Neurologie - Erkrankungen des Nervensystems

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Symptome und Verlauf von Rückenmarksverletzungen

Häufig wird das Rückenmark bei Wirbelbrüchen verletzt

Die meisten Rückenmarksverletzungen treten bei Wirbelbrüchen auf, wenn Knochenteile in den Wirbelkanal eindringen und auf das Rückenmark drücken. Das führt zu einer teilweisen oder völligen Zerstörung der Nervenbahnen, deren Aufgabe die Reizleitung vom Gehirn zu den Organen und Gliedmaßen unseres Körpers ist. Auch die zum ZNS geleiteten Sinneseindrücke werden an der Verletzungsstelle unterbrochen und kommen nicht mehr im Gehirn an. Die neurologischen Ausfälle bei einer Verletzung des Rückenmarks betreffen deshalb:
  • motorische Funktionen (Bewegung)
  • sensible Funktionen (Sinneswahrnehmung)
  • vegetative Funktionen (Organversorgung)

Diese Funktionen können bei Rückenmarksverletzungen einzeln oder in Kombination gestört sein.

 

Ausmaß ist unterschiedlich

Je nach dem Ausmaß der Verletzung erfolgt eine Einteilung in:
  • Vorübergehende Lähmung
  • Inkomplette Rückenmarksverletzung
  • Komplette Rückenmarksverletzung

 

Vorübergehende Lähmung

Wie bei einer Gehirnerschütterung kann eine Erschütterung der Wirbelsäule flüchtige neurologische Reiz- und Ausfallserscheinungen mit einer Höchstgrenze von 48 Stunden hervorrufen.

 

Inkomplette Verletzung des Rückenmarks

Bei einer teilweisen Schädigung des Rückenmarks ist die Querschnittlähmung inkomplett. Eine inkomplette Lähmung wird als Parese bezeichnet:
  • Paraparese bedeutet inkomplette Lähmung der Beine
  • Tetraparese bedeutet inkomplette Lähmung der Arme und der Beine

Bei einer inkompletten Rückenmarksverletzung kommt es unterhalb der Läsion zu verschiedenen Beeinträchtigungen in der motorischen und sensiblen Funktion. Die Beeinträchtigungen reichen von Gangstörungen oder Gliederschwäche bis zu halbseitigen Lähmungen. 50 Prozent der Rückenmarksverletzungen führen zu inkompletten Querschnittslähmungen.

 

Komplette Verletzung des Rückenmarks

Bei einer kompletten Rückenmarksverletzung wurde das Rückenmark in seiner ganzen Breite durchtrennt. Dadurch kommt es zu einem vollständigen Verlust der motorischen und sensiblen Funktion unterhalb der Verletzungsstelle. Die so entstehende vollständige Querschnittslähmung wird auch als Plegie bezeichnet:
  • Tetraplegie bedeutet vollständige Lähmung der Arme und Beine
  • Paraplegie bedeutet vollständige Lähmung der Beine

 

Eine Tetraplegie entsteht durch eine Läsion im Bereich der Halswirbelsäule. Eine Paraplegie dagegen durch eine Läsion im Bereich der Brust- oder Lendenwirbelsäule. Je nach Höhe der Läsion kann auch die Rumpfmuskulatur gelähmt sein. Dazu umfassen die Lähmungen auch die Blasen- Mastdarm- und Sexualfunktion.

 

60 Prozent der Verletzten sind Paraplegiker, 40 Prozent Tetraplegiker. Bei einer sehr hohen Verletzung oberhalb des 4. Halswirbels, kommt es zusätzlich zu einer Lähmung des Zwerchfells, so dass der Betroffene künstlich beatmet werden muss.

 

Sauerstoffmangel schädigt das Gewebe zusätzlich

Über die direkte Zerstörung des Rückenmarks durch Zerreißung und Quetschung hinaus, kommt es in der Zeit nach dem Unfall durch eine Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff kaskadenartig zur Ausschüttung verschiedener Gewebshormone wie Zytokinen und Prostaglandinen, die zur Ausbildung einer Gewebsschwellung mit örtlicher Entzündung und letztendlich zum Zelltod führen. Diese Vorgänge bewirken zusätzliche Schäden an der Verletzungsstelle.

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oder weiter mit: Aufbau von Wirbelsäule und Rückenmark  -  Was passiert bei einer Verletzung des Rückenmarks?  -  Ursachen   -  Symptome und Verlauf  -  Diagnostik  -  Folgen und Komplikationen  -  Therapie  -  Rehabilitation  -  Prognose und Ausblick

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