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Deutscher Schmerzkongress2000
25. - 29. Oktober 2000, Hamburg

Pressemitteilung Große Wirkung ohne Inhalte

Placebo bei Kopfschmerzen

 

Viele Medikamente und Verfahren bringen bei Kopfschmerzen zumindest vorübergehende Besserung. Das ist schon lange bekannt - sowohl bei der Behandlung akuter Kopfschmerzen als auch für die Prophylaxe. Erst durch die Einführung kontrollierter Studien wurde klar, dass es sich bei einem Teil dieser Wirkung um Placebo-Wirkung handelt – sie tritt ein und bringt Besserung, obwohl kein Beweis dafür erbracht werden kann.

 

30 Prozent Erfolg mit Placebo. Dieses Phänomen hat dazu geführt, dass alle modernen Studien zur Akutbehandlung und Prävention von Kopfschmerzen, seien es medikamentöse oder nicht-medikamentöse Verfahren, mit Placebos kontrolliert werden. Die Placebo- Quote liegt sowohl in der Akut-Therapie von Kopfschmerzen wie auch in der Prophylaxe immer etwa bei 30 Prozent, wobei der Höhepunkt der Placebo- Wirkung in der Prophylaxe nach etwa drei Monaten erreicht wird.

 

Placebos per Spritze wirken am besten In den letzten Jahren wurden auch experimentelle Studien zur Placebo-Wirkung durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass per Spritze verabreichtes Placebo bei der Akut-Behandlung von Migräne besser wirkt als orales Placebo. Es spielt keine Rolle, ob das Placebo im Krankenhaus oder zu Hause gegeben wird. In den Vereinigten Staaten liegt die Placebo-Quote höher als in Europa. Wenn Patienten das Mengenverhältnis tatsächlicher Wirksubstanz (Verum) und Placebo bekannt ist, steigt die Placebo-Rate sehr deutlich - ein Resultat der gesteigerten Erwartungshaltung der Patienten. So betrug die Placebo-Rate in einer Migränestudie, in der das Verhältnis zwischen Verum und Placebo 13 zu eins betrug, über 45 Prozent.

 

Bei Kindern ist der Erfolg größer. Kinder haben eine deutlich höhere Placebo-Rate als Erwachsene. Je älter sie allerdings sind, um so weniger sprechen Sie auf Placebo an. In Studien zu anderen Krankheitsbildern zeigte sich, dass Placebo auch zu Kopfschmerzen führen kann. So klagten in einer Studie zur Behandlung von Angsterkrankungen 20 Prozent der mit Placebo behandelten Patienten über Kopfschmerzen. Noch haben die Mediziner allerdings kaum Vorstellungen davon, wie Placebos in der Schmerztherapie konkret wirken. Hier herrscht noch erheblicher Studienbedarf.

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