Chronische Schmerzen

 

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Kongressbericht: Deutscher Schmerzkongress 1998
Schmerztherapie
s. auch Naturheilverfahren bei MedizInfoSchmerzLos Komplementärmedizinische Methoden und Naturheilverfahren als Baustein der Schmerztherapie
siehe auch "Vernachlässigte Schmerztherapie" Viele klassische Naturheilverfahren sowie einige komplementär-medizinische~ also ergänzende Methoden lassen sich sinnvoll mit Medikamenten in der Schmerztherapie kombinieren. Allerdings ist der Forschungsbedarf bei diesen Verfahren groß. Im Interesse der Patienten mit chronischen Schmerzen fordern Experten auf dem Deutschen Schmerztag eine breitere, gleichwohl kritische Offenheit gegenüber diesen Methoden..
Die Behandlung von Patienten mit schweren chronischen Schmerzen ist - trotz aller Fortschritte in den letzten Jahren stellt Ärzte immer wieder vor große Probleme. Darum setzen viele Patienten auf ,,alternative" Behandlungsmethoden. ,,Hier wird zwar eine Fülle diagnostischer und therapeutischer Methoden angeboten, doch nicht immer steht hinter ihnen ein seriöses medizinisches Konzept", sagt Dr. Anne Wessel von der Abteilung für Naturheilkunde der Freien Universität Berlin.

Wichtig seien, so die Ärztin weiter, eine klare Systematisierung und wissenschaftliche Einschätzungen der Wirksamkeit der sogenannten komplementären merapieverfahren, die ergänzend - komplettierend - zu einer konventionellen Behandlung in der Schmerztherapie eingesetzt werden. In der Schmerztherapie sind komplementäre Verfahren wie Akupunktur und Teile der Neuraltherapie weitgehend integriert und stellen oftmals sogar ein wesentliches Behandlungskonzept dar.

Im deutschsprachigen Raum werden die klassischen Naturheilverfahren von den komplementären Verfahren unterschieden. Die Naturheilverfahren umfassen etwa die Ordnungstherapie, Bewegungs- und Massagebehandlung oder die Anwendung von Kälte und Wärme, medizinischen Bädern, Ernährungs- und Phytotherapie. Diese Methoden werden zumeist unter erweiterten diagnostischen Gesichtspunkten eingesetzt. Untersucht und berücksichtigt werden dabei die Konstitution des Patienten, seine individuelle Reaktionslage und seine gesamte Befindlichkeit. ,,Viele der klassischen Naturheilverfahren geben dem Patienten Möglichkeiten an die Hand, aktiv etwas zum eigenen Genesungsprozeß beizutragen. Gezieltes Gesundheitsverhalten ist ein wesentlicher Faktor zur Krankheitsbewältigung und zur besseren Schmerzverarbeitung"' stellt Wessel fest.
Diese klassischen Naturheilverfahren sowie einige Methoden der Komplementärmedizin lassen sich in der Schmerzbehandlung sinnvoll mit Medikamenten kombinieren. Beispielsweise profitieren Patienten mit Muskel-, Rücken- und Gelenkbeschwerden von einer derartigen Kombinationsbehandlung. Bei rheumatischen Erkrankungen, aber auch anderen Schmerzsyndromen können Heilfasten Behandlungen schmerzbedingte Störungen der Gewebe günstig beeinflussen. ,,Wichtig ist jedoch stets eine klare Diagnose", sagt Wessel, ,,um den Patienten gegenebenfalls notwendige medikamentöse Basistherapien anzubieten."
Naturheilverfahren beeinflussen insgesamt die Befindlichkeit der Patienten positiv, wenn sie differenziert und sachkundig eingesetzt werden: Physikalische Reize - ob etwa durch Physiotherapie, Wasseranwendungen oder schwache elektrische Ströme - können die körpereigenen Systeme der Schmerzkontrolle aktivieren. Medizinische Bäder und Klimareize normalisieren das vegetative Nervensystem und entkrampfen die Muskulatur.
Patienten brauchen
weniger Schmerzmittel
Wissenschaftliche Studien belegen, daß solche Verfahren den Gebrauch von Schmerzmitteln und die Depressivität reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden der Patienten steigern können. ,,Die in der klassischen Naturheilkunde eher umstrittenen aus- und ableitenden Verfahren", sagt Wessel, ,,haben in der Schmerzbehandlung bei klar umschriebenen Indikationen ebenfalls ihren Stellenwert." Zu diesen Methoden gehören etwa das Schröpfen, Blutegelbehandlungen oder die seltener eingesetzten hautreizenden Methoden wie etwa das Auflegen von Cantharidenpflastern. ,,Zumeist werden diese Methoden nicht alleine, sondern in Kombination mit anderen, beispielsweise physikalischen Methoden, bei therapieresistenten Schmerzsyndromen angewandt."
Forschungsbedarf ist groß Gleichwohl mahnt Anne Wessel Forschungsbedarf an: "Der Studienbedarf auf dem Gebiet der Grundlagenforschung und zur klinischen Überprüfung komplementärer Methoden ist groß." Nur dadurch können Behandler und Patienten die Wirksamkeit und Seriosität einzelner Verfahren abschätzen", sagt Wessel. Darum wünscht sich die Ärztin ,,eine breitere, gleichwohl kritische Offenheit gegenüber komplementär-medizinischen Methoden und den klassischen Naturheilverfahren."
Kontakt: Dr. Anne Wessel, 4. Innere Abt. Naturheilkunde, Krankenhaus Moabit der FU Berlin, Turmstraße 21, 10559 Berlin Tel.: 030-3976-3401 Fax: 030-3976-3409
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