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Arteriosklerose

Was ist das?
Inhaltsübersicht:
Gefäßaufbau
Entstehung
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Gefäßaufbau
Dauerbetrieb mit 40 km/h. Ausgehend vom Herzen verteilen die Arterien das Blut im ganzen Körper. Jedes Mal, wenn die linke Herzkammer sich zusammenzieht, pumpt sie Blut in die Aorta, die große Herzschlagader. Die Aorta weitet sich, damit sie den Blutschwall aufnehmen kann. Diese Gefäßerweiterung setzt sich in Form einer Welle durch das gesamte System der Arterien mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 40 km/h fort. Wir können diese Welle als Puls fühlen.

 

Schematische Darstellung der verschiedenen Schichten einer Arterie. Die Arterien sind aus verschiedenen Schichten aufgebaut, die ihr erlauben, sich optimal an ihre Aufgaben anzupassen.
  • Die innerste Schicht, die auch Intima genannt wird, besteht aus Lage flacher Endothelzellen, die für einen reibungslosen Fluss des Blutes sorgt.
  • Die mittlere Schicht, oder Media, ist eine Schicht aus glatten Muskelfasern. Durch die Muskelschicht, die zäh und elastisch ist, kann die Arterie ihren Durchmesser, man sagt auch Lumen, verändern. Das ist ganz besonders wichtig, damit sich die Arterien an alle Erfordernisse, z. B. Veränderungen des Blutdrucks, anpassen können.
  • Die äußere Schicht, oder Adventitia, umhüllt die beiden inneren Schichten und besteht aus Bindegewebe.

Die kleinsten Arterien des Arterienbaumes bestehen nur noch aus einer Schicht Endothelzellen. Das erleichtert den Austausch von Nährstoffen und Sauerstoff.

 

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Entstehung
Die Intima wird beschädigt und der Körper versucht, den Schaden zu reparieren. Die Entstehung der Arteriosklerose ist ein lang andauernder Prozess, der auch heute noch nicht in allen Punkten eindeutig erklärt ist. Insbesondere die auslösenden Faktoren werden kontrovers diskutiert. Unabhängig von diesen Auslösern, was passiert konkret? Die Endothelschicht (Intima) wird an ihrer Oberfläche an einer bestimmten Stelle geschädigt. Um den Schaden zu reparieren, heften sich Blutplättchen an, die bei jeder Wundheilung und auch bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen. Leider können die Blutplättchen aber des Schaden nicht komplett abdecken. Als Folge davon wird die Endothelschicht durchlässiger. Die Durchlässigkeit von Gewebe nennt sich auch Permeabilität.

 

Ein Kreislauf lässt die Plaques immer weiter wachsen. Durch die vermehrte Permeabilität kommt es zu einer Aufquellung der Intima, dem Intimaödem. Jetzt ist das Abwehrsystem des Körpers alarmiert. Fresszellen, "vollgefuttert" mit Fetten (genauer Lipoproteine, die LDL - transportieren), lagern sich in der Gefäßwand ein und bilden dort Schaumzellen (die sehen von innen schaumig aus), die immer weiter wachsen. Schließlich platzen die Schaumzellen auf und locken dann weitere Fresszellen an, die wiederum Schaumzellen bilden. Ein Kreislauf ist entstanden, der dazu führt, dass die Plaques weiter anwachsen.

 

Arteriosklerotische Plaques bilden Verkrustungen, die in die Arterie ineinreichen. Als Reaktion auf das Intimaödem entsteht auch vermehrt Bindegewebe, dass die Intima zusätzlich verdickt. Das kann zu einem Mangel in der Sauerstoffversorgung in diesem Bereich der Arterie führen. Als Folge davon sterben Endothelzellen ab. In der Umgebung dieser toten Zellen können sich Kalksalze ablagern. Je nachdem, wie viel Fett oder Kalk sich in den Plaques der Arteriosklerose befindet, können sie weich oder auch hart sein. An manchen Stellen sind sie weich und rund, an anderen bilden sie harte Verkrustungen. Diese Plaques können aufreißen, so dass die Intima komplett eingerissen wird. Der Riss wird dann durch Blutgerinnsel abgedeckt. Insgesamt nimmt die Elastizität, die so wichtig für die Arterien sind ab. Durch das Intimaödem und die Ablagerungen wird auch das Lumen der Arterien immer enger.

 

Am Ende stehen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bis zu einem gewissen Grad, kann der Körper arteriosklerotischen Gefäßverengungen ausgleichen. Ungefähr ab 30 Prozent Gefäßeinengung kann es zu Folgeerkrankungen, z. B. Hypertonie kommen. Wachsen die arteriosklerotischen Plaques immer weiter, so kann es zu einem vollständigen Verschluss der Arterie kommen. Das Gebiet, dass durch die Arterie normalerweise mit Sauerstoff versorgt wird, leidet jetzt unter Sauerstoffmangel. Diesen Vorgang nennt man Ischämie. Stirbt infolge einer Ischämie Gewebe ab, so spricht man von einem Infarkt (Beispiel: Herzinfarkt oder Schlaganfall).

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Arteriosklerose

 




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