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Labor- und Kontrolluntersuchungen:
Oraler Glukosetoleranztest (oGTT)

Beim oGTT wird festgestellt wie der Körper eine bestimmte Menge Zucker verarbeitet

Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) ist ein Zuckerbelastungstest. Mit Hilfe dieser Untersuchung wird festgestellt, wie der Körper eine festgelegte, von außen zugeführte Zuckermenge verarbeitet. Dabei steht "oral" für "über den Mund" und beschreibt die Art, in der die zu trinkende Zuckerlösung in den Körper gelangt. Der oGTT kann die Messung des Blutzuckerspiegels ergänzen.

 

Durchführung des oGTT

Bei der Durchführung des oGTT wird folgendermaßen vorgegangen:
  • in den Tagen vor dem Test normal essen
  • 3 Tage vor dem Test nach Rücksprache mit dem Arzt bestimmte Medikamente absetzen, die das Testergebnis verfälschen können:
  • unmittelbar vor dem Test Einhalten einer Nüchternphase von 12 Stunden, während derer nichts gegessen und nur ungesüßter Tee oder Wasser getrunken werden darf. Während dieser Zeit darf auch nicht geraucht werden.
  • Bestimmung des Blutzuckerspiegels im Nüchternzustand
  • Trinken der Testlösung, die 75 g Glukose enthält
  • normale Bewegung nach Trinken der Testlösung (keine anstrengende körperliche Tätigkeit, aber auch keine Bettruhe)
  • 2 Stunden nach Trinken der Testlösung erneute Bestimmung des Blutzuckerspiegels

 

Auswertung des oGTT

Für die Auswertung des oGTT gelten folgende Werte:
  • Blutzuckerspiegel im Nüchternzustand:
    • normal: < 110 mg/dl
    • erhöhter Wert ("gestörte Nüchternglukose" bzw. "impaired fasting glucose"): 110-125 mg/dl
    • bestehender Diabetes mellitus: mindestens 126 mg/dl
  • Blutzuckerspiegel 2 Stunden nach Trinken der Testlösung:
    • normal: unter 140 mg/dl (bzw. unter 120 mg/dl bei Bestimmung des Wertes aus Blut, das direkt aus einer Vene entnommen wurde. Dieser Wert ist niedriger als nach Bestimmung aus einer Blutprobe aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen, da in den Venen jenes Blut fließt, dem durch die verschiedenen Organe bereits die Nährstoffe entzogen wurden, also auch die Glukose.
    • erhöhter Wert ("gestörte Nüchternglukose" bzw. "impaired fasting glucose"): 140-199 mg/dl (bzw. 120-179 mg/dl)
    • bestehender Diabetes mellitus: mindestens 200 mg/dl (bzw. mindestens 180 mg/dl)

 

Bei Kindern wird die Dosierung der Testlösung anhand des Körpergewichts bestimmt

Kinder erhalten eine geringer dosierte Testlösung, die genau auf das individuelle Körpergewicht des jeweiligen Kindes abgestimmt ist. Pro Kilogramm Körpergewicht enthält die Testlösung 1,75 g Glukose, maximal jedoch 75 g Glukose. Für die Auswertung gelten folgende Normalbereiche:
  • normal:
    • nüchtern: unter 100 mg/dl
    • eine Stunde nach Trinken der Testlösung: unter 180 mg/dl
    • 2 Stunden nach Trinken der Testlösung: unter 140 mg/dl
  • bestehender Diabetes mellitus:
    • nüchtern: über 126 mg/dl
    • eine Stunde nach Trinken der Testlösung: über 180 mg/dl
    • 2 Stunden nach Trinken der Testlösung: über 140 mg/dl

 

Einige Situationen können die Messung verfälschen

Allerdings gibt es einige Erkrankungen bzw. Situationen, welche die Werte eines oGTT verfälschen können. In diesen Fällen ist die Durchführung eines oGTT nicht sinnvoll, da das Ergebnis nicht aussagekräftig wäre. Zu diesen Erkrankungen bzw. Situationen gehören:

 

Gründe für falsch- niedrige Werte

Es ist möglich, dass die Werte des oGTT zu niedrig ausfallen, sodass ein Diabetes mellitus möglicherweise übersehen wird. Gründe für solche falsch-niedrigen Werte sind:
  • Störungen der Zuckeraufnahme aus dem Darm, z.B. nach Darmoperationen
  • Einhalten einer Diät mit verminderter Aufnahme von Zucker mit der Nahrung
  • anstrengende körperliche Arbeit vor Durchführung des oGTT, da auf diese Weise der Glukoseverbrauch erhöht wird

 

Gründe für falsch- hohe Werte

Umgekehrt können die Werte zu hoch ausfallen, sodass dann fälschlicherweise eine Zuckerkrankheit diagnostiziert wird. Dies ist insbesondere dann möglich, wenn während des oGTT Bettruhe eingehalten wird, was den Energieverbrauch erheblich absenkt.

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