Reisemedizin

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Reisen mit Kindern

Kinder haben höheres Risiko

Kinder sind grundsätzlich auf Reisen größeren gesundheitlichen Gefährdungen ausgesetzt als Erwachsene. So sind Reisen in tropische Gebiete für Säuglinge und Kleinkinder in Hinblick auf den noch labilen Elektrolyt- und Wasserhaushalt weniger geeignet. Von Reisen in entlegene Malaria-Risikogebiete mit Kindern unter 5 Jahren wird seitens der DTG (Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e. V.) abgeraten.

 

Impfungen

Eine Überprüfung der Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Kinderlähmung sollte rechtzeitig vorgenommen werden. Je nach Reiseziel kommen weitere Impfungen dazu, wobei folgende Alterseinschränkungen für das Mindestalter zu beachten sind:

Cholera parenteral/zur Injektion 6 Monate
Cholera-Schluckimpfung 2 Jahre
FSME-Kinderimpfstoff 1 Jahr*
Gelbfieber 6 Monate
Hepatitis A 12 Monate
Influenza 6 Monate
Japanische Enzephalitis 12 Monate
Masern 9 Monate
Meningokokken Meningitis (Polysaccharidimpfstoffe) 2 Jahre
Mumps 15 Monate
Röteln 12 Monate
Tollwut 12 Monate
Typhus oral 12 Monate
Typhus parenteral/zur Injektion 2 Jahre

Quelle

Da in vielen Ländern Masern weit verbreitet sind, ist eine Masernschutzimpfung empfehlenswert. Kinder sollten auch möglichst gegen Hepatitis A und B geimpft sein.

 

Reiseapotheke

In der Reiseapotheke des Kindes sollten folgende Präparate vorhanden sein:

  • Wasserfeste Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (> 30)
  • Wundheilsalbe
  • Pflaster/Verbandsmaterial/Schere/Pinzette
  • Fieberthermometer und fiebersenkendes Medikament
  • Zäpfchen oder Saft gegen Übelkeit
  • Mittel gegen Durchfall
  • Elektrolytlösung zum Rehydrieren bei Durchfall
  • Anis-Fenchel-Kümmeltee gegen Bauchschmerzen
  • Abschwellende Nasentropfen
  • Antihistamin-Gel zur Behandlung von Insektenstichen
  • Mittel gegen Mücken zum Einreiben (Repellents)

Falls Ihr Kind dauerhaft Medikamente erhält, müssen diese natürlich in ausreichender Menge mitgenommen werden. Überprüfen Sie, ob diese nicht die Lichtempfindlichkeit erhöhen und unerwünschte Hautreaktionen hervorrufen können.

 

Sonne und Hitze

Die zarte Kinderhaut verlangt einen besonders guten Sonnenschutz, da ihre Schutzmechanismen noch nicht voll ausgebildet sind. Folgende Regeln sollten Sie beachten, um Ihre Kinder zu schützen.

  • Babys unter einem Jahr sollten nie der prallen Sonne ausgesetzt sein. Auch sollen sie noch kein Sonnenschutzmittel aufgetragen bekommen.
  • Kinder ab dem zweiten Lebensjahr dürfen für kürzere Zeit in die Sonne. Kleidung gibt zwar einigen Schutz, aber Sie müssen bedenken, dass Kleidung doch UV-Strahlen durchlässt und wenn sie nass ist noch um einiges mehr. Auf die freien Körperstellen tragen Sie Sonnenmilch mit LSF über 30 auf. Optimal ist, wenn Sie sich trotz des hohen Preises für Kleidung mit integriertem Sonnenschutz (vgl. Schutzmöglichkeiten vor UV-Strahlen) entscheiden können.
  • Ein Sonnenhut ist unverzichtbar, um an heißen Tagen nicht nur einen Sonnenbrand am Kopf, sondern auch einen Sonnenstich zu vermeiden.
  • Um die Augen Ihres Kindes gut zu schützen, sollte es auch eine qualitätsmäßig hochwertige Sonnenbrille tragen. Lassen Sie sich am besten von einem Optiker beraten.
  • Denken Sie daran, den Sonnenschutz frühzeitig, ca. 60 Min. zuvor aufzutragen, damit er seine Wirkung voll entfaltet hat, bis das Kind ins Freie geht. Nur wenn deutlich auf der Verpackung "sofortiger Schutz" vermerkt ist, ist eine Schutzwirkung direkt gegeben. Wählen Sie ein Mittel mit hohem LSF über 30 und cremen Sie das Kind nach dem Schwimmen wieder ein.
  • Lassen Sie das Kind nicht in der Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr an der Sonne spielen, sondern halten Sie sich mit ihm im Schatten auf.
  • Bieten Sie dem Kind genügend Flüssigkeit an.
  • Vermeiden Sie unter allen Umständen einen Sonnenbrand, denn mit jedem durchgemachten Sonnenbrand steigt das Risiko in späteren Jahren an Hautkrebs zu erkranken.

 

Mückenschutz

Wirksamer Mückenschutz ist gerade für Kinder unabdingbar. Für Kleinkinder unter 3 Jahren muss bei der Anwendung eines mückenabweisenden Mittels darauf geachtet werden, dass es kein DEET (Diethyltoluamid) enthält. Wenn eine Reise in ein Malaria-Risikogebiete nicht zu vermeiden ist, ist eine Malariaprophylaxe erforderlich. Diese ist auch für gestillte Säuglinge notwendig, da die Wirkstoffe zur Malariaprophylaxe nicht über die Muttermilch weitergegeben werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Präparate in Abhängigkeit vom Alter gegeben werden dürfen. Auf jeden Fall ist ein imprägniertes Moskitonetz erforderlich.

 

Kinder und Tiere

Kinder sind von Tieren fasziniert. Sie sind gerne mit ihnen zusammen und möchten jedes Tier anfassen und streicheln. Aus diesem Grund ist die Übertragung von Krankheitserregern von Tieren auf die Kinder immer eine Gefahr. Tollwut - die in vielen Ländern vorkommt - kann lebensbedrohlich sein. Weisen Sie Ihr Kind an, dass es keine fremden Hunde oder Katzen anfasst und eine eventuelle Biss- oder auch Kratzverletzung sofort mitteilt. Suchen Sie - insbesondere bei einem Biss - unverzüglich einen Arzt auf. Bei Reisen in ein tollwutgefährdetes Gebiet sollte das Kind zuvor geimpft werden.

 

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