Ernährung

Erkrankungen und Ernährung
Essstörungen
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Fleischarme oder fleischlose Ernährung

Gesund abnehmen - Diäten
Untergewicht - Gesund Zunehmen

Nährstoffe
Säure-Basen-Haushalt
Schwanger - wie soll ich essen?

Spezial: Ernährung und Radioaktivität

Krankheitsbild und Diagnostik der Essbrechsucht

Gier und Heißhungerattacken gefolgt von Erbrechen sind typisch.

Das wichtigste Merkmal der Bulimia nervosa sind immer wiederkehrende Heißhungeranfälle bei der große Mengen (meist süßer und hochkalorischer) Nahrung gierig verschlungen werden. Bei solchen Essattacken können Betroffene 3000 bis 4000 kcal gelegentlich sogar bis zu 10.000 kcal in sich hineinstopfen. Die Anfälle finden in der Regel heimlich statt. Während eines Anfalls kommt es zu einem Kontrollverlust über das Essen. Um einen solchen Essanfall auch durchführen zu können, müssen die Betroffenen für ausreichend große Mengen Lebensmittel sorgen. Es findet eine regelrechte Planung statt. Oft kreisen die Gedanken ständig um das Essen. Es können sich sogar finanzielle Schwierigkeiten ergeben, denn solche großen Mengen Nahrungsmittel kosten entsprechend viel Geld.

 

Häufig Bestandteil der Erkrankung sind strenge Diäten, Sport und Missbrauch von Abführmitteln.

Als Reaktion auf die Essanfälle wird aus Scham und Angst vor Gewichtszunahme in der Regel unmittelbar folgend Erbrechen ausgelöst und der Essanfalls dadurch beendet. Um eine Gewichtszunahme zu verhindern, wird häufig eine strenge Diät eingehalten. Durch Sport oder Einnahme von Abführmitteln wird versucht, einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Nach einem Essanfall schämen sich die Betroffenen oft erheblich. Das kann dazu führen, dass sie sich selbst verachten. Unter Umständen werden sie depressiv und grenzen sich von anderen ab, sodass sie in die soziale Isolation geraten.

 

Diagnosekriterien:

Der Arzt diagnostiziert die Erkrankung "Bulimie", wenn folgende Symptome vorliegen:
  • andauernde gedankliche Beschäftigung mit Essen, unwiderstehliche Gier nach Nahrungsmitteln
  • Essanfälle mit dem Erleben eines Kontrollverlusts während des Anfalls (mindestens 2-mal pro Woche)
  • Durchführung von Maßnahmen zur Gewichtskontrolle: selbst ausgelöstes Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln und/oder Appetitzüglern, zeitweilige Hungerperioden und Diäten
  • anhaltende Sorge um Körperumfang und Körpergewicht
  • weitgehend normales Körpergewicht

 

Die körperlichen Folgen können erheblich sein.

Neben den erheblichen psychischen und sozialen Konsequenzen einer Essbrechsucht können auch medizinische Komplikationen bzw. Folgeerscheinungen auftreten, die erhebliche gesundheitliche Probleme mit sich bringen können. Obwohl die Betroffenen sehr genau wissen, dass sie krank sind, sind ihnen gerade diese "körperlichen Aspekte" häufig nicht bewusst.
  • Zerstörung des Zahnschmelzes durch das häufige Erbrechen, dadurch erhöhte Kariesanfälligkeit
  • Vergrößerung der Ohrspeicheldrüsen, Entzündung der Ohrspeicheldrüsen (Parotitis)
  • Störungen des Elektrolythaushalts (Hypokaliämie)
  • Verletzungen im Rachenraum
  • Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut (Oesophagitis)
  • selten Riss der Speiseröhren- oder Magenwand
  • vereinzelt Todesfälle

Top

Zur Übersicht
Essstörungen / Essbrechsucht

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas