patienten, dieser soll die Zahlen mit geschlossenen Augen benennen.
  • Der Untersucher berührt mit einem spitzen oder einem stumpfen Gegenstand die Haut des Patienten, der Patient soll dann bei geschlossenen Augen jeweils angeben, ob der stumpfe oder der spitzen Gegenstand verwendet wurde.

 

Überprüfung der Koordination:

Überprüfung der Koordination:
  • Der Patient wird bei geschlossenen Augen aufgefordert, im Stehen oder im Sitzen beide Arme gerade nach vorn zu strecken. Dann soll er abwechselnd den rechten und auch den linken Zeigefinger ausstrecken und damit seine Nasenspitze berühren.
  • Der liegende Patient wird gebeten, mit der Ferse des einen Fußes die Kniescheibe des anderen Beines zu berühren und anschließend mit der Ferse am Schienbein herunterzufahren. Dieser Test wird ebenfalls für beide Seiten durchgeführt.

 

Überprüfung der Funktion der Hirnnerven:

Überprüfung der Funktion der Hirnnerven:
  • Riechnerv: Erkennung verschiedener Duftstoffe
  • Sehnerv: Überprüfung der Pupillenreaktion auf Licht
  • Augenbewegungsnerven: Blick nach oben, unten, rechts und links
  • "Drillingsnerv" ("Trigeminus"; ist für die Empfindungsfähigkeit des Gesichtshaut sowie für die Steuerung der Kaumuskulatur zuständig): Prüfung der Hautsensibilität im Gesicht durch Bestreichen mit der Hand, Kraftprüfung der Kaumuskulatur durch festes Zusammenbeißen der Zähne
  • Gesichtsnerv: Grimassieren zur Prüfung der Funktion der Gesichtsmuskulatur
  • Hör- und Gleichgewichtsnerv: Überprüfung, ob das Summen einer Stimmgabel oder das Reiben der Fingerspitzen direkt vor dem Ohr gehört wird (Untersuchungen zur Gleichgewichtsprüfung sind weiter oben beschreiben)
  • Rachennerv: Überprüfung des Würgereflexes durch Reizen der Rachenwand mit einem Holzstäbchen
  • "Zusätzlicher Nerv"( Akzessoriusnerv"; steuert Muskeln, welche für Schulterhebung und Kopfdrehung verantwortlich sind): Heben der Schultern und Drehen des Kopfes gegen die Kraft des Untersuchers
  • Zungennerv: Herausstrecken sowie Hin- und Herbewegen der Zunge

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