Kardiologie

Anatomie und Physiologie
Untersuchungen
Operationen - Herzchirurgie
Risikofaktoren für Herzerkrankungen
Angina pectoris
Antiarrhythmika
Arteriosklerose
Blutdruck
Hoher Blutdruck
Niedriger Blutdruck
Blutfett, Fettstoffwechsel, Cholesterin
Endokarderkrankungen - Erkrankungen der Herzinnenhaut
Funktionelle Herzbeschwerden
Herzerkrankungen
Herzerkrankungen bei Frauen
Herzinfarkt
Herzklappenerkrankungen
Herzmuskelerkrankungen
Herzneurose
Herzrhythmusstörungen
Herzschwäche
Plötzlicher Herztod
Koronare Herzkrankheit
Myokardischämie
Perikarderkrankungen
Septumdefekte
Vorhofflimmern

Herz- und Gefäßchirurgie

Ballondilatation im Internet:

Ballondilatation
Inhaltsübersicht:
Wann ist eine Ballondilatation sinnvoll?
Was geschieht bei einer Ballondilatation?
Erfolge
Risiken
Top
Wann ist eine Ballondilatation sinnvoll?
Blutgefäße werden mit Hilfe eines Ballons durchlässig gemacht. Nicht jede Engstelle, die durch Arteriosklerose entstanden ist, kann durch eine Ballondilatation wieder durchlässig gemacht werden. (Erweiterung heißt in der medizinischen Sprache Dilatation.) Die Entscheidung, wann eine Ballondilatation sinnvoll ist, kann nur der Arzt nach einer vorherigen genauen Untersuchung feststellen. Er muss wissen, ob die Verengung an einer unzugänglichen Stelle der Herzkranzgefäße liegt und ob das Risiko nicht zu hoch ist. Nach diesen Dingen sollten Sie Ihren Arzt fragen und sich alles genau erklären lassen.

 

Voraussetzungen für eine Ballondilatation. Meistens kann eine Ballondilatation durchgeführt werden, wenn
  • nur eine Arterie der Herzkranzgefäße verengt ist und/oder
  • wenn sich die Verengung an einer gut zu erreichenden Stelle der Herzkranzgefäße befindet.

Der Gesundheitszustand des Betroffenen muss einen solchen Eingriff zulassen. Sind mehrere Gefäße verengt oder befindet sich der Engpass an einer schwer erreichbaren Stelle, so muss das Risiko genau abgewogen werden.

 

Die Ballondilatation ist nicht immer sinnvoll. Die Erfolgsaussichten für eine Ballondilatation sind nicht so gut, wenn die Engstelle sehr ausgedehnt ist, oder wenn sie sich in einem Knick oder Bogen eines Blutgefäßes befindet.

 

Top
Was geschieht bei einer Ballondilatation?
Ein feiner Draht wird vorsichtig bis in die Herzkranzgefäße vorgeschoben. Zunächst wird eine Arterie in der Leiste oder im Ellenbogen geöffnet und mit einer Schleuse versehen. Das macht man, damit das Einführen des Katheters leichter ist und auch bei einem möglichen Notfall schnell gehandelt werden kann. Durch die Schleuse wird ein sehr dünner und biegsamer Draht eingeführt. Dieser Draht wird vorsichtig bis an das Herz vorgeschoben. Ist die Stelle erreicht, an der die Herzkranzgefäße von der Aorta abzweigen, so wird ein noch feinerer Draht, der innerhalb des ersten Drahts verläuft, langsam bis zu der Engstelle in den Herzkranzgefäßen geführt. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl wird nun vorsichtig die Engstelle mit dem Draht durchstoßen. Erst, wenn das geschafft ist, wird über den Führungsdraht der eigentliche Ballonkatheter an die Engstelle geführt. Über einen Monitor kann der Arzt während des Eingriffs genau verfolgen, ob sich der Ballon an der richtigen Stelle befindet. Der eingeführte Ballon ist noch zusammengefaltet. Befindet sich der Ballon an der Engstelle, wird er mit hohem Druck aufgeblasen. Der Druck wird einige Sekunden gehalten und dann wieder abgelassen. Dabei werden die arteriosklerotischen Ablagerungen plattgedrückt.

 

Oft muss der Ballon mehrmals aufgeblasen werden. Meistens reicht ein einmaliges Aufblasen des Ballons nicht aus, die Engstelle zu beseitigen. Deshalb wird das Aufblasen oft mehrmals wiederholt, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Durch das Aufblasen wird der Durchfluss des Blutes durch die Arterie für eine kurze Zeit völlig unterbrochen. Der Betroffene kann Schmerzen oder ein Engegefühl in der Brust verspüren, die aber sofort nachlassen, wenn der Druck aus dem Ballon entlassen wird.

 

Feine Drahtgeflechte halten die Gefäßwände zusammen. Manchmal reißen bei einer Ballondilatation die Gefäßwände auf. Sie sind ja durch die arteriosklerotischen Plaques hart und fest geworden und können nicht mehr so leicht nachgeben. Dann wird ein Stent eingesetzt. Ein Stent ist ein sehr feines Metallgeflecht. Es kann über den Führungsdraht an die Engstelle gebracht werden. Wird dann der Ballon aufgeblasen, so drückt er das Metallgeflecht des Stents an die Gefäßwand. Dort behält es seine geweitete Form und hält so die Arterie offen.

 

Sorgfältige Nachsorge ist wichtig. Sind bei einem Betroffenen mehrere Ballondilatationen notwendig, so werden sie häufig in einer "Sitzung" durchgeführt. Am Ende des Eingriffs werden der Ballon und der Katheter wieder aus der Arterie entfernt. Nach dem Eingriff muss der Betroffene noch einige Stunden flach im Bett liegen und dauernd überwacht werden, damit nichts übersehen wird. Erst, wenn keine Komplikationen zu befürchten sind, wird die Schleuse in der Leiste oder im Ellenbogen entfernt und ein Druckverband angelegt. Später erfolgt noch eine Nachkontrolle.

 

Top
Erfolge
Der Erfolg ist sofort spürbar. Der Erfolg einer Ballondilatation ist sofort nach dem Eingriff spürbar. Allerdings kommt es bei ungefähr 35 Prozent der Betroffenen zu einer erneuten Verengung der Arterie. Die Mediziner sprechen dann von Reststenosen. Die macht sich durch erneut auftretende Angina pectoris Beschwerden bemerkbar.

 

Nachuntersuchungen sind notwendig. Ein Arzt kann in einem Belastungs-EKG Hinweise auf eine Reststenose feststellen. Deshalb sollten Sie sich ungefähr 6 Wochen nach einer Ballondilatation untersuchen  lassen, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Wenn das EKG nicht eindeutig bewertet werden kann, sollte diese Untersuchung nach einem viertel Jahr noch einmal wiederholt werden.

 

Kontrolle des Blutbildes. Ist bei Ihnen ein Stent implantiert worden, so müssen Sie zur Nachbehandlung für etwa 3 bis 4 Monate Medikamente einnehmen (näheres siehe hier). Die Dosierung der Medikamente wird über die Kontrolle des Blutbildes überwacht.

 

Eine Ballondilatation kann mehrmals durchgeführt werden. Die meisten Reststenosen stellen sich schon innerhalb der ersten Zeit nach einer Ballondilatation ein. Sind Ihre Herzkranzgefäße nach 6 Monaten immer noch voll durchlässig, so bleibt das wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren so. Treten erneut Beschwerden auf, so kann die Ballondilatation wiederholt werden.

 

Top
Risiken
Bei zwei Prozent der Behandelten kann es zu ernsten Komplikationen kommen. Eine Ballondilatation kann man als Eingriff am Herzen bezeichnen. Das ist sicher nicht leicht zu nehmen. Dennoch sind die Erfolgsaussichten sehr gut. Nur in ungefähr 2 Prozent aller Fälle kann es zu Komplikationen kommen, die ein sofortiges ärztliches Einschreiten erfordern. Aus diesem Grund sollte eine Ballondilatation nur in einem Krankenhaus durchgeführt werden, das in einem solchen Fall auch über ein herzchirurgisches Notfallteam verfügt.

 

Notfälle erfordern ein sofortiges Eingreifen. Zu einem solchen Notfall gehören u.a.:

 

Um die Risiken einer Ballondilatation so gering wie möglich zu halten, ist eine ausreichend lange Ruhe- und Überwachungsphase notwendig.

Top

Zur Übersicht
Herz- und Gefäßchirurgie
Zur Übersicht
Arteriosklerose

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas