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Allgemeine Aspekte bei Transplantationen:
Lebensnotwendige Medikamente nach Transplantationen

Inhaltsübersicht:
Immunsuppressive Therapie
Calcineurinhemmer
Zellteilungshemmer
Antikörper
Kortison

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Immunsuppressive Therapie

Alle Medikamente unterdrücken die Immunabwehr und haben Nebenwirkungen

Um den Verlust eines transplantierten Organs zu verhindern bleibt nur die Wahl einer lebenslangen immunsuppressiven Behandlung mit Medikamenten, die die Funktion des Abwehrsystems unterdrücken. Meist wird eine spezielle Zusammenstellung aus verschiedenen Medikamenten eingesetzt. Diese Medikamente haben jedoch alle Nebenwirkungen, sie reduzieren z.B. die Abwehr gegen Infektionen oder Tumoren. Der Organempfänger muss sich also das neue Organ durch die Nebenwirkungen der immunsuppressiven Medikamente gewissermaßen erkaufen.

 

 

Immunsuppressive Medikamente werden anhand ihrer Wirkungsweise in verschiedene Gruppen eingeteilt.

 

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Calcineurinhemmer

Es werden weniger Botenstoffe für die Abwehr produziert

Die beiden Wirkstoffe dieser Medikamentengruppe Tacrolimus und Ciclosporin wirken hemmend auf Calcineurin, einen Botenstoff, der für die Aktivität von T- Lymphozyten eine Rolle spielt. Durch diese Blockade kann die Zelle viele Abwehrbotenstoffe (Interleukine, TNF-Alpha, Interferon) nicht mehr produzieren, die Abwehr wird geschwächt.

 

Tacrolimus

Tacrolimus wirkt stärker immunsuppressiv als Ciclosporin, das als erstes Immunsuppressives Medikament entwickelt wurde.

 

Einnahme exakt zur richtigen Zeit notwendig

Die Dosis, die täglich eingenommen werden muss, wird individuell nach Blutuntersuchungen, durch die der Wirkspiegel des Medikaments im Blut festgestellt wird, eingestellt und angepasst. Äußerst wichtig bei diesen Medikamenten ist jedoch die exakte Einnahme alle 12 Stunden, um den Wirkspiegel im Blut gleichmäßig zu halten.

 

Wechselwirkung mit anderen Medikamente können zur Abstoßung führen

Die Erhaltung des transplantierten Organs ist von dieser regelmäßigen Einnahme in genauer Dosierung abhängig. Betroffene müssen auch beachten, dass auch scheinbar harmlose, zusätzlich eingenommene Medikamente, wie Johanniskraut durch Wechselwirkung den Wirkpegel zu stark senken, dass Abstoßungsgefahr für das transplantierte Organ droht. Grapefruitsaft wiederum kann zur Erhöhung des Wirkpegels führen.

 

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Zellteilungshemmer

Immunzellen können sich nicht mehr vermehren

Zu den Zellteilungshemmern gehören die Wirkstoffe Azathioprin, Mycophenolatmofetil, Everolimus und Sirolimus. Zellteilungshemmer verhindern die Vermehrung der Immunzellen, wobei die verschiedenen Wirkstoffe unterschiedliche Angriffspunkte haben. Insgesamt sind sie schwächer wirksam als Calcineurinhemmer.

 

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Antikörper

Die Zahl und Aktivität der T-Lymphozyten wird verringert

Zur Gruppe der Antikörper gehören die Wirkstoffe Basiliximab und Daclizumab. Es handelt sich dabei um so genannte monoklonale Antikörper. Das sind industriell hergestellte hochwirksame Eiweißverbindungen, die sich an den Interleukin-2-Rezeptor auf T-Lymphozyten anlagern. Auf diese Weise kann kein Signal für eine Zellvermehrung weitergeleitet werden. Hierdurch werden Zahl und Aktivität der T-Lymphozyten im Blut verringert und die Immunreaktion gegen das fremde Gewebe reduziert.

 

Medikamente sind hochwirksam

Antikörper oder Antiseren (ATG) werden hauptsächlich in der 1. Phase nach der Transplantation oder bei drohender Abstoßung eingesetzt.

 

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Kortison

Kortison wird direkt nach der Transplantation gegeben und dann langsam reduziert

Wegen seiner unspezifischen Wirkung auf das gesamte Abwehrsystem wird Kortison (insbesondere der Wirkstoff Methylprednisolon) zusätzlich zu den eigentlichen Immunsuppressiva eingesetzt. Durch Kortison werden sowohl aktivierte Abwehrzellen als auch Fresszellen gebremst. Es wird meist in der 1. Phase nach der Transplantation gegeben und danach langsam reduziert.

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