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Magen- und Zwölffingerdarm- Geschwür

Ulkuskrankheit, Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni.

Magengeschwür

Inhaltsübersicht:
Ulkuskrankheit
Ulcus ventriculi
Ulcus duodeni
Erkrankungsursachen
Therapie
Vorbeugung

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Ulkuskrankheit

Oberflächliche Erosionen heilen nach wenigen Tagen

Ein Geschwür (Ulkus) im Verdauungssystem ist eine Erkrankung der Schleimhaut, die in die tieferen Wandschichten eindringt. Ist sie lediglich auf die Oberfläche der Schleimhaut begrenzt, nennt man sie Erosion. Erosionen erfolgen schubweise und heilen meistens nach nur wenigen Tagen wieder ab. Beschwerden verursachen sie meistens nicht.

 

Die Schleimhaut hat Lücken

Es handelt sich bei Ulkuserkrankungen um einen sehr häufig auftretenden, gutartigen Gewebsdefekt. Die schützende Schleimhaut ist an einigen Stellen unterbrochen, so dass dort der saure Magensaft ungehindert angreifen kann. Die Magenschleimhaut wird daraufhin angedaut und zerstört.

 

Manche Menschen sind besonders anfällig

Vielfach erkranken bestimmte Menschen bevorzugt an diesem Leiden. In diesen Fällen spricht man von einer Ulkusdiathese. Eine Diathese ist die Neigung des menschlichen Körpers, für bestimmte Krankheiten leichter anfällig zu sein. Diese Anfälligkeit ist meistens angeboren, kann sich aber auch im Laufe des Lebens erst entwickeln. Besonders Menschen, die eine erhöhte vegetative Empfindlichkeit besitzen, erkranken öfter an einem Geschwür. Das vegetative Nervensystem ist bei ihnen leichter erregbar. Sie sind schnell innerlich aufgewühlt, was sich dann auch in körperlichen Symptomen äußert, wie z.B. in Form von kalten oder feuchten Händen und verstärktem Schwitzen. Ihre Fähigkeit, Stress zu bewältigen und gelassen mit ihm umzugehen, ist schwächer ausgebildet.

 

Das Gesicht ist oft besonders gezeichnet

Oft weisen die an einer Ulkuskrankheit leidenden Menschen auch ein charakteristisches Äußeres auf. So ist eine schlanke bis hagere Figur typisch für die Betroffenen. Zudem zeigt sich bei ihnen vielfach eine für diese Krankheit bezeichnende Gesichtsmimik, das sogenannte "Ulkusgesicht" (Facies gastrica). Es ist geprägt durch eine scharfe Zeichnung der Hautfalten, die rechts und links von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln herab verlaufen, den Nasenlippenfurchen (Nasolabialfalten). Dies gibt dem Gesicht einen fast gequälten Gesichtsausdruck, wahrscheinlich als Reaktion auf die langandauernden Schmerzen. Eine Unterscheidung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür allein anhand der Symptome ist oft  nicht möglich.

 

Akute oder chronische Geschwüre

Es gibt verschiedene Formen von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren:
  • Plötzlich auftretende (akute) Geschwüre
  • Sich langsam entwickelnde (chronische) Geschwüre

 

Oft keine genaue Diagnose anhand der Beschwerden möglich

Alle unten beschriebenen Beschwerden sind eher uncharakteristisch. Sie können auch bei Erkrankungen benachbarter Organe, wie Leber, Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase auftreten.

Bei älteren Menschen zeigen sich häufig gar keine Beschwerden. Hier ist besonders auf Blutungen, Teerstuhl, starker Leistungsknick und Anämie als Symptomen zu achten.

Beim Zwölffingerdarmgeschwür können auch nachts Schmerzen auftreten.

 

Männer sind häufiger betroffen

Zu Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren kommt es sehr häufig, meistens ab dem 40. Lebensjahr. Etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung entwickelt mindestens einmal im Leben ein peptisches Ulkus. Die Inzidenz beträgt 15 bis 30 Fälle pro 1.000 Einwohner. Dabei wächst die Zahl der Betroffenen noch. Männer doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die Ulkuskrankheit kommt familiär gehäuft vor. Bei familiär unbelasteten Menschen tritt sie mit einer dreifachen Häufigkeit auf.

 

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Ulcus ventriculi

Beim Magengeschwür kommt es beim oder bald nach dem Essen zu Schmerzen

Vor allem ältere Menschen ab dem 60. Lebenjahr leiden häufig an einem Magengeschwür (Ulcus ventriculi). Die Beschwerden, die das Geschwür verursacht, treten charakteristischerweise immer in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme auf. Je nachdem, wann es zu Schmerzen kommt, kann daraus auf die Lage des Geschwürs geschlossen werden. Je höher es sitzt, desto frühzeitiger machen sich die Beschwerden nach einer Mahlzeit bemerkbar. Geschwüre nahe dem Magenausgang (Pförtner) machen erst lange nach der Nahrungsaufnahme auf sich aufmerksam. Die dann auftretenden Schmerzen werden oft gar nicht mehr mit dem Essen in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund werden diese tiefergelegenen Geschwüre häufig mit den Zwölffingerdarm-Geschwüren verwechselt. Zwölffingerdarm-Geschwüre bereiten erst im Nüchternzustand Beschwerden.

 

Aus Angst vor Schmerzen essen viele Betroffene erst gar nicht

Die Schmerzen, die ein Magengeschwür verursacht, setzen oft in Schüben ein. Diese Schübe können eine Dauer von 3 bis 6 Wochen aufweisen. Innerhalb dieser Schübe variieren die Schmerzen in ihrer Intensität stark. Sie können sich in einem unangenehmen Druckgefühl äußern und sich bis hin zu einem ziehenden oder bohrenden, meistens krampfartigen, Schmerz steigern. Dabei ist der gesamte Bauchraum die ganze Zeit über äußerst empfindlich gegenüber jeglicher Druckeinwirkung von außen. Schon alleine das Aufliegen der Bettdecke auf dem Bauch kann als sehr störend empfunden werden. Da die Schmerzen nach dem Essen einsetzen, kann dies dazu führen, dass der Betroffene mit der Zeit aus Angst vor den Schmerzen fast ganz auf seine Mahlzeiten verzichtet. In diesen Fällen kann es dann zu einer nicht unerheblichen Abmagerung kommen.

 

Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blut im Stuhl  können auftreten

Weitere Beschwerden eines Magengeschwürs sind Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Völlegefühl. Als Komplikationen können die Geschwüre auch Blutungen verursachen. Diese Blutungen zeigen sich im Stuhl oder im Erbrochenen. Das Erbrechen mit blutigen Beimengungen, ab etwa 100 ml, wird auch Hämatemesis genannt. Im Stuhl ist das Blut durch einen Labortest nachweisbar. Mit diesem Test kann verstecktes (okkultes) Blut nachgewiesen werden. Häufiger ist es aber auch schon mit bloßem Auge zu erkennen. Der Stuhl ist dann schwärzlich verfärbt und von zäher, klebriger Konsistenz. Deshalb wird dieser Stuhl als "Teerstuhl" bezeichnet. Die dunkle Verfärbung hängt mit dem Abbau des Hämoglobins, dem roten Blutfarbstoff, zusammen. Das Blut stammt bei einem Teerstuhl meistens aus dem Magen oder oberen Darmabschnitt. Ist die Blutung dagegen tiefer gelegen, ist der Stuhl noch nicht schwärzlich, sondern rötlich verfärbt. Das Hämoglobin ist hier noch nicht abgebaut worden. Es handelt sich dann um einen "Blutstuhl".

 

Aber nicht jeder Stuhl, der rötlich verfärbt ist, muss ein Alarmzeichen für eine Blutung im Verdauungstrakt sein. Viele Lebensmittel, wie z.B. rote Beete, rohes Fleisch z. B. Hack, aber auch Eisenpräparate und sogar Rotwein, können zu der roten Farbe führen. Darum gilt es, erst einmal in Ruhe zu überlegen, was in der letzten Zeit gegessen oder eingenommen wurde.

 

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Ulcus duodeni

Schmerzen im nüchternen Zustand deuten auf ein Zwölffingerdarm- Geschwür

Geschwüre im Zwölffingerdarm (Ulcus duodeni) kommen im Gegensatz zu Magengeschwüren mehr als doppelt so häufig vor. Jüngere Männer werden von dieser Erkrankung bevorzugt befallen. Typisch für das Zwöffingerdarm-Geschwür ist der Nüchternschmerz. Er macht sich etwa zwei Stunden nach dem Essen bemerkbar. Der Schmerz entsteht durch das Ungleichgewicht von Säureproduktion im Magen und alkalischen Verdauungssaft im Zwölffingerdarm. Der Magen produziert zuviel sauren Magensaft und der Darm zuwenig basische Bicarbonate. Die Säure kann deshalb nur noch unzureichend im Zwölffingerdarm neutralisiert werden. Sie reizt aus diesem Grunde dort die defekten und somit ungeschützten Schleimhautstellen. Nach dem Essen verschwindet der Schmerz aber wieder, im Gegensatz zum Magengeschwür-Schmerz, der nach dem Essen erst auftritt.

 

Erbrechen ist selten

Die Schmerzen sind meistens krampfartig und bohrend. Vielfach klagen die Betroffenen auch über Rückenschmerzen. Das ist meistens dann der Fall, wenn das Geschwür sich in der Hinterwand des Zwölffingerdarms befindet. Dann strahlt der Schmerz auch in die Rückengegend aus. Übelkeit ist wie beim Magengeschwür eine weitere unangenehme Begleiterscheinung. Erbrechen tritt fast nie auf, dafür aber ein gelegentlicher Brechreiz. Auch die anderen Symptome, wie Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blutungen können hier genauso auftreten wie bei der Erkrankung an einem Magengeschwür.

 

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Erkrankungsursachen

Bakterium Helicobacter pylori

Häufigste Ursache ist die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Beim Zwölffingerdarmgeschwür findet sich bei etwa 90 Prozent und beim Magengeschwür bis zu 80 Prozent der Betroffenen eine Besiedelung mit Helicobacter pylori.

 

Medikamente

Medikamente, z. B. Azetylsalicylsäure bei Schmerzmitteln oder  Glukokortikoide in Rheumamedikamenten, Rauchen und Alkohol können Geschwüre verursachen.

 

Psychische Faktoren

Psychische Faktoren wie Stress und langanhaltende Konfliktsituationen in Familie und/oder Beruf fördern die Bildung eines Geschwürs.

 

Quelle:
Buch dazu anzeigenLayer, Rosien: Praktische Gastroenterologie
Insgesamt können folgende Ursachen zu einer Ulkuskrankheit führen, bzw. die Entstehung eines Ulkus fördern:

Infektionen:

Medikamente:

Noxen:

  • Rauchen (wichtiger Cofaktor für Duodenalulzera)
  • vaskuläre Insuffizienz und Crack-Kokain
  • Bestrahlung
  • Chemotherapie (intraarteriell-hepatische 5-Fu-Therapie)

Assoziierte Erkrankungen:

  • Zollinger-Ellison-Syndrom, MEN-1 (multiple Ulzera, Hp-negativ, Familienanamnese, Nierensteine)
  • M. Crohn (dann auch Manifestation des Crohn im übrigen Gastrointestinaltrakt)
  • systemische Mastozytose (Flush, Juckreiz, Durchfall)
  • Karzinoid-Syndrom (über ektope Histamin-Produktion)
  • Basophilie bei myeloproliferativem Syndrom
  • antrale G-Zell-Überfunktion
  • idiopatische hypersekretorisches Duodenalulkus (erhöhte gastrale Säuresekretion bei normalen Gastrinspiegeln)
  • duodenale Obstruktion
  • Sarkoidose (immer auch mit pulmonaler Sarkoidose einhergehend)
  • COPD und Leberzirrhose (erhöhte Inzidenz von peptischen Ulzera)

 

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Therapie

Allgemeine Maßnahmen

Als allgemeine Maßnahmen werden ein geregelter Tagesablauf und insbesondere Zeit zum Essen angesehen. Eine besondere Diät muss nicht eingehalten werden, allerdings sollten Sie auf scharfe Gewürze verzichten. Sie sollten Stress meiden und Nikotin, Alkohol stark reduzieren. Kaffee sollte nie auf nüchternem Magen getrunken werden. Medikamente, die die Entstehung eines Geschwürs fördern, sollten abgesetzt oder eingeschränkt werden. Fragen Sie vorher Ihren Arzt!

 

Helicobacter- Eradikation

Langzeittherapie mit Medikamenten, wenn Helicobacter nicht beteiligt ist

Eine medikamentöse Therapie richtet sich danach, ob eine Infektion mit Helicobacter pylori nachgewiesen wurde oder nicht.

Bei Helicobacter pylori Anwesenheit muss eine gezielte Eradikation durchgeführt werden. Hier finden Sie verschiedene Therapieschemata.

Bei Helicobacter pylori Abwesenheit:

  • Protonenpumpenhemmer (in Kombination)
  • H2-Blocker (auch als Langzeittherapie zur Vorbeugung)
  • Anticholinergika, insbesondere bei Ulkus duodeni
  • Antazida bei akutem Ulkus
  • Mukosaprotektiva bei akutem Ulkus

 

Operationen

Operationen können notwendig werden bei Blutungen oder beim Durchbruch eines Geschwürs. Auch bei wiederkehrenden Geschwüren (rezidivierende Ulzera) und wenn über einen längeren Zeitraum andere therapeutische Maßnahmen ohne Erfolg bleiben, ist eine Operation notwendig.

 

Komplikationen

Komplikationen bei der Ulkuskrankheit sind:
  • Ulkusblutung: 10-20 Prozent
  • Ulkusperforation (Durchbruch): 5 Prozent
  • Ulkuspenetration (Eindringen des Ulkus in benachbarte Gewebe oder Organe): selten
  • Narbige Magenausgangsstenose (Verengung des Magenausgangs): 2 bis 4 Prozent

 

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Vorbeugung

Das können Sie selbst tun

Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sind folgende vorbeugende Maßnahmen sinnvoll:
  • Vermeiden Sie Stress und erlernen Sie Entspannungstechniken, die ihnen helfen, mit Stress besser umzugehen.
  • Genießen sie maßvoll Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol und Nikotin. Auf Nikotin sollten Sie möglichst ganz verzichten.
  • Nehmen Sie Schmerzmittel nur in dringenden Fällen und nach Möglichkeit nur, wenn Sie vom Arzt verordnet wurden.

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