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Aknetherapie
Inhaltsübersicht:
Therapieziele
Hautreinigung bei Akne
Schälende Substanzen
Antibakterielle Therapie

13-cis-Retinsäure
Hormontherapie
Akne-Diät

Manuelle und chirurgische Therapie
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Therapieziele
Akne muß fachgerecht behandelt werden. Akne ist eine Erkrankung und muß als solche auch medizinisch behandelt werden. Sie entsteht nicht, weil sich jemand zu selten wäscht, sondern aufgrund hormoneller Umstellungen in der Pubertät (vgl. Akne vulgaris). Die Behandlung sollte so früh wie möglich beginnen. Am besten, noch bevor sich Entzündungen gebildet haben.

 

Die Therapie ist ein langwieriger Prozess. Die Therapie der Akne ist ein langwieriger Prozess. Oft sind viele Arztbesuche notwendig und die Behandlung erfordert Geduld und Ausdauer. Die Möglichkeiten, eine Akne zu behandeln, sind vielfältig. Sie reichen von einfachen äußeren Anwendungen bis hin zur Verordnung starker Medikamente. Nicht jede Behandlung wirkt bei jedem Menschen gleich. Aus diesem Grund ist es notwendig, die geeigneten Maßnahmen im Einzelfall erst einmal zu finden.

 

Verhornung entfernen
Entzündung hemmen
Hormone regulieren.
Die Behandlung orientiert sich dabei an grundlegenden Zielsetzungen:
  • Die Verhornung an den Ausführungsgängen der Talgdrüsen müssen beseitigt werden.
  • Schädigende Bakterien in den entzündeten Bläschen und auf der Oberfläche der Haut müssen abgetötet werden.
  • Die hormonellen Regulationsmechanismen müssen normalisiert werden.

 

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Hautreinigung bei Akne
Schonende Hautreinigung ist die Grundlage der Therapie. Grundlage der Behandlung ist die richtige Reinigung der Haut. Die meisten Menschen, die unter Akne leiden, haben eine Neigung zu übermäßig fettender Haut (Seborrhöe). Richtige Reinigung kann deshalb in den meisten Fällen den Heilungsprozess unterstützen. Am besten sollten dazu Syndets oder auch alkoholische Lösungen verwendet werden.

 

Es sollten nur Syndets zur Hautreinigung angewandt werden. Ein Syndet (=synthetisches Detergens) ist ein synthetisches Waschmittel, das die Haut stark entfettet und intensiv reinigend wirkt. Deshalb darf es nur von Menschen mit fettender Haut verwandt werden. Bei Menschen, die eine eher trockene Haut haben, wird das Syndet zusätzlich mit Substanzen versehen, die rückfettend wirken. Das sind z. B. Paraffin, Sojabohnenöl, oder Olivenöl. Das Syndet muß auf den richtigen Hauttyp abgestimmt sein. Syndete haben den Vorteil, dass sie auf den richtigen pH-Wert an der Hautoberfläche eingestellt werden können. Sie wirken außerdem leicht keimtötend.

 

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Schälende Substanzen
Peeling sorgt für einen ungehinderten Abfluss aus den Talgdrüsen. Schälende Mittel, die heute vielfach auch "Peeling" genannt werden, sollen die krankhaften Verhornungen, die zu Mitessern führen, entfernen. So werden die Ausführungsgänge der Talgdrüsen freigelegt und der Talg kann an die Hautoberfläche gelangen. Wichtig ist hier auch die vorbeugende Wirkung.

 

Häufig angewandte Substanzen bekämpfen auch die Entzündung. Zu den wichtigsten Substanzen gehören Vitamin-A-Säure, Isotretinoin. Benzylperoxid (BPO) und Azelainsäure wirken stark antibakteriell. Das ist bei einigen bakteriellen Erregern wichtig, um die Entzündung zu bekämpfen. Die zweite Folge ist eine Verminderung der Mitesser.

 

Erst wird durch die Behandlung "alles nur noch schlimmer". Sehr wichtig ist bei dieser Behandlung, dass sich die Betroffenen darüber aufgeklärt werden, wie sie wirkt. Zunächst bewirken die meisten Mittel ein "aufblühen" der Akne. Die Haut rötet sich und kann auch brennen, spannen und schuppen. Auch die Pustelbildung kann sich in den ersten Wochen verstärken. Diese Vorgänge sind normal und lassen sich nicht vermeiden, weil die Haut durch die Medikamente gereizt wird. Sie bedeuten nicht, dass der Betroffene das Medikament nicht verträgt. Bei zu starken Reizungen sollte aber doch der Arzt um Rat gefragt werden.

 

Dann wird die Haut glatt und frei von Entzündungen. Nach dieser Zeit des Aufblühens geht die Akne zurück und die Haut wird wieder glatt und frei von Entzündungen. Dieser Prozess kann unter Umständen Wochen dauern. Wie bei einem Hobel haben die schälenden Substanzen die Haut abgeschuppt und gereinigt.

 

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Antibakterielle Therapie
Lokale Antibiotika werden zur Vermeidung von Resistenzen oft mit BPO kombiniert. Äußerlich wirkende antibiotische Cremes und Tinkturen kommen meistens bei den leichten mit mittelstarken Akneformen zur Anwendung. Sie enthalten vorwiegend Substanzen wie Erythromycin, Tetrazyklin und Clindamyzin in verschiedenen Grundlagen. Diese lokal angewandten Antibiotika haben das Ziel, die Bakterien auf der Hautoberfläche und in den Follikeln abzutöten. Zur Vermeidung von Resistenzbildungen werden diese lokalen Antibiotika oft mit Benzylperoxid (BPO) kombiniert.

 

Orale Antibiotika nur bei schweren Formen der Akne. Bei schweren entzündlichen Formen der Akne wird eine orale Antibiotikatherapie angewandt. Wichtigstes Antibiotikum ist das Tetrazyklin, bzw. sein Abkömmling das Minozyklin. Die Medikamente gelangen über die Blutbahn in die entzündeten Follikeln und werden dort angereichert. So wirken sie direkt am Ort des Geschehens.

 

Vorsicht bei Lichtempfindlichkeit. Bei einigen Menschen bewirken Tetrazykline eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut. Bei diesen Betroffenen können deshalb die Medikamente während einer Lichttherapie oder auch im Sommer nur mit erhöhter Vorsicht angewandt werden.

 

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13-cis-Retinsäure
Diese Medikation findet nur bei schwersten Akneformen Anwendung. Ein stark wirksames Medikament, dass ebenfalls eingenommen werden kann, ist die 13-cis-Retinsäure. Es ist ein Vitamin-A- Säureabkömmling, der nur bei sehr schweren Formen der Akne, z. B. Acne conglobata, zur Anwendung kommt. 13-cis-Retinsäure reduziert die Talgproduktion und verkleinert die Talgdrüsen. Es hat eine entzündungshemmende Wirkung normalisiert die Verhornung. Erste sichtbare Erfolge zeigen sich schon nach 2 Wochen. Nach drei bis vier Monaten tritt eine erhebliche und langanhaltende Besserung ein, die auch nach dem Absetzen des Medikamentes noch lange andauert.

 

Laufende Laborkontrollen während der Behandlung sind notwendig. Die Anwendung von 13-cis-Retinsäure kann von Nebenwirkungen begleitet werden. Es kann zu Trockenheit von Haut und Schleimhäuten kommen. In seltenen Fällen stellen sich auch Gelenk- und Muskelbeschwerden ein. Vor, während und nach der Behandlung mit 13-cis-Retinsäure sollten regelmäßig Laborkontrollen des Blutes durchgeführt werden.

 

Frauen dürfen nicht schwanger werden. Besondere Vorsicht ist bei Frauen erforderlich. Während der Therapie und bis vier Wochen nach der Therapie wird ein sicherer Empfängnisschutz empfohlen. 13-cis-Retinsäure wirkt unter Umständen fruchtschädigend, deshalb sollten Frauen nicht schwanger werden. Schwangere Frauen dürfen mit 13-cis-Retinsäure nicht behandelt werden.

 

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Hormontherapie
Therapie mit Sexualhormonen ist nur bei Frauen möglich. Eine Hormontherapie mit weiblichen Sexualhormonen kommt nur bei Frauen zur Anwendung. Kontrazeptiva mit einem erhöhten Anteil an Östrogenen blockieren die Wirkung der körpereigenen Androgene, die für eine vermehrte Talgproduktion verantwortlich sind. Diese Therapie sollte nur in Absprache mit dem Gynäkologen und Internisten erfolgen.

 

Die "Pille" zur Behandlung von Akne. Die eingesetzten Präparate sind Antibabypillen mit Chlormadinonacetat oder Cyproteronacetat. Sie sind bei der Therapie der Akne hochwirksam und gleichzeitig ein wirksames Verhütungsmittel.

 

Innerhalb von Wochen bis Monaten geht die Akne zurück. Unter der Einnahme dieser Medikamente verbessert sich schon nach Tagen der Talgfluss im Gesicht und am Kopf. Die Akne bildet sich aber erst nach einigen Wochen bis hin zu Monaten zurück. Wird die Pille abgesetzt, kann es zu einem Wiederauftreten der Akne innerhalb weniger Wochen kommen. Die Nebenwirkungen, die bei oralen Verhütungsmitteln auftreten können, sind bei diesen Pillen oft besonders ausgeprägt. Es kann zu Gewichtszunahme, Betonung der weiblichen Formen, Kopfschmerzen und einer Verschlechterung von Venenleiden kommen. Deshalb wird einer Frau, die keine Akne hat, in der Regel eine "Pille" mit anderer hormoneller Zusammensetzung empfohlen.

 

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Akne-Diät
Bestimmte Nahrungsmittel wirken sich nicht generell negativ aus. Generell gibt es keine Einflüsse von Nahrungsmitteln auf die Entwicklung von Akne. Zumindest ist dies nicht zweifelsfrei bewiesen. Es gibt sogar viele wissenschaftliche Arbeiten, die einen verschlechternden Einfluss von z. B. Schokolade, Fleisch, Nüssen, Käse und anderen fetten Speisen auf die Akne nicht belegen.

 

Wer will kann und sollte verzichten. Allerdings werden von den Betroffenen immer wieder "aknefördernde" Wirkungen von bestimmten Nahrungsmittel beobachtet. Diese Beobachtungen sollten durchaus ernst genommen werden. Der Betroffene sollte diese Nahrungsmittel meiden. Er wird sich dann sicher besser fühlen. Eine Diät braucht aber generell nicht eingehalten werden.

 

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Manuelle und chirurgische Therapie
Auch bei der Öffnung ist eine begleitende Therapie notwendig. In bestimmten Situationen kann die Öffnung  und Entleerung von Mitessern und Pustel sinnvoll sein. Das muß aber unbedingt von einer Fachkraft durchgeführt werden. Selbstexperimente sollten in jedem Fall unterbleiben. Gleichzeitig muß eine örtliche oder systemische Therapie angewandt werden.

 

Narbenkorrekturen können nach Abklingen der Akne durchgeführt werden.
Umfassende Infos zu Narben und Narbenbehandlung finden Sie hier.
Durch kleine Stiche können einschmelzende Knoten und Abszesse chirurgisch geöffnet werden, wenn eine Entleerung erforderlich ist. Nach dem Abklingen der Akne kann eine Korrektur der Narben vorgenommen werden, z. B. durch Geweberekonstruktion, Schleifung oder Unterspritzen bestimmter Substanzen.

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