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Basistherapeutika:
Biologische Rheumatherapie mit Biologika
TNF-alpha-Hemmer und Interleukin-1-Hemmer
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Natürliche Funktion von TNF-alpha
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TNF-alpha ist ein natürliches Zytokin
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TNF-alpha (Tumor-Nekrose-Faktor alpha) ist eine körpereigene Substanz,
die bei der Abwehrreaktion des Körpers eine wichtige Rolle einnimmt. Sie gehört zu den
Substanzen, die eine Entzündungsreaktion im Körper auslösen oder verstärken, indem sie
die B- und T-Zellen aktiviert, Granulozyten und Makrophagen herbeiruft, Tumorzellen
zerstört und Fieber erzeugt. Dieser Prozess ist wichtiger Bestandteil des Immunsystems.
Er dient der Bekämpfung von Bakterien, Viren u.a. Fremdkörpern (Antigenen), die in den
Körper eindringen. Allgemein gesagt bedeutet Entzündung nichts anderes, als die normale Abwehrreaktion des menschlichen Körpers
auf einen Reiz. Ziel der Abwehrreaktion ist es, den auslösenden Reiz und seine Folgen zu
beseitigen. Wie dieser Vorgang funktioniert, finden Sie im Bereich MedizInfo®Immunsystem im Text "Unspezifische Abwehr" genauer
erklärt. |
Chronische Entzündung schädigt
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Bei chronischen Entzündungen, z. B. bei rheumatischen Erkrankungen oder
auch z. B. bei Psoriasis, kommt TNF-alpha in großen Mengen vor. Durch die andauernde
Entzündung entwickeln sich im Laufe der Zeit zunehmend Gewebeschäden, die bei
rheumatischen Erkrankungen zu einer Zerstörung von Gelenkknorpel, Gelenk und Knochen
führen können. |
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Wirkmechanismus
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TNF-alpha-Hemmer und Interleukin-1-Hemmer sind biotechnologisch
hergestellte Wirkstoffe, die das körpereigenen TNF-alpha oder Interleukin-1 hemmen
bzw. blockieren. |
Klassische Zeichen einer Entzündung:
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Sichtbare Zeichen einer lokalen Entzündungsreaktion sind Rötung, Hitze,
Schwellung, Schmerz und Funktionsstörung. Diese Anzeichen werden auch (nach Celsus) als
klassische Entzündungszeichen bezeichnet. Allerdings kann eine lokale
Entzündungsreaktion auch im Inneren des Körpers ablaufen. Dann machen sich die
Entzündungszeichen in Form von entsprechenden Beschwerden bemerkbar. |
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Bei übermäßiger Produktion von Zytokinen oder wenn sich die
Abwehrprozesse gegen körpereigenes Gewebe, wie Knorpel und Knochen richten (Autoimmunreaktion), muss dieser
Prozess wirksam unterbrochen werden. Diese Unterbrechung erfolgt durch TNF-alpha-Hemmer
oder Interleukin-1-Hemmer. |
Das Schlüssel-Schloss- Prinzip
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Bei einer normalen Immunreaktion bindet sich der Tumornekrosefaktor a oder
der Botenstoff Interleukin-1 an einen Rezeptor auf der Oberfläche der Zelle. Dieser
Rezeptor und das Zytokin passen zusammen wie Schlüssel und Schloss. Bei den zur
Verfügung stehenden TNF-alpha-Hemmerns existieren zwei verschiedene Möglichkeiten der
Hemmung: |
Ein Ersatzschloss mit hoher Anziehungskraft
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- Der Wirkstoff Etanercept ist in seinem Aufbau den
natürlichen Rezeptor für TNF-alpha auf der Zelle sehr ähnlich. Dadurch passt das
TNF-alpha genau auf den Wirkstoff, wie der Schlüssel auf ein Schloss. Etanercept ist eine
Art "Ersatzschloss" für den "Schlüssel" TNF-alpha. Weil aber der
Wirkstoff sehr viel mehr Anziehungskraft für das TNF-alpha hat, als der natürliche
Rezeptor auf der Zelle, bindet TNF-alpha leichter an dem "Ersatzschloss" an.
Dadurch wird die Entzündungsreaktion wirkungsvoll durchbrochen.
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Der veränderte Schlüssel passt nicht mehr
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- Die zweite Möglichkeit, TNF-alpha zu hemmen, besteht in der Herstellung eines
sogenannten monoklonalen
Antikörpers. Diese Antikörper sind gentechnisch so speziell hergestellt, dass sie
sich ausschließlich an das TNF-alpha anhängen. Dadurch verändern sie die Form des
TNF-Moleküls, das dann nicht mehr an den Rezeptor binden kann. Der Schlüssel hat sich
sozusagen verändert und passt nicht mehr in das Schloss. Auch auf diese Weise wird die
Entzündungsreaktion wirkungsvoll unterbrochen. Beispiele für monoklonale Antikörper
sind die Wirkstoffe Adalimunab und Infliximab.
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Die TNF-alpha-Hemmer und Interleukin-1-Hemmer werden häufig nur
verwendet, wenn andere antirheumatische Medikamente nicht vertragen werden oder nicht
ausreichend wirken. |
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Mögliche Nebenwirkungen
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Magen-Darm-Beschwerden sind vorübergehend.
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In seltenen Fällen kann es anfangs zu Magen-Darm-Störungen
kommen. |
Vermehrte Infektanfälligkeit.
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TNF-alpha-Hemmer und Interleukin-1-Hemmer sind hochwirksame Medikamente,
die deutlich die Abwehrreaktion des Immunsystems hemmen. Deshalb kann das Immunsystem
Krankheitserreger nicht mehr so gut abfangen und es kann leichter zu Infektionen kommen.
Aus diesem Grund werden die Medikamente nur dann eingesetzt, wenn anderer Medikamente
versagen. |
Kontrolluntersuchungen sind notwendig.
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In Einzelfällen werden Blutbildveränderungen beobachtet, die während
der Therapie auftreten. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolluntersuchung sehr wichtig. |
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Gegenanzeigen
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Keine Anwendung bei schon bestehenden Infekten.
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Bei akuten oder chronischen Infekten sollte keine Behandlung mit
TNF-alpha-Hemmern oder Interleukin-1-Hemmern durchgeführt werden. Eine weitere
Schwächung des Immunsystems sollte in diesen Fällen vermieden werden. |
Nutzen und Risiko genau abwägen.
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Betroffene, die an Multipler
Sklerose oder Herzinsuffizienz
leiden, sollten mit TNF-alpha-und Interleukin-1-Hemmern erst dann behandelt werden, wenn
vorher eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt wurde. |
Bei Schwangeren keine Anwendung.
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Schwangere und stillende Mütter dürfen nicht mit TNF-alpha-Hemmern oder
Interleukin-1-Hemmern behandelt werden, weil es bisher keine Studien über mögliche
Auswirkungen auf das Kind gibt. |
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Eine gleichzeitige Anwendung von Anakinra,
einem Interleukin-1-Hemmer und TNF-alpha-Hemmern ist nicht empfehlenswert. Es kann sonst
verstärkt zu Neutropenien und Infektionen kommen. Neutropenien sind
Blutbildveränderungen, die auf einer starken Verminderung der neutrophilen Granulozyten, einer speziellen Form
der weißen Blutkörperchen, im Blut beruhen. Diese sind wiederum wichtiger Bestandteil
des Immunsystems.
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