Umgang mit stress

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Umgang mit Stress
Inhaltsübersicht:
Durch Wahrnehmung dem Stress auf der Spur
Wege nach dem Erkennen
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Durch Wahrnehmung dem Stress auf der Spur
Stressoren und Reaktionen sind immer individuell, darum sind Lösungen auch immer nur auf die Einzelperson  zugeschnitten. Erster Ansatz ist, herausfinden des oder der Stressoren um einen angemessenen Einsatz von Bewältigungsstrategien zu erlangen (coping) mit Berücksichtigung des gesamten Umfeldes.
Wichtig ist zu wissen, es gibt nicht den Stressor und die Reaktion sondern persönlichkeitsabhängige Reaktionen und Gegenreaktionen.

 

Die eigene Wahrnehmung ernst nehmen um den Ursachen von Stress auf die Spur zu kommen. Wird Stress deutlich wahrgenommen, ist  oft schon einmal der Erste Schritt auf dem Wege der Bewältigung getan. Solange Stress nur als diffuses körperliches Gefühl erlebt wird, welches einen in den unpassendsten Momenten heimsucht kann nichts geändert werden, da  die Überforderung nicht benannt wird.
Wahrhaben der Symptome weckt den Wunsch nach Abhilfe. Dieser Wunsch kann die Motivation sein, der oder auch den Ursache(n) auf den Grund zu gehen. Nun liegt es sehr an der inneren Einstellung des Einzelnen, wie er den nächsten Schritt macht.

 

Vorsicht bei vermeintlichen Lösungen wie Alkohol und Medikamente. Manch einer lügt sich leider in die eigene Tasche, indem er der Reaktion des Körpers, statt auf konstruktive Weise zu begegnen, mit kurzfristigen “Helfern” wie Medikamenten, Alkohol oder Drogen zu Leibe rückt. Daraus entstehen dann oftmals ungewollte Kreisläufe, welche den Druck noch viel größer werden lassen, denn der Druck ist damit nicht behoben sondern nur verschoben. Es entsteht kurzfristig eine Entspannung, die den trügerischen Eindruck erwecken kann, die Lösung gefunden zu haben.

 

Stresskreislauf

Nicht immer sind Medikamente negativ zu betrachten, da die geschaffene Entspannung ja durchaus den Effekt haben kann, das man die Kraftreserven mobilisieren kann, die man braucht um die eigentlichen Ursachen zu bekämpfen.

Ist jedoch der Gebrauch von Medikamenten oder Alkohol häufig oder regelmäßig, begibt man sich in ein hohes Suchtrisiko, mit nachfolgend starkem Leidensdruck.

 

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Wege nach dem Erkennen
Die Ursachenfindung ist oft Detektivarbeit. Den eigentlichen Ursachen auf den Grund zu gehen, ist oftmals Detektivarbeit. Nicht immer ist das, was vordergründig stresst auch wirklich die eigentliche Ursache. So besteht die Gefahr, bei falscher Ursachenannahme, uneffektive Bewältigungsstrategien anzuwenden.

 

Entsteht beispielsweise eine krieselnde Partnerschaft durch ungewollte Kinderlosigkeit, ist vielleicht Stress in der Arbeit die Ursache der Unfruchtbarkeit. Somit muss erst ein umdenken bei der Arbeit geschaffen werden, bevor die Unfruchtbarkeit und auch die Partnerschaftskrise behoben werden können

 

Oder in der Kindererziehung entsteht häufig das Gefühl völlig überfordert zu sein, dann muss das nicht ursächlich an der Beziehung zu den Kindern liegen, es können durchaus auch ein schwelender Partnerschaftskonflikt oder reale Existenzängste für die Überreizung sorgen, die sich dann an den Kindern entlädt.

 

Gespräche mit objektiven Personen können die Situation erhellen. Hier sind Gespräche sehr wichtig. Seine Situation zu reflektieren, d.h. in Gesprächen mit wohlmeinenden oder neutralen Personen die eigene Lebenssituation zu spiegeln und somit ein besseres Bild des gesamten Umfeldes und den eigenen Verhaltensweisen zu erhalten kann den Impuls in die richtige Richtung geben. Durch ausgiebige Gespräche sind am ehesten  andere Denkansätze zu erwarten.

 

Alte Gewohnheiten umstrukturieren schafft Freiräume. So kann die Erkenntnis entstehen, das die Arbeit ständig überfordert.
Eine mögliche Lösung wäre,Verantwortung abzutreten. Was nicht bedeuten muss, sich völlig der Verantwortung zu entziehen, doch oft können Teilarbeiten zur eigenen Entlastung  delegiert werden.
Eine weitere Lösung könnte sein, gezieltes Zeitmanagement zu erlernen, mit klaren Zeit- und Arbeitseinheiten und Freiräumen für unerwartete Situationen.
Offene Gespräche können entlasten. Sind diese Möglichkeiten nicht gegeben hilft oft ein offenes Gespräch mit dem Vorgesetzten. Dem Chef ist häufig gar nicht bekannt wie überlastet ein Mitarbeiter ist, weil sich selten jemand dort beklagt. Es zeugt von Verantwortungsbewusstsein, wenn  nicht mehr Aufgaben übernommen werden, als tatsächlich mit der nötigen Sorgfalt bewältigt werden können.

 

Ärzte, Psychotherapeuten oder Selbsthilfegruppen sind eine große Hilfe. Wer ständig stark unter Stress steht, kann sich selten ganz alleine helfen. Da ist es kein Zeichen von Schwäche, sondern zeigt Selbstverantwortung und Mut, wenn die Hilfe eines erfahrenen Arztes, Psychotherapeuten oder auch  eine Selbsthilfegruppe in Anspruch genommen werden. Doch ist dieser Weg erst einmal eingeschlagen, läuft es sich mit jedem Schritt leichter, da der Druck geringer wird.

 

Radikale Wechsel der äußeren Umstände geben oft starke neue Impulse. Sind starke Schulden oder Arbeitslosigkeit das Problem, gibt es auch dort Möglichkeiten. Es gibt Schuldenberatungsstellen die oftmals Ordnung in verfahrene Situationen bringen können. Ist man von Arbeitslosigkeit betroffen schafft man manchmal den Sprung zurück in’s Berufsleben durch einen Ortswechsel oder Umschulungen. Andere Wege suchen erfordern hin und wieder radikale Wechsel schaffen dadurch aber meist starke positive neue Impulse für die eigene Befindlichkeit.

 

Ein positives Umfeld stärkt das Selbstvertrauen. Durch starke Schüchternheit und  dadurch Verzicht auf ein großes Quantum an Lebensfreude, ergibt sich zwangsläufig ein sehr starker Druck. Hier können Selbsthilfegruppen, Gesprächstherapien und gute Freunde helfen. Auch das Erlernen von Techniken, die die eigene Wahrnehmung steigern und das Abbauen von Berührungsängsten fördern sind ein wichtiges Werkzeug.
Aber auch Alltagstricks, wie z. B. sich nur mit positiven Freunden - die einen auch mal loben- umgeben, sich selbst belohnen für überwundene Ängste und Herausforderungen, sich einem Hobby in einer Gruppe zuwenden oder Rhetorikkurse u.ä., bringen einen große Schritte weiter

 

Auch im Vorwege ist einiges möglich. Vieles kann  schon im Vorwege getan werden, indem auf ausreichend Schlaf und Bewegung geachtet und eine ausgewogene Ernährung in “stressfreier” Umgebung eingenommen wird. Auch Strukturierung des Tages und Schaffung von Freiräumen für Unvorhergesehenes mindern Stress. Entspannungsübungen oder Atemtherapie geben einem  notwendige Kraftreserven zurück. Es ist auch sehr hilfreich zu lernen  “Nein” zu sagen, das zeugt von Respekt sich Selbst gegenüber.

 

Hilfsangebote gibt es in erstaunlich großer Zahl. Oft steht die Frage im Raum: "Wo" oder "Wie" anfangen?
Doch es gibt glücklicherweise bei uns eine Vielzahl von Hilfs- und Beratungsangeboten, welche einen sehr großen Bereich abdecken. Das geht über therapeutische Beratung, ambulante Kliniken, Rentenberatung,  Familienberatungsstellen, Schuldnerberatungsstellen, kostenlose Rechtsberatung, Frauenhilfsorganisationen, bis hin zu Volkshochschulen, Altenbegegnungsstätten, essen in Gemeinschaft und Selbsthilfegruppen für die unterschiedlichsten Nöte. Kontaktadressen gibt es über das Internet, die Tageszeitungen, den Hausarzt oder einfach über das Telefonbuch. Außerdem können Sie unter "wo finde ich Hilfe" auch bei MedizInfo®  eine Auswahl an nützlichen Angeboten erhalten.

 

Stress zu bewältigen, ist ein großes Geschenk an sich selbst. Insgesamt gesehen gibt es sehr viele mögliche Ursachen, die alle ein und dieselbe Reaktion hervorrufen, die wir Stress nennen. Darum weiß eigentlich auch jeder was Stress ist und doch wird es von jedem anders empfunden  und verarbeitet.
Zur Bewältigung ist daher auch nur die betroffene Person selbst in der Lage, kein anderer kann diese Arbeit abnehmen. Dies ist jedoch das größte Geschenk, welches man sich selbst machen kann.

 

 




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