Diabetes

Physiologie
Typen, Symptome und Ursachen
Diagnostik und Selbstkontrolle 

Spätfolgen
Notfälle
Behandlung
Ernährung
Prävention

Diabetes bei Kindern
Diabetes und Haut
Diabetes und Herz
Diabetes und Schwangerschaft
Diabetes und Operationen

Schulung, Qualifikation, Weiterbildung
Mess- und Therapiegeräte

Ketoazidose und ketoazidotisches Koma

Laborwerte der Ketoazidose

Unter einer Ketoazidose versteht man eine Übersäuerung (Azidose), die auf der Bildung so genannter Ketonkörper beruht. Eine Ketoazidose ist durch folgende Laborwerte charakterisiert:
  • Blutzuckerspiegel: über 250 mg/dl
  • pH-Wert im Arterienblut: unter 7,35
  • pH-Wert im Venenblut: unter  7,30
  • Konzentration von Bikarbonat im Blut: unter 15 mg/dl
  • Ausscheidung von Ketonkörpern mit dem Urin (Ketonurie)
  • Vorkommen von Ketonkörpern im Blut (Ketonämie)

 

Insulinmangel Ursachen für eine Ketoazidose

Zu einem ketoazidotischen Koma kommt es bei starker Überzuckerung (Hyperglykämie) aufgrund eines Insulinmangels. Dieser kann in folgenden Situationen auftreten:

 

Erhöhter Insulinbedarf kann auch ein eine Ketoazidose hervorrufen

Auch ein so genannter relativer Insulinmangel kann zu einer Ketoazidose führen. Ein relativer Insulinmangel besteht dann, wenn der "normale" Insulinbedarf gedeckt ist, jedoch durch außergewöhnliche Situationen ein erhöhter Insulinbedarf entsteht. Derartige Situationen können sein:

 

Symptome

Die Ketoazidose macht sich zunächst durch Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwäche und Müdigkeit bemerkbar. Auch Bauchschmerzen können auftreten.

 

Ursachen

Die schwerste Ausprägung einer Ketoazidose ist das ketoazidotische Koma mit Bewusstseinsverlust. Dieses entsteht bei einem Insulinmangel mit massiv erhöhten Blutzuckerwerten, und zwar aufgrund von 2 Ursachen:
  • Die Überzuckerung bedingt eine deutlich verstärkte Zuckerausscheidung mit dem Urin. Um den Zucker im Urin gelöst zu halten, muss gleichzeitig sehr viel Flüssigkeit mit ausgeschieden werden. Dies führt zu einem erheblichen Flüssigkeitsdefizit und in der Folge zu schweren Kreislaufregulationsstörungen.
  • Der Insulinmangel führt dazu, dass nicht genügend Glukose in die Zellen gelangt, so dass diese unter einem Energiedefizit leiden. Um dieses auszugleichen, wird vermehrt Fettgewebe abgebaut, wobei Energie frei wird. Allerdings entstehen im Rahmen des Fettabbaus auch viele Ketonkörper, sodass es zu einer Ketoazidose und damit zu einer Übersäuerung des Organismus kommt.

 

Laktatazidose

Im Rahmen einer Ketoazidose kann es zudem zur Entstehung einer Laktatazidose kommen.

 

Schnelle Atmung senkt den Säuregehalt des Körpers

Als Folge der Übersäuerung wird die Atemtätigkeit gesteigert. Damit wird eine vermehrte Abgabe von Kohlendioxid angestrebt, was wiederum den Säuregehalt des Körpers senkt (vgl. Bikarbonatpuffer). Erkennbar ist diese Steigerung der Atmung an vermehrten Atemanstrengungen des Betroffenen und am Geruch der ausgeatmeten Luft (fruchtig; nach Azeton riechend, ähnlich wie Nagellack). Die betroffenen Patienten klagen über Atemnot.

 

Notfall

Ein ketoazidotisches Koma ist ein Notfall. Betroffene müssen auf einer Intensivstation behandelt und überwacht werden. Insbesondere ist es wichtig, den Mangel an Insulin und Flüssigkeit auszugleichen. Dennoch besteht für Patienten mit ketoazidotischem Koma eine Sterblichkeit von 5 bis 15 Prozent, das heißt etwa jeder siebte bis zwanzigste Betroffene stirbt.

Top

Zur Übersicht
Notfälle

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas