Gynäkologie


Anatomie und Physiologie der weiblichen Geschlechtsorgane
Fehlbildungen der weiblichen Geschlechtsorgane
Lage- und Haltungsveränderungen der Gebärmutter

Gynäkologische Untersuchungen
Gynäkologische Operationen und Eingriffe
Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett
Endometriose
Entzündungen der weiblichen Geschlechtsorgane

Hormonsystem
Prämenstruelles Syndrom
Sexualstörungen der Frau
Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane
Unfruchtbarkeit der Frau
Verhütung
Wechseljahre

Häufige Erkrankungen :
Gesund Abnehmen
Akne
Blasenentzündung
Bulimie
Cellulite-Tipps
Diabetes
Herzerkrankungen bei Frauen
Magersucht
Multiple Sklerose
Osteoporose

Geburtsprobleme:
Querlage des Kindes

Bei normaler Geburtlage liegt der Kopf des Kindes in Richtung Geburtskanal

In der Regel nimmt das Kind in der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche die Schädellage ein. Das bedeutet, es richtet sich so aus, dass es mit seinem Kopf Richtung Geburtskanal liegt. Bei der Geburt geht dann der Kopf voran. Die Schädellage ist die häufigste und auch günstigste Lage des Kindes für die Geburt.

 

Bei der Querlage liegt das Kind quer zur Wirbelsäule der Mutter

In manchen Fällen kommt es vor, dass ein Kind mit seinem Rücken im rechten Winkel zum mütterlichen Rücken in der Gebärmutter liegt. Dabei ist kein Körperteil des Kindes zum Ausgang der Gebärmutter gerichtet, der bei der vaginalen Geburt vorangehen könnte. Man spricht bei einer derartigen Ausrichtung des Kindes von einer Querlage.

 

Eine Querlage tritt selten auf

Derzeit liegt die Häufigkeit einer Querlage bei ca. 0,5 bis 1 Prozent der Geburten. Die Wahrscheinlichkeit für eine Querlage erhöht sich jedoch in bestimmten Situationen. Die Querlage wird z.B. häufiger bei Frauen festgestellt, die bereits mehr als viermal geboren haben. Auch bei Mehrlingsschwangerschaften, besonders wenn es sich um kleine Kinder handelt, oder bei Frühgeburten ist die Wahrscheinlichkeit für eine Querlage bei der Geburt erhöht.

 

Ursachen

Liegt das Kind kurz vor dem Entbindungstermin noch quer im Mutterleib, kann dies zwei Gründe haben. Es wird entweder an der Ausrichtung des Kopfes bzw. des Gesäßes in Richtung Gebärmutterausgang behindert, oder das Kind hat noch zu viel Platz für eine korrekte Ausrichtung.

 

Behinderung der Ausrichtung

Behinderungen für eine Ausrichtung können z. B. sein:

  • Fehlbildungen der Gebärmutter (z.B. ein Gebärmutterseptum (Uterus septus), das die Gebärmutter durch eine Trennwand in zwei Teile teilt)
  • eine regelwidrige Beckenanatomie der Mutter
  • Tumoren im kleinen Becken
  • eine Fehllage der Plazenta vor dem Muttermund (Plazenta praevia)

 

Zu viel Platz in der Gebärmutter

Wenn das Kind zu viel Platz zur Ausrichtung hat, so kann dies entstehen durch:

  • eine ausgedehnte Gebärmutter, aufgrund von mehreren vorangegangenen Schwangerschaften
  • eine vermehrte Fruchtwassermenge (Polyhydramnion)

 

Eine normale Entbindung ist nicht möglich

Eine normale vaginale Geburt des Kindes in Querlage ist nicht möglich. Ein Kaiserschnitt rettet in diesem Fall der Mutter und ihrem Kind das Leben. Aus diesem Grund wird in der Regel eine frühzeitige Schnittentbindung vorgenommen.

 

Kaiserschnitt

Besteht die Querlage, weil das Kind zu viel Platz im Mutterleib hat, dann kann manchmal mit dem Kaiserschnitt noch gewartet werden, bis die Wehen einsetzen. In manchen Fällen kommt es dann noch zu einer Ausrichtung des Kindes in die Schädellage und die Geburt kann dann normal weiter ablaufen. Allerdings ist es sehr wichtig, dass trotzdem alle Vorbereitungen für einen Kaiserschnitt getroffen werden, so dass dieser notfalls kurzfristig durchgeführt werden kann.

 

Risiken bei der Geburt

Setzt die Geburt unerwartet ein, entsteht ein enormes Risiko für die Mutter und ihr ungeborenes Kind.

 

Mangelnde Sauerstoffversorgung

Bei einem Blasensprung kann der Muttermund durch das Kind nicht ordentlich abgedichtet werden. Es besteht die Gefahr, dass die Nabelschnur vorfällt und abgeschnürt wird, sodass die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen nicht mehr gewährleistet ist.

 

Verschleppte Querlage

Auch ein Arm des Ungeborenen kann in den Geburtskanal vorfallen. In diesem Fall würde durch die Wehentätigkeit die Schulter des Kindes in das mütterliche Becken gepresst werden. Es ist eine sogenannte verschleppte Querlage entstanden, die die Gefahr einer Zerreißung der Gebärmutter mit sich bringt.

 

Keine Lebensbedrohung bei fachkundigem Eingreifen

Dank der Vorsorgeuntersuchungen und der Möglichkeit eines Kaiserschnitts stellt eine Querlage heute keine Lebensbedrohung mehr dar.

 

Diagnostik

Häufig ist eine Querlage durch die entsprechende Form des Bauches schon von außen zu erkennen. Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen kann die Lage des Kindes äußerlich ertastet werden. Bei einer Tastuntersuchung über die Vagina ist das kleine Becken der Mutter leer. Letztendlich sichert die Ultraschalluntersuchung die Diagnose.

 

Wendung des Kindes von Außen

Je nach Ursache der Querlage kann evtl. eine äußere Wendung versucht werden. Ein erfahrener Geburtshelfer erfasst hierbei das Kind durch die Bauchdecke, um es zu einer (halben) Rolle zu animieren. Eine ausgedehnte Gebärmutter oder eine erhöhte Fruchtwassermenge können sich hier als vorteilhaft erweisen. Voraussetzungen, die für eine äußere Wendung gewährleistet sein müssen, sind:

  • die 37. Schwangerschaftswoche ist beendet und dem Kind geht es gesundheitlich gut
  • bei Komplikationen ist eine Kaiserschnittentbindung kurzfristig möglich
  • eine Fehllage des Mutterkuchens (Plazenta praevia) ist ausgeschlossen

 

Wendung des zweiten Kindes bei Zwillingen von Innen

Ein in Querlage liegender zweite Zwilling kann möglicherweise unter der Geburt in eine Beckenendlage bzw. Fußlage gewendet werden. Hierfür führt der Geburtshelfer direkt nach der Geburt des ersten Zwillings eine Hand in die Gebärmutter ein. Er fasst einen Fuß des in Querlage liegenden zweiten Zwillings und zieht vorsichtig daran. Wenn dies gelingt, kann das Kind evtl. doch vaginal geboren werden.

 

Eine Querlage bringt immer eine zusätzliche emotionale Belastung für die Mutter mit sich

Obwohl eine heute keine Lebensbedrohung mehr darstellt, ist doch zu bedenken, dass sich die Eltern und insbesondere die Mutter auf eine Kaiserschnittentbindung einstellen müssen. Dies bedeutet, dass der Wunsch nach einer natürlichen Geburt nicht mehr erfüllt werden kann. Für einige Frauen ist dies eine besondere emotionale Belastung, die berechtigt ist und Verständnis erfordert. Die baldige Aussicht auf ein gesundes Kind aber kann diese Belastung abmildern.

Top

Zur Übersicht
Erkrankungen während Schwangerschaft,
Geburt und Wochenbett

 

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas