Gynäkologie


Anatomie und Physiologie der weiblichen Geschlechtsorgane
Fehlbildungen der weiblichen Geschlechtsorgane
Lage- und Haltungsveränderungen der Gebärmutter

Gynäkologische Untersuchungen
Gynäkologische Operationen und Eingriffe
Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett
Endometriose
Entzündungen der weiblichen Geschlechtsorgane

Hormonsystem
Prämenstruelles Syndrom
Sexualstörungen der Frau
Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane
Unfruchtbarkeit der Frau
Verhütung
Wechseljahre

Häufige Erkrankungen :
Gesund Abnehmen
Akne
Blasenentzündung
Bulimie
Cellulite-Tipps
Diabetes
Herzerkrankungen bei Frauen
Magersucht
Multiple Sklerose
Osteoporose

Geburtsprobleme:
Beckenendlage des Kindes

Die Ausrichtung erfolgt in der 34. bis 36. Woche

Die günstigste und häufigste Position des Kindes für die Geburt ist die Kopflage. Diese Ausrichtung des Kindes für die Geburt erfolgt meist in der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche. Dabei ist der Kopf des Kindes zum Ausgang der Gebärmutter hin gerichtet und wird bei der Geburt als erstes sichtbar.

 

Gesäß oder Füße zeigen zum Ausgang der Gebärmutter

Einige Kinder nehmen diese Position im Mutterleib jedoch nicht ein, sondern sind mit dem Kopf nach oben hin ausgerichtet. Das Gesäß (oder auch die Füße) des Kindes ist dann derjenige Teil, der dem Ausgang der Gebärmutter am nächsten liegt. Daher spricht man bei einer derartigen Ausrichtung des Kindes im Mutterleib von einer Beckenendlage.

 

3 bis 5 Prozent sind betroffen

Die Häufigkeit einer Beckenendlage beträgt etwa 3 bis 5 Prozent. Da die Ausrichtung des Kindes in die Kopflage erst gegen Ende der Schwangerschaft erfolgt, befinden sich Frühgeborene meistens in einer Beckenendlage.

 

Mögliche Gründe

Gründe für eine Beckenendlage können sein:

  • Fehlbildungen des Kindes, die zu einer verminderten Bewegung des Kindes im Mutterleib führen (z.B. Sauerstoffmangel bei Schädigung der Plazenta)
  • straffe Gebärmutterwand, wie sie bei Frauen auftreten kann, die erst ein einem höheren Lebensalter das erste mal schwanger werden
  • Verminderung der Fruchtwassermenge, beispielsweise bei Störungen der Plazentafunktion
  • ungünstige Positionierung der Plazenta, z.B. am Übergang eines Eileiters in die Gebärmutter
  • gutartige Tumoren der Muskelschicht der Gebärmutterwand (Myome)
  • sehr großes Kind, z.B. bei Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) der Schwangeren
  • sehr schlaffe Gebärmutterwand, wie sie bei mehreren, rasch aufeinander folgenden Schwangerschaften entstehen kann

 

Risiken für das Kind

Die Beckenendlage birgt für die betroffenen Kinder einige Risiken. So wurde festgestellt, dass diese Kinder im späteren Leben gehäuft unter Bewegungsstörungen leiden. Bei der Geburt kann es zu einer Auskugelung im Hüftgelenk kommen (Hüftluxation). Außerdem sind diese Kinder gefährdet, durch eine Einschränkung der Sauerstoffversorgung bereits im Mutterleib zu versterben.

 

Diagnostik

Eine Beckenendlage wird im Rahmen der normalen Schwangerschafts- und Geburtsvorbereitungsuntersuchungen festgestellt. Dies kann durch eine Tastuntersuchung erfolgen, meist jedoch mittels Ultraschalldiagnostik.

 

Formen der Beckenendlage

Die genaue Position der kindlichen Beine ist bei einer Beckenendlage von großer Bedeutung. Je nachdem, wo die Beine liegen, werden verschiedene Ausrichtungen des Kindes in der Beckenendlage unterschieden:

  1. reine Steißlage (60 - 70 Prozent)
  2. vollkommene Steiß-Fußlage (20 Prozent)
  3. vollkommene Fußlage (15 Prozent)
  4. unvollkommene Fußlage (1 - 2 Prozent)

Bei allen Formen der Beckenendlage besteht das Problem, dass das größte Körperteil des Kindes - der Kopf zuletzt geboren wird. Für die Geburt ist deshalb von Bedeutung, wie groß der Durchmesser des zuerst kommenden Körperteils des Kindes ist. Je größer dieser Durchmesser ist, desto besser wird der Geburtskanal für die Passage des Kopfes vorbereitet.

 

Kontroverse Diskussion um die Hannah-Studie

Welches die richtige Geburt bei Beckenendlage ist, wird seit der Veröffentlichung der Studie Term Breech Trial Collaborative Group - oft auch Hannah-Studie genannt - im Jahr 2000 diskutiert (Lancet 2000; 356:1375-83). Die Studie veränderte weltweit den Umgang mit der Beckenendlage und legte eine Kaiserschnittgeburt nahe, da die Risiken bei der normalen Entbindung zu hoch seien. Heute weiß man, dass bei dieser Studie eine Reihe von methodischen Fehlern gemacht wurden, die zu einer Fehlinterpretation führten. Die Komplikationen bei der normalen Entbindung entstanden vorwiegend durch unerfahrene Fachkräfte. Deshalb ist die wichtigste Voraussetzung für eine risikoarme Entbindung ein erfahrener Arzt  bzw. Hebamme. Unter dieser Voraussetzung und unter Berücksichtigung der medizinischen Kriterien werden heute die vaginale Entbindung und ein Kaiserschnitt gleichwertig behandelt.

 

Kaiserschnitt oder normale Geburt

Um das Kind durch einen erschwerten Geburtsvorgang nicht unnötig zu belasten und um der Mutter eine lange und schwere Geburt zu ersparen, kann eine Entbindung mittels Kaiserschnitt geplant werden. In einigen Fällen - bei reiner Steißlage oder vollkommenen Steiß-Fußlage - ist jedoch auch eine "normale" Entbindung relativ problemlos möglich. Dabei kommen meist spezielle geburtshilfliche Handgriffe zur Anwendung, welche die Entbindung des Kindes erleichtern. Gelegentlich kann auch ein Dammschnitt erforderlich sein. Fällt jedoch, z. B. nach einem Blasensprung ein Fuß vor, wird die Geburt in der Regel mit einem Kaiserschnitt beendet.

 

Kriterien für die richtige Entscheidung

Die Entscheidung für eine normale oder eine Kaiserschnittentbindung hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem:

  • Entwicklungszustand des Kindes im Mutterleib
  • geschätztes Gewicht des Kindes
  • genaue Lage des Kinde im Mutterleib, z.B. Positionierung der Knie und der Füße
  • Stellung des Kopfes (z.B. gebeugt, gerade oder überstreckt)
  • Erkrankungen der Mutter, beispielsweise Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Wunsch der Mutter

Allerdings ist es auch möglich, nach Beginn einer normalen Entbindung auf eine Kaiserschnittentbindung überzuwechseln, wenn sich Probleme ergeben.

 

Kind im Mutterleib wenden

Vor Einsetzen der Wehen kann zudem eine so genannte äußere Wendung versucht werden. Das Ziel besteht darin, das Kind durch sanften Druck von außen im Mutterleib in die Kopflage zu drehen. Während dieser Maßnahme werden Medikamente verabreicht, welche die Muskulatur der Gebärmutter entspannen und die Entstehung von Wehen unterdrücken.

 

 

Voraussetzungen für eine äußere Wendung sind:

  • Schwangerschaftsdauer von mindestens 37 Wochen
  • Möglichkeit einer Kaiserschnittentbindung bei Auftreten von Komplikationen sowie Einverständnis der Schwangeren für diese Maßnahme
  • guter gesundheitlicher Zustand des Kindes im Mutterleib

Top

Zur Übersicht
Erkrankungen während Schwangerschaft,
Geburt und Wochenbett

 

Quellen:

 

 

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas