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Was ist eine Arthritis?

Beschwerden bei Arthritis

Eine Arthritis ist eine Gelenkentzündung, die durch folgende Beschwerden deutlich wird:
  • Schmerzen
  • Schwellung
  • Überwärmung
  • Bewegungseinschränkung
  • Gelenkerguss (tritt bei serösen Formen der Arthritis auf)
  • Gelenkempyem (eitrige Flüssigkeitsansammlung in der Gelenkhöhle, kommt bei bakterieller Arthritis vor)
  • bei akuten Formen der Arthritis zeigt sich eine Rötung
  • bei chronischen Verläufen kommt es vor allem zu Gelenkveränderungen, Fehlstellungen, Muskelverkürzungen und Versteifungen

 

Einteilung nach Anzahl der betroffenen Gelenke

Es gibt sehr viele verschiedene Formen der Arthritis, die man unterschiedlich einteilen kann. Nach der Anzahl der betroffenen Gelenke spricht man von:
  • Monarthritis (Entzündung eines Gelenks)
  • Oligoarthritis (gleichzeitige Entzündung von 2 bis 4 Gelenken)
  • Polyarthritis (gleichzeitige Entzündung von 5 oder mehr Gelenken)

 

Einteilung nach der Ursache der Arthritis

Der Verlauf einer Arthritis ist, je nach Ursache, akut, subakut oder chronisch. Berücksichtigt man die Ursache einer Arthritis, so werden folgende Formen unterschieden:

1. infektiöse oder septische Arthritis, Gelenkempyem

  • direkte Infektion über eine Wunde, z. B. eine Punktion oder Injektion. Am häufigsten treten bakterielle Erreger, speziell Staphylokokken auf.
  • andauernde Infektion als Folge einer bakteriellen Infektionskrankheit, z. B. Gonorrhö oder Sepsis. Seltener sind fortdauernde Infektionen im Rahmen einer Tuberkulose bzw. durch Pilze, Brucellen oder Parasiten.

2. Begleitend oder nach einer Infektionskrankheit auftretende Arthritis, bei der keine lebenden Erreger im Gelenk nachgewiesen werden können

  • nach bakteriellen Infektionen tritt häufig eine Monarthritis oder Oligoarthritis auf. Vor allem nach Infektionen mit folgenden Bakterien ist Vorsicht geboten: Yersinien, Chlamydien, Mykoplasmen, Gonokokken, Borrelien, Campylobacter, Mykobakterien, Brucellen, Streptokokken.
  • bei oder nach Virusinfektionen kann es zu subakuten Polyarthritiden kommen. Vorwiegende Ursache sind folgende Virusinfektionen bzw. Viren: Hepatitis B, Röteln, Mumps, infektiöser Mononukleose, Windpocken, Pocken, Coxsackie-Virus-Infektionen, Adenovirus-Infektionen, makulopapulösem Exanthem, symmetrischer Polyarthritis, Arbovirus-Infektionen, Alphaviren, ECHO-Viren, Zytomegalie-Virus, Herpes-Viren, evtl. HIV. Chronische Verläufe sind wahrscheinlich bei Infektionen mit EBV oder Parvoviren
  • bei Infektion mit Parasiten, insbesondere verschiedene Formen von Filarien - das sind spezielle Fadenwürmer, die in den meisten Fällen durch Insektenstiche übertragen werden. Nachweisbar ist eine Infektion durch die stark erhöhte Anzahl eosinophiler Granulozyten, einer auf die Abwehr von Würmern und Parasiten spezialisierten Form der weißen Blutkörperchen. Man nennt das auch Eosinophilie.

3. Arthritis bei bestimmten rheumatischen Wirbelsäulenerkrankungen und anderen entzündlichen Erkrankungen, insbesondere Spondylitis ankylosans, Arthritis psoriatica, Arthritis bei entzündlichen Darmerkrankungen z. B. Enteritis regionalis Crohn, Colitis ulcerosa, Whipple-Krankheit, Behçet-Krankheit. Eine Arthritis kann auch nach Bypass-Operationen am Darm und Magenresektion nach Billroth II auftreten.

4. rheumatoide Arthritis

5. juvenile chronische Arthritis

6. Arthritis bei entzündlichen Bindegewebeerkrankungen und Vaskulitiden z. B. bei systemischem Lupus erythematodes, Kollagenosen, Purpura Schoenlein-Henoch (rheumatisch bedingte Schädigung der kleinen Blutgefäße von Haut, Magen-Darm-Trakt und Nieren mit Einblutungen in das umliegende Gewebe), Panarteriitis nodosa (entzündliche Erkrankung der kleinen und großen Arterien)

7. allergische Arthritis tritt relativ häufig als Folge einer Medikamenteneinnahe auf und klingt einige Tage nach Absetzen des Medikamentes ab.

8. Arthritis in Verbindung mit Stoffwechselerkrankungen und ernährungsbedingten Störungen unter anderem bei Gicht (Arthritis urica), Chondrokalzinose (Ablagerungen von Kalzium im Knorpel - Pseudogicht), Kristallarthropathie (Kristallablagerung in den Gelenken), Hämochromatose (Eisenablagerungen), Hyperlipoproteinämien (Fettstoffwechselstörungen mit erhöhten Vorkommen an Lipoproteinen), Ochronose (Pigmentablagerungen im Knorpel), Lipoidkalzinogranulomatose (Lipidspeicherkrankheit mit Kalziumablagerungen im Bereich der Schleimbeutel großer Gelenke), Osteochondropathia endemica, Amyloidose (Proteinablagerungskrankheit).

9. Arthritis bei endokrinen Störungen: Hyperthyreose, Hypothyreose, Hyperparathyroidismus, Hypoparathyroidismus, Diabetes mellitus, Cushing-Syndrom, Akromegalie, Phäochromozytom

10. Arthritis bei granulomatösen Erkrankungen

  • Sarkoidose (gutartige Erkrankung der Lymphknoten)
  • Langerhans-Zellhistiozytose (Krankhafte Vermehrung von Langerhans-Zellen, einer speziellen Form von Histiozyten, die zu den Abwehrzellen gehören. Es können einzelne oder verschiedenen Körpergewebe z. B. von Lunge, Haut, Leber, Knochen, Lymphknoten etc. betroffen sein.)

11. Arthritis bei Gelenkblutungen als Folge von Störungen der Blutgerinnung

12. Arthritis bei Erkrankungen des Blutbildungssystems

13. neoplastische Arthritis (Neoplasie bedeutet Neubildung von Gewebe)

  • primäre Gelenktumoren: gutartiger oder bösartiger Tumor der Gelenkinnenhaut (Synovialom), Chondromatose (Knochentumor)
  • synoviale Infiltration bei bösartigen Systemerkrankungen: insbesondere Leukämien und bösartige Lymphome

14. paraneoplastische Arthritis: z. B. bei Plasmozytom, Lungenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs

15. Arthritis nach oder durch Verletzungen, z. B. auch Gelenkhautentzündungen nach Operationen

16. Arthritis bei Erkrankungen des Gelenkknorpels: so genannte aktivierte Arthrosen, Chondropathia patellae (Knorpelveränderungen an der Kniescheibe durch Fehlbelastungen), freie Gelenkkörper, rezidivierende Polychondritis (selten auftretende, entzündliche Erkrankung des Knorpelgewebes)

17. Arthritis bei Neuropathien (Nervenleiden, Erkrankungen der peripheren Nerven): Tabes dorsalis (Rückenmarkschwindsucht), Syringomyelie, diabetische Neuropathie, Spina bifida mit Meningomyelozele, hereditäre sensible Neuropathie, angeborene Analgesie (Schmerzunempfindlichkeit durch Schädigung sensibler Leitungsbahnen des zentralen oder peripheren Nervensystems), Lepra

18. Arthritis bei bestimmten Hauterkrankungen, z. B. bei Sweet-Syndrom, Akne-assoziierte Arthritis, auch Psoriasis-Arthropathie

19. Arthritis bei sonstigen Grunderkrankungen außerhalb des Gelenkes: z. B. familiäres Mittelmeer- oder Maltafieber, einer speziellen Form der Brucellose

Quelle: Pschyrembel (ergänzt und kommentiert)

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