Haut und Haar

Anatomie und Physiologie der Haut
Akne
Allergien
Berufsdermatosen
Bakterielle Erkrankungen der Haut
Ekzeme - Juckflechte
Juckreiz

Haare und Haarerkrankungen
Haarausfall - Alopezie
Kleidung und Haut
Nagel und Nagelerkrankungen
Narben und Narbenbehandlung

Neurodermitis
Parasiten, Ungeziefer, Insekten
Hautpilze
Psoriasis
Sexuell übertragene Erkrankungen
Sonne, Hitze, Kälte
Symptome
Talg- und Schweißdüsen

Tattoos und Piercing
Bösartige Tumore
Gutartige Tumore
Verhornungsstörungen und Erbkrankheiten
Viruserkrankungen der Haut
Vitiligo
Wundmanagement

Definition und Häufigkeit von Juckreiz

Jucken ist eine Missempfindung

Der Begriff "Juckreiz" ist streng genommen nicht ganz korrekt, denn es ist die Empfindung "Jucken", die durch einen "Juckreiz" ausgelöst wird, so wie der "Schmerz" durch einen "Schmerzreiz". Im wissenschaftlichen Gebrauch wird deshalb heute die Bezeichnung Juckreiz durch Jucken oder Juckempfindung ersetzt. In der Alltagssprache ist auch immer noch die Bezeichnung "Juckreiz" gebräuchlich. In der Medizinersprache spricht man von Pruritus.

 

Nach 6 Wochen spricht man von chronischem Jucken

Die Juckempfindung kann man definieren als eine Missempfindung der Haut, die das Bedürfnis des Kratzens auslöst. Sie dient primär als Schutz unseres Organismus zur Abwehr von Parasiten oder anderer Fremdkörper auf der Hautoberfläche und ist deshalb durchaus sinnvoll. Diesem kurzfristigen Jucken ist eine chronische Juckempfindung gegenüberzustellen, die den gesamten Körper (generalisiert) betreffen kann oder auch nur eine bestimmte Region (lokal), z.B. am Kopf, im Genitalbereich oder am After. Von chronischem Jucken spricht man, wenn die Juckempfindung über 6 Wochen lang anhält. Diese Form des Pruritus kann als Warnsignal aufgefasst werden, da er begleitend bei vielen verschiedenartigen Erkrankungen in Erscheinung treten kann und deshalb einer genauen Abklärung bedarf.

 

Mögliche Ursachen

Insbesondere bei verschiedenen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Allergien ist Jucken ein häufiger Begleiter, aber auch bei diversen Systemerkrankungen wie Diabetes, Leber-, Nieren oder Bluterkrankungen und auch bösartigen Erkrankungen ist Jucken zu beobachten. Auch Medikamente kommen als Ursache für chronisches Jucken in Betracht, besonders bei älteren Menschen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. In rund dreißig Prozent der Fälle aber bleibt die Ursache unklar.

 

Folgen

Chronischer Pruritus kann zu einer quälenden Beeinträchtigung der Lebensqualität werden, unter der Arbeit, Partnerschaft und Freizeitgestaltung leiden. Lang anhaltend sind Schlafstörungen, Antriebslosigkeit bis hin zu Depressionen die Folge.

 

Kompetenzzentrum Pruritus

Da chronisches Jucken in viele unterschiedliche Fachbereiche hineinspielt, wurde im Jahr 2009 vom Universitätsklinikum Münster ein eigenes "Interdisziplinäres Kompetenzzentrum Pruritus" gegründet, in dem Fachärzte aus verschiedenen Fachbereichen gemeinsam gegen chronischen Pruritus vorgehen und die Abklärung und Behandlung des chronischen Pruritus nach neuesten Gesichtspunkten durchführen.

 

Häufigkeit

Schätzungsweise 8 Prozent der Bevölkerung leiden unter Juckreiz, wobei bei zwei Dritteln eine Hauterkrankung zugrunde liegt, bei einem Drittel eine innere Krankheit als Hintergrund zu sehen ist. Am häufigsten tritt Jucken jenseits des 60. Lebensjahres auf.

Top

weiter mit: Definition und Häufigkeit von Juckreiz  -  Physiologie und Ursachen von Juckreiz  -  Diagnostik bei Juckreiz  -  Therapie bei Juckreiz  -  Quellen

Zur Übersicht
Juckreiz - Pruritus

 




MedizInfo®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas