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Phytoöstrogene in der Nahrung

Inhaltsübersicht:
Wirkung der Phytoöstrogene
Ernährung mit Phytoöstrogenen
Alternativen

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Wirkung der Phytoöstrogene

Selektive Östrogen-Rezeptormodulator

Die in verschiedenen Nahrungsmitteln enthaltenen Isoflavone werden häufig auch als "Phytoöstrogene" oder SERM bezeichnet. Sie sind dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähnlich. SERM ist eine Abkürzung für "selektiver Östrogenrezeptormodulator". Damit sind Substanzen gemeint, die nur auf einen Teil der Östrogenrezeptoren im Körper einwirken. Es werden die Östrogen-Betarezeptoren angesprochen, die sich insbesondere an Herz, Knochen und im Gehirn befinden.

 

Die zugeschriebenen Wirkungen werden teilweise kontrovers diskutiert

Den Isoflavonen werden folgende Eigenschaften zugeschrieben:

Laut Wuttke et al (Gynäkologe 2002-35:1007-1020) konnte eine positive Wirkung auf Wechseljahresbeschwerden oder auf Brustkrebs aber in den meisten klinischen Studien nicht gezeigt werden. Insgesamt betrachtet lassen sich auch knochenschützende Eigenschaften nicht eindeutig belegen. Die Untersuchungsergebnisse werden weiterhin kontrovers diskutiert.

 

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Ernährung mit Phytoöstrogenen

Sojareiche Ernährung ab der Pubertät kann vor Krebserkrankungen schützen

Untersuchungen zeigen immer wieder, dass in Asien das Risiko für hormonabhängige Krebserkrankungen wie Brustkrebs oder Prostatakrebs geringer ist. Es wurde eine Verbindung mit den asiatischen Ernährungsgewohnheiten mit ihrem hohen Anteil an Soja-Produkten hergestellt. Der regelmäßige Verzehr von Soja-Produkten hat eine vorbeugende Schutzfunktion vor Brust-, Darm-, Prostata- und Blasenkrebs. Außerdem wirkt sich diese Ernährung positiv auf den Knochenstoffwechsel aus und schützt so vor Osteoporose. Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt und Beschwerden der Wechseljahre gelindert. Diese Schutzfunktion kann die Ernährung aber nur in vollem Umfang erfüllen, wenn in ausreichender Menge und regelmäßig und schon ab der Pubertät Phytoöstrogene mit der Nahrung zugeführt werden (vgl. Phytoöstrogene in der Nahrung).

 

Umfangreiche Informationen zu Soja finden sie bei MedizInfo®Heilpflanzen

Eine sojareiche Ernährung dient in jedem Fall einer gesunden Lebensführung. Beachtet werden sollte aber, dass z. B. Sojasoße nur einen geringen Anteil an Phytoöstrogenen besitzt, die bei der Herstellung verloren gehen. Die bei uns immer häufiger angewandten Sprossen sind keine Sojasprossen, sondern Mungbohnensprossen. Sie sind zwar sehr gesund und auch sehr schmackhaft, enthalten aber nur einen geringen Anteil an Phytoöstrogenen. Richtige Sojasprossen mit einen hohen Anteil an Phytoöstrogenen findet man nur selten. Sie sind kleiner als Mungbohnensprossen und haben einen intensiven bitteren Geschmack. Deshalb werden sie in dieser Form kaum in der Küche eingesetzt.

 

Verschiedene Nahrungsmittel enthalten Phytoöstrogene

Auch andere Nahrungsmittel enthalten, wenn auch in geringerer Konzentration, Phytoöstrogene, etwa:
  • Sojabohnen
  • Linsen
  • Leinsamen
  • Flachssamen
  • Spargel
  • Haferflocken
  • Knoblauch

 

Nahrungsergänzung

Im Handel erhältlichen Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für diese lebenslange Ernährungsform. In Untersuchungen ergaben sich schwache Effekte. Nahrungsergänzungsmittel unterliegen nicht den strengen Bestimmungen des Arzneimittelrechts und die Hersteller müssen die Sicherheit der Präparate nicht belegen.

 

Kritische Aspekte immer häufiger

Je umfangreicher die Untersuchungen zu den Phytoöstrogene werden, desto häufiger finden sich auch kritische Aspekte. In hochdosierter Form isoliert als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen entfalten Sojaisoflavone eine andere Wirkung, als die mit der Nahrung in kombinierter Form aufgenommenen Sojaisoflavone. Sie können die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen und zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führen. Außerdem verändern sie auch das Drüsengewebe der Brust und können so Brustkrebs fördern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät davon ab, solche Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

 

Säuglinge sollten keine Sojamilch erhalten

Für die Ernährung mit Sojaprodukten gibt es mittlerweile ebenfalls einige Einschränkungen. Säuglinge sollten keine Sojamilch erhalten, weil die hormonelle Wirkung in Geschlechtsorganen, Leber oder Gehirn zu schweren Schäden führen kann. Der Grund dafür ist, dass im kindlichen Organismus normalerweise nur sehr geringe Mengen an Östrogenen vorkommen. Durch die Ernährung mit Sojaprodukten kommt es zu einem hormonellen Ungleichgewicht, das bei Neugeborenen zu Fruchtbarkeitsstörungen führen kann. Die Funktion der Schilddrüse wird beeinträchtigt. Es wird auch vermutet, dass Sojamilch die Entstehung von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse fördert. In Japan, werden Tofu und Sojamilch bei Kindern in der Regel erst ab dem zweiten Lebensjahr verwendet. Ersatznahrung nach dem Abstillen besteht auch in Japan auf der Basis von Kuhmilch.

 

Bei Krebs keine Sojapräparate einnehmen

Frauen in den Wechseljahren, die an Brust- oder Gebärmutterkrebs erkrankt sind, sollten keine Sojapräparate einnehmen und sich auch nicht über längere Zeit sojareich ernähren. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass isolierte Sojahormone Krebszellen schneller wachsen lassen. Inwieweit das auf den Menschen übertragbar ist, kann noch nicht eindeutig gesagt werden. Aber Vorsicht ist geboten. Die bei Japanerinnen festgestellt niedrige Brustkrebsrate, die immer wieder als Nutzen der sojareichen Ernährung dargestellt wird, kann auch auf anderen Faktoren beruhen, z. B. auf dem häufig geringeren Körpergewicht und dem geringeren Konsum von Alkohol und Nikotin. Die krebsschützende Wirkung von Soja ist keineswegs bewiesen.

 

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Alternativen

Alternative Traubensilberkerze

Insgesamt scheint fraglich, ob die Ernährung allein eine Alternative bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden darstellen kann. Eine pflanzliche Alternative zur hormonellen Behandlung besteht aber dennoch. Extrakte aus der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) werden schon lange bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Ihre Wirksamkeit ist durch Studien wissenschaftlich belegt. Umfassende Informationen zu Traubensilberkerze finden Sie hier.

 

Alternative Sibirischer Rhabarber

Seine Wirksamkeit belegt hat ebenfalls der Wirkstoff ERr 731 aus der sibirischen Rhabarberwurzel.

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