Haut und Haar

Anatomie und Physiologie der Haut
Akne
Allergien
Berufsdermatosen
Bakterielle Erkrankungen der Haut
Ekzeme - Juckflechte
Juckreiz

Haare und Haarerkrankungen
Haarausfall - Alopezie
Kleidung und Haut
Nagel und Nagelerkrankungen
Narben und Narbenbehandlung

Neurodermitis
Parasiten, Ungeziefer, Insekten
Hautpilze
Psoriasis
Sexuell übertragene Erkrankungen
Sonne, Hitze, Kälte
Symptome
Talg- und Schweißdüsen

Tattoos und Piercing
Bösartige Tumore
Gutartige Tumore
Verhornungsstörungen und Erbkrankheiten
Viruserkrankungen der Haut
Vitiligo
Wundmanagement

Was ist Psoriasis?

Psoriasis hat viele Gesichter.

Psoriasis ist eine Hauterkrankung mit sehr vielen Erscheinungsformen. Stark gerötete, schuppige Herde können linsenförmig klein sein, oder großflächig auftreten. Es können bestimmte Körperbereiche betroffen sein, z. B. die Ellenbogen oder die Streckseiten der Beine, der Kopf oder der Rumpf. Es können pustelartige Eiterbläschen auftreten, die Nägel können befallen sein oder auch die Gelenke. Allen diesen Erscheinungsformen liegt ein einheitliches Muster zugrunde, das bestimmt wird durch eine entzündliche Reaktion.

 

Psoriasis ist ein Kreislauf von Entzündung - Verhornung - Entzündung.

Die allgemeinen Zeichen einer örtlich begrenzten Entzündung sind Rötung, Hitze, Schwellung, Schmerz und Funktionseinschränkungen. Die Entzündung wird begleitet von einem vermehrten Vorkommen von Abwehrzellen (Mastzellen, Makrophagen, Granulozyten) in der betroffenen Region. Gleichzeitig entwickelt sich eine Verdickung der oberen Hautschichten, der Epidermis, die aus den Keratinozyten (Hornzellen) besteht. Die Keratinozyten sind geschwollen und sehr aktiv. Die Neubildung der Hornzellen kann bis zu zehn mal schneller ablaufen, als bei gesunder Haut. Gleichzeitig sind sie nicht mehr vollständig ausgebildet. Diese vielen Hornzellen brauchen aber mehr Platz. Deshalb schieben sie sich weiter in die innen liegende Lederhaut hinein. Sie bilden keinen zusammenhängenden Hornbelag mehr. An der Oberfläche bilden sich vermehrt lockere Schuppen, die abgestoßen werden. Durch die Hautveränderungen kommt es auch zu einer vermehrten Bildung feinster Blutgefäße in der Lederhaut. Die betroffenen Areale sind, wegen ihrer Brüchigkeit, anfälliger für kleine Verletzungen, was wiederum die Zahl der Abwehrzellen erhöht. So kommt es zu einem Kreislauf von Entzündung - Verhornung - Entzündung.

 

Das Immunsystem greift die eigenen Hornzellen an.

Vielfach wird Psoriasis als Verhornungsstörung bezeichnet, die einen wesentlichen Bereich der Schuppenflechte ausmacht. Die Entzündung spielt bei dieser Sichtweise eine sekundäre Rolle. Ähnlich wie bei der Diskussion, wer zuerst da war, die Henne oder das Ei, kann man diesen Prozess auch umgekehrt betrachten. Bisher ist immer noch nicht vollständig geklärt, welcher Mechanismus, der der Entzündung oder der der vermehrten Zellneubildung, das Krankheitsbild letztendlich entstehen lässt. Es scheint aber so zu sein, dass Psoriasis eine Autoimmunerkrankung ist, die durch eine Aktivierung der T-Zellen (spezifische Abwehrzellen) ausgelöst wird. Diese spezifischen Abwehrzellen richten dann ihre Abwehr gegen die Keratinozyten in der Oberhaut. Welches Ereignis dabei die spezifischen T-Zellen aktiviert, ist aber weiterhin unklar.

 

Allgemeine Krankheitszeichen bei Psoriasis müssen nicht bei jedem Betroffenen gleich auftreten.

Typische Zeichen der Psoriasis, die aber nicht bei jedem auftreten müssen:
  • Silbrig-weiße Schuppen: Vermehrte Hornzellbildung mit nicht vollständiger Verhornung führt zu einer verstärkten Abstoßung glänzender weißer Schuppen.
  • Rote verdickte Plaques: Unter der Verschuppung liegen entzündete Hautbereiche, die rot und verdickt hervortreten.
  • Begrenzte Herde: Oft sind die betroffenen Hautbereiche deutlich und klar von der gesunden Haut abgegrenzt. Vorkommen vor allem an Ellenbogen, Knie und Haaransatz. Gelegentlich können die Herze ineinander fließen.
  • Austrocknung der Haut: An den betroffenen Hautstellen ist die Haut weniger vor Austrocknung geschützt und der natürliche Fettgehalt der Haut nimmt ab. Dadurch ist die Haut oft spröde und rissig.
  • Hautrötung: Durch die vermehrte Bildung feinster Blutgefäße in den betroffenen Gebieten ist die Haut stärker durchblutet und häufig gerötet. Die Rötung tritt besonders in einem entzündlichen Schub deutlich hervor.
  • Blutungen aus betroffenen Arealen: Rissige und spröde Haut ist anfälliger für kleine Verletzungen z. B. durch Kratzen oder bei der Entfernung von Schuppen.
  • Abheilung ohne Narben: Die Hauterscheinungen der Psoriasis sind auf die Oberhaut und die Lederhaut begrenzt. Narben entstehen erst, wenn auch die Unterhaut verletzt ist. Darum heilt Psoriasis narbenlos ab. Nur bei tieferen Verletzungen, z. B. durch Kratzen, kann es nachfolgend zur Narbenbildung kommen.

Top

Zur Übersicht
Psoriasis - Schuppenflechte

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas