Geriatrie
Gesundheit und Alter

Bücher zum Thema aussuchen Bücherliste: Geriatrie

Was ist Altern?
Veränderungen der Organsysteme

Besondere Aspekte im Alter
Medikamente im Alter

Medizinische Problembereiche im Alter
Pflege

Häufige Erkrankungen älterer Menschen

Medizinische Problembereich im Alter
Multimorbidität: Gleichzeitiges Bestehen mehrerer Erkrankungen

Bei alten Menschen kann ein Symptom oft nicht eindeutig einer Erkrankung zugeordnet werden.

Eine Erkrankung kann vom Arzt in der Regel durch eine umfassende Anamnese (Krankengeschichte), eine körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen, bildgebende oder andere Untersuchungsverfahren sicher diagnostiziert werden. Das ist aber bei alternden Menschen oft nicht so einfach. Mit steigendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an einer oder auch an mehreren Erkrankungen gleichzeitig zu leiden. Diese Multimorbidität betrifft fast ausnahmslos alle Menschen in höherem Lebensalter. Dann sind die Symptome oft nicht mehr so eindeutig ausgeprägt und die eindeutige Zuordnung eines Symptoms zu einer bestimmten Erkrankung kann schwierig sein.

 

Eine Erkrankung kann das Risiko für weitere Krankheiten erhöhen.

Besteht eine Erkrankung, so kann das die Entstehung einer weiteren Krankheit begünstigen. So ist beispielsweise bei Menschen mit Diabetes das Risiko erhöht, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden oder eine Nierenerkrankung zu entwickeln. Ein weiteres Beispiel ist die Arthrose. Weil die Gelenke bei Bewegung schmerzen neigen die Betroffenen dazu, sich wenig zu bewegen. Bewegungsmangel aber erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Mangelnde körperliche Bewegung, ganz besonders aber Bettruhe, erhöht auch das Risiko für Atemwegsinfektionen. Sehr gefährlich ist in diesem Zusammenhang die Lungenentzündung, die entsteht, weil bei Bettruhe die Atmung flacher ist, als normalerweise. Dadurch werden die Randbereiche der Lunge nur unzureichend belüftet und in geringem Umfang "gereinigt".

 

Die Anforderungen an die Behandlung und Pflege verändern sich.

Diese Zusammenhänge zwischen "Erst-" und "Zweiterkrankungen" sind allgemein bekannt. Deshalb ist ein wesentlicher Bereich der ärztlichen und pflegerischen Aufgaben die Vermeidung von Folgeerkrankungen. Das kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden, z. B.durch Impfungen, physikalische Therapie oder auch die Umstellung alter Lebensgewohnheiten und/oder der Ernährung. Das Auftreten mehrerer gleichzeitig bestehender Erkrankungen ist jedoch auch trotz Vorsorgemaßnahmen und guter Pflege nicht immer zu verhindern. Patienten in der Geriatrie neigen aufgrund der altersbedingten Funktionseinschränkungen zur Multimorbidität. Bei multimorbiden Menschen stehen dann die optimale Therapie der verschiedenen Krankheiten sowie das Verhindern körperlicher Einschränkungen und weiterer Folgeerkrankungen im Vordergrund.

 

Alte Menschen sollten auch selbst aktiv werden.

Dies ist in der Regel am besten mit einer Kombination aus medikamentöser Therapie, physikalischer Therapie und - falls notwendig - pflegerischen Maßnahmen zu erreichen. Oft ist auch eine psychosoziale Betreuung sinnvoll. Der positive Effekt so genannter "Lebensstilveränderungen" ist auch im höheren Alter nicht zu unterschätzen. So lassen sich viele wichtige und häufig auftretende Erkrankungen durch Verhaltensänderungen positiv beeinflussen. Ein zu hoher Blutdruck oder erhöhte Blutzuckerwerte können durch Erreichen eines normalen Körpergewichts, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung verbessert werden. Regelmäßige Bewegung beugt der Entstehung einer Osteoporose vor. Ein normales Körpergewicht reduziert das Risiko für eine Arthrose. Weil es häufig nicht leicht fällt, liebgewonnene Gewohnheiten aufzugeben oder zu verändern, ist z.B. Sport in der Gruppe oder eine auf die individuellen Gegebenheiten ausgerichtete Ernährungsberatung hilfreich.

 

Medikamente müssen überlegt angewandt werden.

Weil bei Multimorbidität meistens mehrere Medikamente parallel eingenommen werden müssen, muss auf mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen dieser Medikamente geachtet werden. Außerdem sollten altersbedingte Besonderheiten bei der Medikamententherapie berücksichtigt werden (vgl. "Medikamententherapie"). In jedem Fall sollte jeder Arzt, der ein Medikament verordnet, über alle anderen Medikamente, die der Patient einnimmt, informiert sein - auch über rezeptfreie, frei verkäufliche Präparate, Vitamintabletten sowie pflanzliche Produkte.

Top

Zur Übersicht
Medizinische Problembereich im Alter

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas