Geriatrie
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Veränderungen der Organsysteme im Alter:
Immunsystem

Die Zahl der Abwehrzellen sinkt.

Im höheren Alter wird das Knochenmark, das für die Produktion der weißen und roten Blutkörperchen zuständig ist, zunehmend durch Fettgewebe ersetzt. Daher nimmt die Anzahl der im Blut schwimmenden roten und weißen Blutkörperchen ab. Die weißen Blutkörperchen - betroffen sind insbesondere die T-Lymphozyten, die um etwa 25 Prozent zurückgehen - sind wesentliche Bestandteile des Immunsystems. So sinkt die Immunabwehr und das Immunsystem ist nicht mehr so leistungsfähig.

 

Ältere Menschen sind anfälliger für Infektionen.

Aus der nachlassenden Immunfunktion ergibt sich insbesondere eine erhöhte Infektanfälligkeit. Ältere Menschen sind häufiger und leichter von Erkrankungen wie Erkältung, Grippe oder Bronchitis betroffen. Daher sollte eine Vorbeugung in Form von Impfungen erfolgen, unter anderem gegen Grippe und Lungenentzündung. Auch sollten ältere Menschen den Kontakt zu erkrankten Personen (z.B. dem an einer Erkältung leidenden Enkelkind) meiden. Durch die beeinträchtige Immunfunktion ist auch die Abwehr jener Viren eingeschränkt, die zur Bildung von Tumoren führen können, z.B. als Komplikation eine Infektion mit Feigwarzen (HP-Viren) am Gebärmutterhals. Außerdem können krankhaft veränderte Körperzellen nicht mehr so effektiv erkannt und zerstört werden wie in der Jugend. Die Folge ist, dass aus veränderten Körperzellen entstehende Tumoren schneller und ungehinderter wachsen können.

 

Infektionen können schwerer verlaufen.

Aber der Körper älterer Menschen ist nicht nur anfälliger für Infektionen. Auch das Krankheitsbild der Infektionen kann verändert sein. Das typische Fieber kann fehlen. Auch die vermehrte Anzahl von weißen Blutkörperchen im Blut (Leukozytose), die bei bakteriellen Infektionen im Labor normalerweise nachgewiesen wird, kann nicht als gesicherter Hinweis gelten.

 

Gürtelrose kommt bei älteren Menschen häufiger vor.

Ein spezielles Problem ist die Gürtelrose. Diese sehr schmerzhafte Infektion betrifft Menschen, die früher an Windpocken erkrankt waren. Nach Abheilung der Windpocken bleiben die Viren ein lebenslang im Körper. Durch eine zeitweilige oder dauerhaft geschwächte Immunabwehr können diese schlafenden Viren wieder aktiv werden. Dann verursachen sie aber nicht die Windpocken, sondern die Gürtelrose. Wie das genau funktioniert, können Sie hier nachlesen. Durch diesen Mechanismus sind besonders ältere Menschen sehr viel häufiger von Gürtelrose betroffen, als junge Menschen.

 

Allergien können im Alter vollständig ausheilen.

Wenn Sie unter einer Allergie leiden, kann die nachlassende Immunabwehr auch eine positive Seite haben. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem des Körpers übermäßig stark auf einen Fremdstoff (beispielsweise Gräser und Pollen bei Heuschnupfen oder Nickel bei einer Kontaktallergie). Diese Überreaktion des Immunsystems führt zu den typischen allergischen Beschwerden, wie laufende Nase und tränende Augen bei Heuschnupfen, Luftnot bei allergischem Asthma und Hautrötungen bei Kontaktallergien. Durch die im Alter nachlassende Immunfunktion werden auch die im Rahmen einer Allergie auftretenden Überreaktionen des Immunsystems gedämpft. Das führt dazu, dass sie allergischen Beschwerden in Häufigkeit und/oder Intensität nachlassen oder sogar ganz verschwinden können.

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