Arterienerkrankungen

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Akutbehandlung und begleitende Diagnostik bei akutem peripheren Verschluss

Notfallrufnummer 112

Ein akuter peripherer Verschluss einer Arterie im Bein oder im Arm oder auch in einer Arterie der Eingeweide ist ein Notfall. Wer entsprechende Symptome bemerkt, sollte deshalb sofort den Notarzt rufen.

 

Schon zu Hause werden verschiedene Medikamente gespritzt.

Der Notarzt beruhigt und untersucht den Betroffenen vor Ort. Dann wird die betroffene Gliedmaße flach bis tief, weich und warm (am besten in einen lockeren Watteverband) gelagert. Unbedingt vermieden werden müssen Heizkissen oder Wärmflasche. Sie führen zu schwerwiegenden weiteren Schäden. Der Arzt legt auch eine Venüle in eine Vene eines nicht betroffenen Armes. Eine Venüle ist ein Katheter, der in der Vene bleiben kann. An diese Kanüle wird eine Infusion mit Salzlösung angehängt. Außerdem werden über den venösen Zugang Medikamente in die Blutbahn verabreicht:
  • Schmerz- und Beruhigungsmittel,
  • Heparin zur Hemmung der Blutgerinnung
  • eventuell zusätzlich Acetylsalicylsäure ( ASS), das das Zusammenklumpen der Blutplättchen verhindert.

 

Die Wahl des richtigen Krankenhauses ist sehr wichtig.

Der Notarzt sollte den Betroffenen begleiten, denn es besteht die Gefahr eines lebensbedrohenden Schocks. Der Rettungswagen sollte den Betroffenen in ein entsprechend ausgerüstetes Krankenhaus transportieren. Das ist wichtig, denn es muss sofort eine Therapie eingeleitet werden. Die bisher angewandten Maßnahmen führen nur dazu, dass die Beschwerden gelindert werden und sich die Symptomatik nicht so schnell verschlechtert. Das Hindernis, der blutgefäßverstopfende Thrombus, wird dadurch nicht entfernt. Das Krankenhaus sollte deshalb über einen interventionell erfahrener Angiologen oder Radiologen oder einen Gefäßchirurgen verfügen.

 

In der Klinik erfolgt eine Doppleruntersuchung der betroffenen Arterien und ggf. eine Kontrastdarstellung mittels Angiografie (Röntgen nach Einspritzung von röntgendichtem Kontrastmittel in eine Vene oder direkt in die betroffene Arterie). Erst nach diesen Untersuchungen entscheidet der Arzt zusammen mit dem Betroffenen, welche weitere Behandlung notwendig und sinnvoll ist.

 

Die Kathetertechnik steht bei der Intervention im Vordergrund.

Bei der interventionellen Behandlung wird, wie bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, die Kathetertechnik angewandt. Ein Gefäßkatheter ist ein langes, sehr dünnes Kunststoffröhrchen, das einen Metallfaden enthält, damit man es im Röntgenbild erkennen kann. Das ist sehr wichtig, denn die Arterien sind so verzweigt, wie die Äste bei einem Baum. Der Arzt muss an jeder Gabelung die richtige Richtung wählen, damit er an die Stelle des Verschlusses gelangt. Deshalb wird der Gefäßkatheter unter Röntgendurchleuchtung oberhalb der verschlossenen Stelle (z. B. die Leistenarterie) in die Arterien eingeführt und dann langsam mit dem Blutstrom bis zum Engpass vorgeschoben. Innerhalb des Katheters befindet sich außerdem ein feiner zweiter Kanal, über den eine Behandlung durchgeführt werden kann.

 

Über den Katheter kann auch eine direkte Lyse durchgeführt werden.

Entweder wird - wie in der Kardiologie bei den Herzkranzgefäßen - ein Ballonkatheter benutzt. Dieser wird in  Nicht aufgeblasenem Zustand an dem Gerinnsel (Thrombus) vorbeigeführt und dann hinter dem Thrombus aufgeblasen, bis er das Gefäß verschließt. Dann wird der Ballonkatheter langsam und vorsichtig zurückgezogen und der Thrombus mechanisch entfernt. Es besteht auch die Möglichkeit, über den Katheter vor Ort ein gerinnselauflösendes Medikament, ein sogenanntes Fibrinolytikum, zu verabreichen. Gelingt die medikamentöse Gerinnselauflösung, spricht man von erfolgreich durchgeführter Lyse.

 

Innerhalb der ersten 6-8 Stunden besteht eine gute Prognose.

Sehr häufig muss der Thrombus operativ entfernt werden. Auch hierbei können Ballonkatheter zusätzlich zum Einsatz kommen, um die Gefäßwände zu "putzen". Obwohl Eile geboten ist, ist der Versuch, eine verschlossene Arterien wieder zu öffnen auch noch nach 3 Tagen sinnvoll. Erst als allerletztes Mittel kommt eine Amputation in Frage. Die Prognose ist innerhalb der ersten 6 bis 8 Stunden als sehr gut zu bewerten.

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