Labormedizin

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Der Rhesusfaktor

Merkmal der roten Blutkörperchen

Ein weiteres wichtiges Oberflächenmerkmal der roten Blutkörperchen außer der Blutgruppe ist der so genannte Rhesusfaktor. Diese Bezeichnung ist von der Tatsache abgeleitet, dass dieses Oberflächenmerkmal zuerst bei Rhesusaffen gefunden wurde.

 

Rhesusfaktor ja oder nein

Für den Rhesusfaktor gibt es nur eine Unterscheidung: "vorhanden" oder "nicht vorhanden". Das Blut ist rhesuspositiv oder rhesusnegativ. Der Rhesusfaktor wird in der Regel zusammen mit der Blutgruppe angegeben. Wenn bei einem Menschen die roten Blutkörperchen sowohl das Blutgruppenantigen A als auch den Rhesusfaktor aufweisen, spricht man von der Blutgruppe A positiv.

 

85 % sind rhesuspositiv

Insgesamt 85 Prozent der europäischen Bevölkerung haben rhesuspositives Blut. Eine andere Bezeichnung für den Rhesusfaktor ist der Begriff "Blutgruppenantigen D".

 

Beim ersten Kontakt bilden sich Anti-D- Antikörper

Bei der Verträglichkeit verschiedener Blutgruppen spielt der Rhesusfaktor eine wichtige Rolle. Auch gegen den Rhesusfaktor können sich Antikörper bilden, die man als Anti-D-Antikörper bezeichnet. Das Besondere an diesen Antikörpern ist, dass sie nicht von Geburt an vorhanden sind. Sie bilden sich erst dann, wenn ein rhesusnegativer Mensch Kontakt mit rhesuspositivem Blut bekommt. Das kann beispielsweise bei einer Bluttransfusion passieren. Daher ist es wichtig, bei Bluttransfusionen zu beachten, dass Spender- und Empfängerblut auch bezüglich des Rhesusfaktors zueinander passen.

 

Der zweite Kontakt mit einem fremden Rhesusfaktor kann lebensbedrohend sein

Zu einer Unverträglichkeit kommt es aber erst beim zweiten Kontakt eines rhesusnegativen Menschen mit rhesuspositivem Blut. Beim ersten Kontakt bilden sich die Anti-D-Antikörper. Bei einem zweiten Kontakt kann es dann zu einer lebensbedrohenden Unverträglichkeitsreaktion kommen. Die Anti-D-Antikörper heften sich bei erneuter Übertragung von rhesuspositivem Blut an die Rhesusantigene der übertragenen roten Blutkörperchen und tragen zu deren Zerstörung bei.

 

Besondere Sorgfalt bei Schwangeren

Besondere Bedeutung hat der Rhesusfaktor im Rahmen der Schwangerschaft. Das gilt aber nur bei Auftreten einer bestimmten Konstellation: Wenn eine rhesusnegative Frau mit einem rhesuspositiven Kind schwanger ist, kann es während der Geburt zum Übertritt kleiner Mengen kindlichen Blutes in den mütterlichen Kreislauf kommen. Dies bereitet keine unmittelbaren Probleme. Der mütterliche Körper bildet jedoch in der Folgezeit durch den Kontakt mit dem kindlichen rhesuspositiven Blut Anti-D-Antikörper. Wenn die Frau erneut schwanger wird, kann es nun zu Problemen kommen - allerdings nur, wenn das Kind wiederum rhesuspositiv ist. Dann nämlich besteht die Gefahr, dass die im mütterlichen Körper gebildeten Anti-D-Antikörper über die Plazenta ("Mutterkuchen") in den kindlichen Blutkreislauf gelangen und dort die lebenswichtigen roten Blutkörperchen des Kindes zerstören.

 

Die Vorbeugung gehört zur Routine

Dieser schweren Komplikation kann allerdings vorgebeugt werden. Und zwar verabreicht man rhesusnegativen Frauen unmittelbar nach der Geburt eines rhesuspositiven Kindes (erster Kontakt) künstlich hergestellte Anti-D-Antikörper. Diese Antikörper binden an den Rhesusfaktor der in den mütterlichen Kreislauf gelangten roten Blutkörperchen des entbundenen Kindes an. Dadurch sind die Rhesusfaktoren mit den zugeführten künstlichen Anti-D-Antikörper "blockiert". Das Immunsystem der Mutter erkennt den fremden Rhesusfaktor deshalb nicht und bildet deshalb auch keine eigenen Anti-D-Antikörper.

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