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Anamnese

Inhaltsübersicht:
Bestandteile
Momentane Beschwerden
Zustand der verschiedenen Organsysteme
Medikamentenanamnese
Allgemeine Fragestellungen
Familienanamnese
Sozialanamnese

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Bestandteile

Jede Erkrankung hat eine Geschichte.

In den seltensten Fällen kommt eine Krankheit aus heiterem Himmel. Erkrankungen haben in der Regel eine "Geschichte", die sie dem Körper erzählen. Das sind dann Beschwerden und Veränderungen, die nicht immer sofort wahrgenommen werden. Bevor ein Arzt eine sichere Diagnose stellen kann oder sogar Maßnahmen für eine gezielte Behandlung einleiten kann, muss er möglichst viel über den Betroffenen und seine Krankengeschichte wissen. Aus diesem Grund ist die Erhebung der Krankengeschichte oder Anamnese die erste Maßnahme, die ein Arzt trifft. Ohne eine ausführliche Anamnese sind körperliche und apparative Untersuchung nicht sinnvoll.

 

Fragenkataloge umfassen den Betroffenen und sein Umfeld.

Die Anamnese besteht aus gezielten Fragen. Bei der Befragung des Betroffenen müssen zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden, u.a.:
  • momentane Beschwerden und ihre Entwicklung
  • Zustand der verschiedenen Organsysteme
  • allgemeine Daten
  • wichtige Erkrankungen in der Familie (Familienanamnese)
  • beruflicher und sozialer Hintergrund (Sozialanamnese)

 

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Momentane Beschwerden

Fragenkatalog Schmerzen

Zu Beginn des Gesprächs fragt der Arzt nach den im Moment bestehenden Beschwerden:

Schmerzen:

  • Bestehen Schmerzen, wenn ja Wo?
  • Wann haben die Schmerzen begonnen?
  • Welcher Art sind die Schmerzen (ziehend, drückend, stechend, pochend etc.)?
  • Wie häufig treten die Schmerzen auf?
  • Wie stark sind die Schmerzen? Eine Hilfe ist hier eine Bewertung nach einer Skala (0=kein Schmerz, 10=stärkster Schmerz)
  • Strahlen sie aus, z. B. in die Beine?
  • Wie lange bestehen die Schmerzen schon?
  • Was verstärkt oder lindert die Schmerzen?
  • Bessern sie sich in bestimmten Körperhaltungen (z. B. beim Vornüberbeugen)?
  • Verstärken sie sich bei Belastung oder durch Husten, Niesen oder Pressen?
  • Haben Sie neben den Schmerzen auch Empfindungsstörungen, z. B. Lähmungen oder Taubheitsgefühle bemerkt?

 

Fragenkatalog Muskelschwäche

Muskelschwäche:
  • Wurde eine Schwäche in der Muskulatur von Armen, Beinen, Händen oder Füßen bemerkt?
  • Wie stark ist die Schwäche ausgeprägt, ist z. B. das Treppensteigen erschwert, weil ein Fuß immer gegen die Treppenstufe stößt?
  • Besteht eine Gangunsicherheit?
  • Ist das Anheben von Lasten oder das Festhalten von Gegenständen erschwert?
  • Wie lange bestehen diese Beschwerden schon?
  • Haben sie sich im Laufe der Zeit in ihrer Intensität verändert?

 

Fragenkatalog Empfindungsstörungen

Empfindungsstörungen/Missempfindungen:
  • Sind an der Haut Regionen herabgesetzter Empfindungsfähigkeit aufgefallen, z. B. beim Berühren der Haut beim Duschen?
  • Bestehen Missempfindungen, z. B. das Gefühl des "Ameisenlaufens" auf der Haut?
  • Seit wann werden Empfindungsstörungen/Missempfindungen bemerkt?
  • Haben die Störungen im Laufe der Zeit zu- oder abgenommen?

 

Fragenkatalog Blasen-, Darm- und Sexualfunktion

Blasen-, Darm- und Sexualfunktion:
  • Können Blase und Darm normal kontrolliert und entleert werden?
  • Bestehen Schwierigkeiten, Blase oder Darm vollständig zu entleeren?
  • Können Urin oder Stuhl nicht vollständig kontrolliert gehalten werden?
  • Sind Potenzstörungen aufgetreten?
  • Seit wann bestehen Beschwerden?
  • Haben sie sich verstärkt oder gebessert?

 

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Zustand der verschiedenen Organsysteme

Alles hängt  mit Allem zusammen.

Der Arzt sollte nach Erkrankungen bzw. Beschwerden der einzelnen Organsysteme fragen. Dabei sind nicht nur die im Moment aktuellen Erkrankungen wichtig. Auch früher durchgemachte Erkrankungen sind von Bedeutung. Auch nach durchgemachten Operationen und erlittenen Verletzungen  wird gefragt.

 

Die Therapie muss auf den körperlichen Zustand des Betroffenen abgestimmt werden.

Der Arzt braucht alle diese Angaben, um den allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen beurteilen zu können. Bei einer medikamentösen Behandlung müssen z. B. Störungen von Niere und Leber beachtet werden. Auch können einige Erkrankungen das aktuelle Beschwerdebild beeinflussen. Bei Diabetes beispielsweise können durch den erhöhten Blutzucker die Funktionen der Nerven in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Dies kann sich in Missempfindungen oder Empfindungsstörungen äußern, die die Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall überlagern. Auch kann die allgemeine Schmerzempfindlichkeit durch die Erkrankung herabgesetzt sein, so dass Schmerzen nur vermindert wahrgenommen werden.

 

Fragenkatalog Herz-Kreislauf- System

Herz-Kreislauf-System:
  • Besteht ein erhöhter oder erniedrigter Blutdruck?
  • Liegen Herzerkrankungen vor, z. B. Herzschwäche, erlittener Herzinfarkt, Verkalkung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose)?
  • Bestehen oder bestanden Erkrankungen der Arterien (Entzündungen, Verkalkung, Verschluss)?
  • Ist schon einmal ein Schlaganfall aufgetreten?
  • Sind Erkrankungen der Venen bekannt, z. B. Venenschwäche, Venenentzündungen, Thrombosen?

 

Fragenkatalog Lunge

Lunge:

 

Fragenkatalog Stoffwechsel

Stoffwechsel:

 

Fragenkatalog Magen-Darm

Magen-Darm-Trakt:

 

Fragenkatalog Nieren und Blase

Nieren und Blase:
  • Sind Nierenerkrankungen bekannt, z. B. Entzündungen, Nierenschwäche?
  • Kann normal Wasser gelassen werden?
  • Sind schon einmal Blasenentzündungen aufgetreten?
  • Hat der Urin eine normale Farbe oder wird z. B. Blut bemerkt?

 

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Medikamentenanamnese

Der Arzt sollte jedes regelmäßig eingenommene Medikament kennen.

Wichtig für eine richtige Beurteilung des Gesundheitszustandes eines Betroffenen ist auch, welche Medikamente er einnimmt. Danach wird der Arzt auf jeden Fall fragen, z. B. welche Medikamente eingenommen werden, in welcher Dosierung und wie häufig. Auch pflanzliche Medikamente, wie beispielweise Johanniskraut oder Vitaminpräparate die Sie sich ohne Rezept besorgt haben, sollten angegeben werden. Dazu gehören auch alle anderen rezeptfreien Medikamente wie Schmerzmittel, Abführmittel, Stärkungsmittel etc. Am besten machen Sie sich schon zu Hause eine Liste mit den Namen, damit Sie dazu eine richtige Auskunft geben können.

 

Medikamente können sich untereinander in ihrer Wirkung beeinflussen.

Diese Angaben, auch die Angaben zu den rezeptfreien Mitteln sind deshalb so wichtig, weil der Arzt Medikamente, die er Ihnen verordnet, auf die bereits bestehende Medikation abstimmen muss. Es muss darauf geachtet werden, dass sich parallel eingenommene Medikamente weder in ihrer Wirkung beeinflussen noch zu starken Nebenwirkungen führen.

 

Gelegentlich kann es vorkommen, dass Beschwerden auf Nebenwirkungen und/oder Wechselwirkungen von Medikamenten zurückzuführen sind, die dann evtl. abgesetzt werden müssen. Auch aus diesem Grunde ist es wichtig, dem Arzt alle eingenommenen Medikamente mitzuteilen.

 

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Allgemeine Fragestellungen

Lebensgewohnheiten, sie sich auf den Gesundheitszustand des Betroffenen auswirken, sollten bedacht werden.

"Allgemeines" hört sich komisch an. Hier wird aber nach sehr wichtigen Lebensgewohnheiten gefragt, die bei der Beurteilung der gesundheitlichen Situation eine entscheidende Rolle spielen können. Zu den Fragen gehören u.a.:
  • Wird geraucht und wenn ja wie viel und seit wann?
  • Wie viel Alkohol wird durchschnittlich konsumiert?
  • Liegt ein Drogenkonsum vor?
  • Bestehen Einschlaf- oder Durchschlafstörungen?
  • Wie groß und wie schwer ist der Patient?
  • Wird regelmäßig Sport getrieben und wenn ja, welcher, wie oft und in welcher Intensität?

 

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Familienanamnese

Für viele Erkrankungen gibt es eine familiäre Veranlagung.

Einige Krankheiten können vererbt werden bzw. treten innerhalb einer Familie gehäuft auf. Um sich ein umfassendes Bild von seinem Patienten machen zu können, wird der Arzt also auch nach relevanten Erkrankungen innerhalb der Familie fragen. Zu den wichtigsten Erkrankungen gehören:

 

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Sozialanamnese

Berufe können spezielle Erkrankungen begünstigen. In Altbauwohnungen kommen andere Umweltbelastungen vor, als in Neubauten.

Auch äußere Lebensumstände können eine Erkrankung bzw. das allgemeine Wohlbefinden wesentlich beeinflussen. Deshalb werden auch Fragen nach dem sozialen Umfeld gestellt, z. B.
  • Schulbildung
  • Beruf
  • Familienstand
  • Hobbys
  • Wohnumgebung
  • Zufriedenheit mit der momentanen Lebenssituation

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