Ernährung

Erkrankungen und Ernährung
Essstörungen
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Fleischarme oder fleischlose Ernährung

Gesund abnehmen - Diäten
Untergewicht - Gesund Zunehmen

Nährstoffe
Säure-Basen-Haushalt
Schwanger - wie soll ich essen?

Spezial: Ernährung und Radioaktivität

Eiweiß im Internet:

Eiweiß und Eiweißstoffwechsel
Eiweiße werden überall im Körper gebraucht Jede Körperzelle im Menschen besteht hauptsächlich aus Eiweißen. Eiweiße bestimmen in großem Maße die Funktion und die Struktur des menschlichen Körpers. Sie sind in allen Organen zu finden und ein Hauptbestandteil der Muskulatur. Alle Zellwände haben, um ihre Durchlässigkeit für wichtige Stoffe zu gewährleisten, Eingangspforten. Diese Pforten bestehen ebenfalls aus Eiweißen. Die Funktion vieler Körperfunktionen wird über Enzyme, die als Katalysatoren lebenswichtige Vorgänge beschleunigen können,  gesteuert. Auch Enzyme sind Eiweiße.

 

Eiweiße bestehen aus Aminosäuren Eiweiße werden in der Fachsprache auch oft Proteine genannt. Proteine setzten sich aus verschiedenen Aminosäuren zusammen. Um die Wichtigkeit der Proteine wirklich verstehen zu können, ist etwas Chemie notwendig.

 

Die chemische Strukur einer Aminosäure ist immer gleich. Alle Aminosäuren setzen sich aus immer den gleichen Bauteilen zusammen. In der Mitte des Molekül steht ein Kohlenstoffatom (C). An dieses C-Atom sind vier unterschiedliche Gruppen angegliedert:
  • eine NH2-Gruppe, die auch Aminogruppe genannt wird
  • eine COOH-Gruppe, die Carboxylgruppe genannt wird
  • ein Wasserstoffatom (H) und
  • ein Rest (R)

Dieser Rest ist unterschiedlich aufgebaut und ist daher die einzige Unterscheidung der 20 verschiedenen Aminosäuren, die ein Mensch hat.

 

Essentielle Aminosäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden Von den 20 Aminosäuren sind bei einem Erwachsenen 8 essentiell, d.h. der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Zu ihnen gehören:

  • Isoleucin
  • Leucin
  • Lysin
  • Methionin
  • Phenylalanin
  • Threonin
  • Tryptophan
  • Valin

Bei Säuglingen sind außerdem noch Arginin und Histidin essentiell notwendig. Alle anderen Aminosäuren kann der Körper selbst herstellen.

 

Ein Dipeptid setzt sich aus zwei Aminosäuren zusammen. Verbinden sich zwei Aminosäuren miteinander, so entsteht ein Dipeptid. Die chemische Reaktion findet immer zwischen der Aminogruppe der einen Aminosäure und der Carboxylgruppe der anderen Aminosäure statt. Dabei spaltet sich Wasser (H2O) ab. Die Bindung, die dabei entsteht, nennt sich Peptidbindung. Das so entstandene Dipeptid verfügt immer noch über eine Aminogruppe und eine Carboxylgruppe. An diese können, mit der gleichen chemischen Reaktion, weitere Aminosäuren angebunden werden. So entsteht, bei drei zusammengebundenen Aminosäuren, ein Tripeptid. Kommen weitere Aminosäuren hinzu, zählt man nicht mehr extra jede Aminosäure, man nennt die entstandenen Peptide gleich Polypeptide (von poly=zahlreich). Eiweiße, die sich aus über 100 Aminosäuren zusammensetzen, werden dann schlicht nur noch Proteine genannt.

8 bis 100 zusammengekettete Aminosäuren ergeben ein Polypeptid.

 

Proteine können nur funktionieren, wenn sie sich zusammengedreht haben. Hitze löst die Struktur auf. Im menschlichen Körper bestehen die meisten Proteine aus 100 bis 500 verschiedenen Aminosäuren. Diese Proteine unterscheiden sich nicht nur in ihrer Länge. Wie bei einer Perlenkette kann auch die "Form" und die "Farbe" variieren. Das bedeutet, die Aminosäuren werden in unterschiedlichen Mustern aneinandergereiht und ebenso in unterschiedlicher Reihenfolge. Als lange Kette sind aber diese Proteine im Körper unwirksam. Damit sie ihre spezifischen Aufgaben erfüllen können, müssen sie sich zusammendrehen. So entsteht eine dreidimensionale Struktur, die man z. B. mit einem Wollknäuel vergleichen kann. Löst sich dieses Knäuel auf, so funktioniert das Eiweiß nicht mehr. Das ist z. B. bei Hitzeeinwirkung der Fall. Diese Erkenntnis wird z. B. bei der Desinfektion und Sterilisation genutzt. Die Hitze löst die Eiweißstrukturen von Viren und Bakterien auf.

 

Bei 20 Aminosäuren können sehr viele verschiedene Proteine entstehen Insgesamt gibt es 20 verschiedene Aminosäuren aus denen sich die Vielzahl an unterschiedlichen Proteinen zusammensetzen können. Die meisten Aminosäuren kann der Körper selbst herstellen. Aber 8 Aminosäuren sind bei einem Erwachsenen Menschen essentiell, d. h. sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Dies sind: Isoleucin , Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin. Die beiden Aminosäuren Histidin und Arginin sind nur im Säuglingsalter essentiell.

 

Fehlt auch nur eine Aminosäure, so funktionieren alle Eiweiße nicht mehr richtig. Essentielle Aminosäuren finden sich hauptsächlich in tierischem Eiweiß wie Fleisch, Fisch, Milch, Eiern und Käse. Auch pflanzliche Nahrungsmittel enthalten essentielle Aminosäuren. Allerdings sollte die richtige Kombination von pflanzlichen Nahrungsmitteln gewählt werden, denn nicht jedes pflanzliche Nahrungsmittel enthält alle essentiellen Aminosäuren auf einmal. Vegetarier sollten den Bedarf an essentiellen Aminosäuren über Nüsse, Getreide, Käse, Milch und Milchprodukte decken. Fehlt dem Körper nur eine Aminosäure für die Zusammensetzung von Proteinen, so ist die Funktion der gesamten Eiweiße nicht mehr gewährleistet. Allerdings ist die Versorgung mit essentiellen Aminosäuren bei Vegetariern selten ein Problem. Mehr zu fleischloser und fleischarmer Ernährung finden Sie hier.

 

Proteine haben in allen organischen Bereichen wichtige Aufgaben Proteine haben eine Vielzahl von Aufgaben. Sie sind Bausteine in
  1. Enzymen
  2. Hormonen
  3. Stütz- und Gerüsteiweiß, z. B. Kollagen, Elastin, Keratin für Haut, Haare und Nägel
  4. Strukturproteine, z. B. Aktin und Myosin in den Muskeln
  5. Plasmaproteine
  6. Transportproteine, z. B. der rote Blutfarbstoff Hämoglobin
  7. Antikörper für die Immunabwehr
  8. Faktoren der Blutgerinnung
  9. Alloantigene, z. B. Blutgruppenantigene
  10. Reservesubstanz für die Energiegewinnung bei Hunger

 

Im Dünndarm sind von den Eiweißketten nur noch Aminosäuren übrig Die Eiweißverdauung beginnt im sauren Milieu des Magens und endet im Dünndarm. Das saure Milieu aktiviert die eiweißspaltenden Enzyme, wie die Proteasen und Peptidasen. Diese Enzyme helfen die Eiweißketten in kürzere Ketten zu spalten. Im Dünndarm wird die Eiweißspaltung durch die Enzyme Trypsin und Chymotrypsin fortgeführt. Sie zerlegen die schon gekürzten Eiweißketten bis zu den einzelnen Aminosäuren. Nun können die Aminosäuren durch die Darmwand ins Blut übergehen und gelangen in die Leber. Dort werden sie dann zu den benötigten körpereigenen Proteinen zusammengesetzt.

 

Harnstoff ist Endprodukt des Eiweißstoffwechsels Als Endprodukt des Eiweißstoffwechsels entsteht Harnstoff, eine organische Stickstoffverbindung. Der Körper kann sie nicht weiter verwerten und scheidet sie über die Nieren aus.

 

Der tägliche Eiweißbedarf beträgt maximal 1g/kg Körpergewicht Die tägliche Menge an Eiweiß sollte 0,8 bis 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten. Mit Körpergewicht ist hier das Normalgewicht gemeint. Auch wenn Sie mehr wiegen, sollte die zugeführte Menge nicht höher sein. Achten Sie bei der Zusammensetzung darauf, dass sie die richtigen Eiweißkombinationen zu sich nehmen. Nur so bekommen sie auch die essentiellen Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Die Übersicht soll dabei eine Hilfe sein.

 

Die Tabelle zeigt Eiweißkombinationen an, bei der dem Körper alle wichtigen Aminosäuren zugeführt werden.
  Brot
Getreide
Milch-
produkte
Eier Kartoffeln Hülsen-
früchte
Nüsse
Samen
Brot
Getreide
  punkt.gif (850 Byte)     punkt.gif (850 Byte) punkt.gif (850 Byte)
Milch-
produkte
punkt.gif (850 Byte)     punkt.gif (850 Byte) punkt.gif (850 Byte) punkt.gif (850 Byte)
Eier       punkt.gif (850 Byte) punkt.gif (850 Byte)  
Kartoffeln   punkt.gif (850 Byte) punkt.gif (850 Byte)      
Hülsen-
früchte
punkt.gif (850 Byte) punkt.gif (850 Byte) punkt.gif (850 Byte)     punkt.gif (850 Byte)
Nüsse
Samen
punkt.gif (850 Byte) punkt.gif (850 Byte)     punkt.gif (850 Byte)  

Top

Zur Übersicht
Nährstoffe unter der Lupe

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas